Wie würde man sich selber von einer Berufsunfähigkeitsversicherung überzeugen? Quasi von Experte zu Experte? Das ist ungefähr so, wie wenn ein Arzt versucht, einen Kollegen davon zu überzeugen, mit dem Rauchen aufzuhören.

„Ja, ich weiß, dass das wichtig ist, aber mich trifft es nicht!“

Menschen, deren Beruf Geld ist, haben sicher ihr Vermögen aufgebaut: mit Aktien, mit ETFs, mit Immobilien. Aber haben sie für den Fall des totalen Einkommensverlusts vorgesorgt?

Wer jetzt mit dem Argument kommt, dass man ja am Schreibtisch wenig gefährdet sei und auch weniger Kundenbesuche außer Haus hat, seit es die digitale Beratung gibt: Dem sei gesagt, dass auch Menschen, die als Bankberater, Wirtschaftsprüfer oder Börsenmanager arbeiten, ernsthaft und dauerhaft erkranken können.

Die Nerven liegen immer öfter blank

Inzwischen haben Nervenerkrankungen, zu denen auch die psychischen Erkrankungen gehören, Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfälle als Hauptursache für Berufsunfähigkeit abgelöst. Und keinen kümmert’s.

„Am wenigsten Bedeutung wird dem Arbeits- und Gesundheitsschutz in Unternehmen der Information und Kommunikation zugesprochen (mit 73,6 Prozent der Nennungen), gefolgt von denen der Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (77 Prozent).“, stellt der WSI Report Arbeit und Gesundheit 2016 der Hans-Böckler-Stiftung fest.

Krank macht vor allem der Erfolgs- und Termindruck, die Zerstückelung der Arbeitszeit durch hier eine Anfrage, da ein Mail, dort eine WhatsApp-Nachricht. Gleichzeitig klingelt das Telefon, der Live-Chat will bedient sein. Und der Börsenticker läuft und läuft und läuft …

Stark ausgeprägter Termin- und Zeitdruck herrscht vor allem im Baugewerbe (78%), aber auch im Finanzdienstleistungsbereich (70 Prozent) und in Informations- und Kommunikationsunternehmen (ITK, 69 Prozent), so der WSI Report.

Gestresst und ausgebrannt

Im Juni 2006 fällte das Landgericht München zugunsten eines Versicherten ein Urteil, das dessen Berufsunfähigkeit anerkannte.  Der Mann als selbständiger Finanzberater tätig. Als Gründe für sein Leiden, das es ihm unmöglich macht, weiter zu arbeiten, führte er den irren Erfolgsdruck und die übermäßige Arbeitsbelastung an. Jeden Tag arbeitet er zehn Stunden und mehr arbeiten, oft auch an den Wochenenden. Etwa 200 Telefonate pro Tag ließen ihn ausbrennen. Der Burn-out zeigte sich durch eine Persönlichkeitsstörung, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle und Angstzustände. Der gerichtlich zum Gutachter bestellte Arzt attestierte eine dadurch bedingte Berufsunfähigkeit von 50 Prozent.

Das ist kein Einzelbeispiel. Immer wieder finden sich in den Medien Berichte über Druck durch Erfolgsquoten und raue Sitten in der Hierarchie. Und es gibt sicherlich eine hohe Dunkelziffer in diesem extrem leistungs- und erfolgsorientierten Sektor.

Ein Gespräch auf Augenhöhe

Finanzexperten benötigen eine andere Beratung als Kunden, die beruflich zum Beispiel mit Pflanzen und Landschaft zu tun (hier Link auf Naturliebhaber) haben. Sie wollen Zahlen sehen und fundierte Berechnungen. Der Vermittler muss seine Berufsunfähigkeitsversicherung in- und auswendig kennen, um auf jede Frage zu Konstruktion, Anlage und Verzinsung adäquat reagieren zu können.

Wer selbst viel im Kundenkontakt ist, kennt die Strategien und Techniken des Verkaufsgesprächs. Hier sind vom Vermittler Authentizität, Achtsamkeit und Sensibilität gefragt: alles das, was er sich selbst im Gespräch wünscht. Die Herausforderung: zu seiner eigenen Messlatte werden. Hilfreich ist, wenn man sein Gegenüber einschätzen und seine Mimik lesen kann.

Welche BU-Verträge sind geeignet?

Für Menschen in Finanzberufen kommt die selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU), vor allem in ihrer Premium-Variante, in Frage. Für diejenigen, die noch mehr auf Renditechancen setzen, gibt es die BU Invest. Gerade bei langen Laufzeiten eine sinnvolle Alternative.

 

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