Wenn am 24. September die Wähler an die Urnen gerufen werden, stimmen sie auch über die künftigen Entwicklungen für die Versicherungsbranche ab. Es sind Entscheidungen, die die Branche direkt betreffen. Was also wollen die Parteien? Was planen CDU, SPD & Co.? Was ändert sich in Sachen Rentenversicherung, privater Altersvorsorge und Krankenversicherungsschutz?* Der zweite Teil zur Bundestagswahl 2017 zeigt die Positionen der Parteien zum Renteneintrittsalter.

Renteneintrittsalter: Arbeiten bis 65, 67 oder länger?

CDU und CSU haben signalisiert, dass sie die neu eingeführte schrittweise Anhebung auf 67 Jahre erst einmal beobachten möchten. Ergibt sich weiterer Handlungsbedarf vor 2029, müsse man neu entscheiden. Deutlichere Stimmen gehen in der Union davon aus, dass bei steigender Lebenserwartung auch das Renteneintrittsalter steigen wird. Das sollte aber nicht automatisch passieren, sondern im Lichte der Gesamtentwicklung entschieden werden. Notwendig seien darüber hinaus Ansätze für freiwilliges längeres Arbeiten, zum Beispiel durch die Flexi-Rente.


 
Die SPD lehnt hingegen entschieden eine weitere Anhebung ab. Stattdessen gehe es zunächst erst einmal darum, dafür zu sorgen, dass mehr Menschen gesund und unter altersgerechten Arbeitsbedingungen die Regelaltersgrenze erreichen können.


 
Die Liberalen halten angesichts der vielfältigeren Lebensentwürfe und der je nach Beruf höchst verschiedenen Arbeitsbelastungen starre Altersgrenzen für den Renteneintritt nicht mehr für zeitgemäß. Stattdessen brauche es eine echte Flexi-Rente: So soll ab 60 jeder selbst entscheiden können, wann er in Rente geht. Das Einkommen aus gesetzlicher Rente und sonstiger Altersvorsorge müsste als einzige Voraussetzung über dem Grundsicherungsniveau liegen. Die Hinzuverdienstgrenzen neben dem Rentenbezug sollen abgeschafft werden.


 
Für Bündnis 90/Die Grünen ist die schrittweise Anhebung ebenfalls gesetzt, müsse aber mit einer verbesserten Beschäftigungssituation für ältere Arbeitnehmerinnen und -nehmer einhergehen. Die Regelaltersgrenze sollte dabei keine starre Grenze mehr darstellen.


 
Sie plädiert für die Rückkehr zum Renteneintritt mit spätestens 65 – und das natürlich abschlagsfrei. Wer 40 Erwerbsjahre beisammen hat, soll sogar bereits ab der Vollendung des 60. Lebensjahres den abschlagsfreien Eintritt ins Rentenleben schaffen, gerade für körperlich anstrengende Berufe sei das notwendig.

 
*Stand Mai 2017. Wahlprogramme können sich noch ändern.

 

Titelbild: (c) JFL Photography
 

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