„Für mich ist wichtig, dass ich das Holz zum Klingen bringen kann“, Bernhard Ritschard, Geigenbauer aus Herrnburg.

„Jede noch so kleine handwerkliche Veränderung beeinflusst auch den Klang“, Martin Schleske, Geigenbauer aus Landsberg am Lech.

Ob Wolfgang Amadeus Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“, Ludwig van Beethovens „Neunte Sinfonie“ oder Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Die Werke für Geigen und Orchester sind weltbekannt. Kompositionen wie diese entstehen heute kaum mehr. Aber Instrumente, wie die weltbekannten Stradivari-Geigen aus dem 18. Jahrhundert, werden heute noch immer hergestellt.

Es ist ein uraltes Handwerk, eine Kunst und eine filigrane Meisterarbeit. 150 bis 200 Stunden Arbeit stecken in nur einem Instrument. Jeder Geigenbauer hat seinen eigenen Stil, benutzt sein favorisiertes Holz, die Instrumente haben immer einen für ihn charakteristischen Klang. Außerdem restaurieren viele Geigenbauer alte Instrumente. Holen sich so Anregungen von den wahren Geigenbau-Helden.

Italienische Meister als Vorbild

Die italienische Stadt Cremona ist im 18. und 19. Jahrhundert Entstehungsort der berühmtesten, wertvollsten und klangvollsten Geigen der Welt. Noch heute sind Namen wie Amati, Guarneri oder Ceruti unter Kennern weltweit bekannt. Doch allen voran sie: die Meisterstücke des Geigenbauers Antonio Stradivari. André Rieu, Anne-Sophie Mutter und David Garrett spielen auf den kostbaren Instrumenten. Zahlreiche Geigenbauer nehmen die Meistergeigen als Vorbild. Stellen so Instrumente her, die dem Aussehen und Klang täuschend nahe kommen.

Alt gleich besser?

Dass sie ihr Handwerk beherrschen steht außer Frage. Nicht erst seit einem Test im Konzertsaal, den die Klangforscherin Claudia Fritz mit Kollegen von der Université Pierre et Marie Curie in Paris durchgeführt hat. Dazu luden sie fachkundiges Publikum, bestehend aus Geigenbauern und -spielern, Musikern, Musikkritikern und Komponisten. Renommierte Violinisten spielten den Zuhörern mit verbundenen Augen nacheinander auf einer neuen Geige und einer Stradivari vor. Und auch das Publikum sah nicht, welches Instrument zum Einsatz kam. Das Ergebnis: Sowohl die Violinisten als auch das Publikum tippten kaum richtig. Das Fazit der Forscher:

„Es mag sein, dass die jüngsten Generationen von Geigenbauern die Lücke zwischen alt und neu geschlossen haben, oder es kann sein, dass die Lücke nie so breit war, wie allgemein geglaubt wurde.“

Einmann-Betrieb Geigenbau: Individueller Schutz

Die Restauration alter, wertvoller Instrumente, aber auch die lange Arbeit am Bau einer neuen Geige: Die Arbeit eines Geigenbauers ist zeitaufwändig. Und gefährlich. Nur ein falscher Handgriff kann Meistergeigen zerstören oder die Arbeit an einem sorgfältig zurechtgeschnittenen Holz zunichte machen. Die fest eingeplanten Einnahmen: verloren. Gerade Instrumentenbauer sind häufig Einmann-Betriebe. Fehlen die Erlöse, steht die Existenz auf dem Spiel.

Egal wie sorgfältig ein Geigenbauer arbeitet, Fehler können immer passieren. Schlimm, wenn es an einer neu angefertigten Geige passiert. Schlimmer, wenn es ein vom Kunden zur Reparatur gegebenes Instrument ist. Denn auf dem Schaden bleibt der Handwerker sitzen. Nur mit der richtigen Absicherung durch eine Gewerbe-Haftpflichtversicherung schützt er sich vor den Forderungen Dritter. Mehr zum passenden Schutz für Gewerbe-Kunden aus dem filigranen Handwerk erfahren Sie hier.

Titelbild: © Andrey Kiselev, Videos: © YouTube