Ohne die gängigen sozialen Kanäle wie Facebook, Twitter, YouTube, Instagram, Pinterest und Co. lassen sich heutzutage kaum noch erfolgreiche Unternehmen, Produkte oder Popularität mehr aufbauen. Zumindest im Netz. Kein Wunder, denn laut Statista tummeln sich alleine auf Facebook weltweit rund zwei Milliarden monatlich aktive Nutzer (2017). In Deutschland lag die Anzahl im Mai 2017 bei 30 Millionen Menschen. Sehr viele Kunden, genau so viel Konkurrenz. Denn rund 94 Prozent der Firmen haben mindestens eine Präsenz auf den verschiedenen sozialen Plattformen. Dies geht aus einer diesjährigen Statista-Umfrage zur Nutzung verschiedener Social Media Plattformen durch Unternehmen hervor. Wie kann ich mich da hervorheben und Kunden gewinnen? Und wie Reichweite aufbauen?

Zauberwort: Reichweite

Insgesamt belief sich die Anzahl monatlicher Nutzer sozialer Netzwerke in Deutschland (2016) auf rund 45,5 Millionen. Laut dem Digital Market Outlook von Statista wächst diese Zahl bis 2022 auf ganze 48,1 Millionen Menschen an. Auch Unternehmen und Werbetreibendes haben den Trend längst erkannt. Laut dem Social Media Examiner ist dabei Facebook mit 94 Prozent die beliebteste Plattform. Das Medienunternehmen errechnete dazu die Anteile der weltweiten Unternehmen und die von ihnen am häufigsten genutzten sozialen Plattformen (Januar 2017).

  • Facebook 94%
  • Twitter 68%
  • LinkedIn 56%
  • Instagram 54%
  • YouTube 45%
  • Pinterest 30%
  • Snapchat 7%

Um nicht in der schieren Masse an Nutzern und Informationen unterzugehen, gilt es, Reichweite aufbauen. Wie? Diese 10 Tipps helfen.

Reichweite aufbauen: 10 Tipps

 

Tipp 1: Ein Gesicht, eine Stimme, eine Meinung, ein Profil

Ein Logo als Profilbild, ein nichtssagendes Titelbild und allgemeine Kontaktdaten bei den Informationen angegeben? Ein solcher Account überzeugt eher nicht. Sympathische Gesichter und ein freundliches Lächeln kommen bei Fans dagegen gut an. Ein Kanal in sozialen Medien lebt von Persönlichkeit. Diese wird mit Likes, Shares oder Kommentaren belohnt, was wiederum die organische Reichweite steigert. Auch wenn das primäre Ziel die Vermarktung von Produkten oder einer Dienstleistung ist, handelt es sich bei Facebook um ein soziales Netzwerk. Mit persönlichen Posts wird nicht nur mehr Aufmerksamkeit erregt, sondern bestenfalls auch eine tiefere emotionale Verbindung zwischen Ihnen und den Fans geschaffen.

Tipp 2: Uhrzeit beachten
Wann die Fans am häufigsten online sind, ist unter den Facebook-Seitenstatistiken leicht abzulesen. Diese Informationen können Sie nutzen und sich daran orientieren, wenn es darum geht, einen neuen Post vorzubereiten. Vorteil: Ein Posting zur richtigen Zeit erreicht so viele Nutzer und Fans wie möglich. Jedoch sind die Uhrzeitangaben mehr als Richtwert, denn als fester Faktor aufzufassen. So kann ohne Bedenken auch zwischen 19 und 21 Uhr gepostet werde. Oder am Wochenende. Hier sollten Sie sich nach dem gewohnten Alltag und den Wünschen der Kunden richten.
Tipp 3: Postings in den Newsletter einbringen
Sofern vorhanden, sollten Facebook Posts in den Newsletter eingebunden werden. Spannende Postings erkennt man leicht an der Anzahl der Likes, Shares oder Kommentaren. Oder Posts, die viral gut ankamen, bieten sich an. So führt eine direkte Verlinkung einen potenziellen Kunden vom persönlichen Email-Posteingang auf die Fanpage.
Tipp 4: Interaktion bringt Motivation, bringt Kommunikation
Um Kontakte zu knüpfen, muss man kommunizieren. Wer Reichweite aufbauen möchte, muss interagieren. Besonders im Netz ist dies unabdinglich. Hier empfiehlt sich: nicht nur eigene Beiträge teilen, liken und kommentieren, sondern auch die der anderen. Gruppen mit der gleichen Thematik beitreten, informative Kommentare der Fans belohnen und Beiträge langjährigen Nutzer auf der eigenen Seite posten. So funktioniert Kundenbindung 2.0.
Tipp 5: Social-Media Buttons
Eine Selbstverständlichkeit in der heutigen Zeit: die eigene Website mit den Accounts von Facebook, Xing, Youtube und Co. verlinken. So gelangen Kunden über die individuelle Customer Journey direkt zu Ihren Angeboten und Dienstleistungen. Auch empfehlenswert sind sogenannte „Share Buttons“ oder eine „Gefällt mir“-Box auf Ihrer Website. Je öfter und sichtbarer, desto besser. Steigern Sie Ihre Reichweite, indem Sie verschiedene Kanäle miteinander vernetzen und thematisch verbinden.
Tipp 6: Story Bumping
Sie haben vor drei Jahren einen Beitrag gepostet, der zur aktuellen Situation hervorragend passt? Dann einfach wieder teilen! Denn alten Beiträgen, die neu kommentiert wurden, wird neues Leben, neue Aktualität eingehaucht. Ob Personen nachträglich markieren oder andere einen Kommentar liken. Damit kommt alter Content wieder frisch in den Newsfeed der Kunden.
Tipp 7: Aktuell und unterhaltend
Die Jamaika-Sondierungsgespräche sind geplatzt? Donald Trump hat einen waghalsigen Finanzierungsplan vorgeschlagen? Oder Sie haben ein schlimmes Weihnachtsgeschenk bekommen? Beiträge zu aktuellen und relevanten Themen erreichen mehr Aufmerksamkeit und somit mehr Reichweite. Diese werden dementsprechend häufiger geteilt, geliked und kommentiert. Aber es muss nicht nur ernst und konservativ sein. Eine gute Mischung aus unterhaltsamen und informativen Posts ist der Schlüssel zum Erfolg (Tipp 10). Facebook ist letztendlich eine soziale Plattform, die viele Nutzer zur Unterhaltung nutzten. So passt ein Posting zum unliebsamen Weihnachtsgeschenk genauso, wie Infografiken über für Ihre Dienstleistungen relevante Themen.
Tipp 8: Interne Analytics-Daten auswerten
Auch Tipp zwei findet hier seinen Ursprung. Die Facebook-Seitenstatistiken, sogenannte Facebook Insights, zeigen in einfachen Grafiken auf, wann welche Postings die größte Reichweite erzielten. Auch YouTube, Twitter und Instagram (falls als Business-Profil angelegt) bieten solche Auswertungen an. Werten Sie diese Analytics-Daten regelmäßig aus und steuern Sie die Postings nach diesen Erkenntnissen.
Tipp 9: Videos sind die Zukunft
Reichweite aufbauen gelingt nur mit vielen Likes, Klicks, Shares und Kommentaren. Sie posten regelmäßig gute Beiträge zu aktuellen Themen zur vorteilhaftesten Zeit bekommen aber keine Antworten und Reaktionen? Versuchen Sie es mit einem Video. Statistisch gesehen werden diese öfter geteilt und kommentiert als Postings mit lediglich einem Link-Beitrag oder Fotos. Warum nicht ein „How-to“ oder einfach ein Produkt in einem Video vorstellen und erklären? So lernen Ihre Kunden Sie besser kennen und eine weitere visuelle Komponente zur Kundenbindung kommt hinzu.
Tipp 10: 80/20-Regel
Das ist der wichtigste Tipp, den es zu beachten gilt, um mit Facebook-Beiträgen Fans, Freunde und Kunden zu unterhalten und trotzdem seine Dienstleistungen anzubieten. Ohne den faden Beigeschmack einer reinen Verkaufsseite. Die Regel: 80/20. Der Sinn: Simpel. 80 Prozent aller Beiträge sollten nichts verkaufen und nur dazu dienen Ihre Fans zu unterhalten und an Ihre Dienstleistung zu binden. Wenn diese 80 Prozent der Posts gut bei Ihren Fans ankommen und der Algorithmus von Facebook dies erkennt (Tipp sieben), werden Ihnen auch Beiträge verziehen, die potentielle Kunden zum Kauf oder einer anderen Aktion bewegen sollen. Es ist jedoch empfehlenswert die Anzahl dieser Beiträge gering zu halten, also bei den restlichen 20 Prozent oder weniger. Fazit: 80 Prozent Unterhaltung, 20 Prozent Angebot. So klappt es auch mit Ihrem Social Media Auftritt.

Titelbild: © lassedesignen