Es ist beschlossene Sache: Die IDD-Richtlinie wird zur rechtlich bindenden Grundlage. Und auch, wenn Teile der Umsetzung doch noch einige Monate Aufschub erfahren sollten: Makler wie Versicherer müssen sich mit dem Thema auseinandersetzen. Die Kernaussagen stehen. Wer Versicherungsanlageprodukte künftig nicht gesetzeskonform vermittelt, dem droht eine Strafe von bis zu 500.000 Euro. Auf welche Veränderungen müssen sich Vermittler jetzt vorbereiten?

Weiterbildungsverpflichtung

Mit der Brancheninitiative gut beraten ist bereits die „Weiterbildungsverpflichtung“ nach IDD-Norm abgedeckt: Denn das bestehende Punktesystem wird um die Anforderungen durch die IDD erweitert. Das bedeutet:

  • Vermittler und vertrieblich Tätige erhalten künftig einen Nachweis über die 15 Stunden absolvierte Weiterbildung im Kalenderjahr.
  • Zusätzlich hat jeder die Möglichkeit, weiterhin freiwillig Qualitätsnachweise zu erwerben.

„Zusätzlich trifft die Weiterbildungsverpflichtung künftig auch den durch den Vertreiberbegriff erweiterten Personenkreis“, so Frank Richter, Abteilungsleiter bei der Gothaer für den Bereich „Grundsatzfragen und Vertragssysteme“. Auch auf weitere Angestellte, die künftig unter den erweiterten Personenkreis fallen, können die bereits etablierten gut beraten-Prozesse übertragen werden.

Wohlverhaltensregeln

Eine weitere Herausforderung, die auf Vermittler und Vertreiber im weiteren Sinne zukommt, ist die Beachtung der allgemeinen Wohlverhaltensregeln. Hinter diesem Begriff versteckt sich eine einfache Erklärung: Die Beratung des Kunden darf sich nicht an eigenen Vergütungsinteressen orientieren. Frank Richter: „Dies ist aber nicht neu, sondern galt insbesondere für den Makler schon immer.“ Dementsprechend hat die Gothaer ihr Vergütungssystem bereits IDD-konform aufgestellt.

Rechtliche Änderungen: Versicherungsanlageprodukte

Am Vermittlerstatus ändert sich auch nach der Umsetzung der IDD-Richtlinie nichts. Demnach benötigen Vermittler für die Versicherungsvermittlung auch weiterhin keine Zulassung nach §34 f der Gewerbeordnung. Doch in der Beratung kommen auf Versicherungsvermittler zukünftig weitere Pflichten zu. Im Rahmen einer Geeignetheitsprüfung von Versicherungsanlageprodukten müssen Sie folgende Punkte abklären:

  • Welche Kenntnisse und Erfahrungen hat der Kunde mit Versicherungsanlageprodukten?
  • Welche finanziellen Gegebenheiten bringt der Kunde mit?
  • Welche Anlageziele verfolgt er?
  • Und welches Risiko ist er bereit einzugehen?

Die Geeignetheitsprüfung und entsprechende Dokumentation stellt demnach eine „Strukturierung des heutigen Beratungsgespräches“ dar, wie Dr. Claus Mischler, Generalbevollmächtigter der Gothaer Lebensversicherung AG, erklärt.

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