„Die Winterdepression ist der Winterschlaf des Menschen. Ein Energiesparmodus, der evolutionär gesehen sinnvoll war, um den Winter zu überstehen.“ (Dieter Kunz, Psychiater und Schlafforscher an der Klinik für Schlafmedizin am St. Hedwig-Krankenhaus)

Mit der dunklen Jahreszeit beginnt für viele Menschen auch eine Phase der Antriebslosigkeit. Wenig Sonnenlicht, der frühe Einbruch der Dunkelheit. Die Folge: Winterblues. In manchen Fällen reicht dieser sogar bis hin zur Depression.

Stellt sich die Frage: Ist Winterdepression eine echte Depression? Laut Kunz eindeutig ja: „Gemeinsam ist beiden die allgemeine Herabgestimmtheit, die Antriebslosigkeit, der soziale Rückzug.“ Es handelt sich dabei nicht um eine eingebildete, modische Erscheinung, sondern um ein medizinisches Problem. Ausgelöst wird die Winterdepression, die Seasonal Affective Disorder (SAD) durch den Mangel an Sonnenlicht. Und genau das braucht der Körper um das Glückshormon Serotonin zu entwickeln.

Weniger Sonnenlicht, weniger Serotonin, weniger gute Laune

„Die Ursache der Winterdepression ist ganz eindeutig der Lichtmangel.“ (Dieter Kunz)

Doch was tun, wenn die Winterdepression tatsächlich ausbricht? Diese Tipps sind erste Lösungen:

  • Licht tanken: Die wohl wichtigste Maßnahme zur Bekämpfung der SAD. Schon eine Stunde täglich im Freien hilft. Denn selbst bei im Winter häufig bedecktem Himmel genügt die Lichtintensität, um den Serotonin-Haushalt anzukurbeln.
  • Bewegung: Auch das ist bekannt: Sport und regelmäßige Bewegung stoßen die Hormonproduktion an und macht uns glücklich. Doch keine Panik: Sportmuffel müssen im Winter nicht plötzlich zur Sportskanone werden. Schon eine halbe Stunde Spazieren gehen hilft.
  • Vitamin D: Auch ein Mangel am Sonnen-Vitamin kann uns antriebslos machen. Der Körper bildet es hauptsächlich über die Haut. Dick eingemummelt in der Kälte kann es also nur schlecht aufgenommen werden. Ein Mangel an Vitamin D lässt sich auch über die Nahrung ausgleichen. Vor allem in Fisch, wie Lachs, Hering oder Makrele, ist Vitamin D enthalten.

Winterblues oder Depression?

Wenn alles nicht hilft, sollte ein Arzt feststellen, ob es sich tatsächlich um eine reine saisonale Depression handelt. Die häufigste und zielführendste Behandlung: Eine Lichttherapie. So warnt auch Dieter Kunz vor einer vorschnellen medikamentösen Behandlung: „Eine Winterdepression muss ich niemals mit Medikamenten behandeln! Mit Lichttherapie sollten sich nach spätestens zehn Tagen die Symptome bessern.“

Berufsunfähigkeit durch psychische Erkrankungen

„Anders als bei physischen Erkrankungen ist die Diagnose bei Depression und natürlich auch die Gesundung nicht so leicht zu beweisen“, erklärt Guido Lehberg, der sich als “der BU-Profi” auf die Beratung von Kunden und Maklerkollegen zum Thema Berufsunfähigkeit und Einkommensabsicherung spezialisiert hat. Zwar ist der Winterblues oft wieder vorbei, wenn sich die kalte, dunkle Jahreszeit verabschiedet. Doch nicht immer verabschieden sich damit auch die Antriebslosigkeit und der soziale Rückzug. Doch psychische Erkrankungen sind mittlerweile als Auslöser einer Berufsunfähigkeit an erster Stelle. Eine Absicherung des Einkommens wichtig. Denn egal in welchem Alter, ist leider niemand vor schweren Krankheiten gefeit.

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