Karneval, das heißt bunte Kostüme, Süßigkeiten und ausgelassene Stimmung in vielen Teilen Deutschlands. Gerade das Rheinland ist bekannt für die Ausschweifungen und die lang andauernden Festivitäten. Im katholischen Raum gilt das Fest als Vorläufer der Fastenzeit, die wiederum auf Ostern vorbereiten soll.

Weg mit dem Mummenschanz

Versetzt man eine ganze Stadt in Karnevalsrausch, so muss man damit rechnen, dass man am Ende keinen wohlerzogenen Knabenchor vor sich hat. Im Gegenteil: Die Vergangenheit zeigt, dass es in der fünften Jahreszeit durchaus oft zu Komplikationen und Verletzungen kommt. So verbot Köln zuerst 1487 die „Mummerey und Heidnische Tobung“. 1660 musste die Stadt wegen Exzessen und Todesfällen eine Schutztruppe aufstellen, die sogenannten Funken.

Gut versichert im 21. Jahrhundert

Heutzutage ist das anders. Die Jecken haben sich größtenteils unter Kontrolle. Falls nicht, so kann eine Versicherung zumindest dabei helfen, mit den finanziellen Belastungen zurecht zu kommen. Fühlt sich zum Beispiel einer der Feiernden durch zu großzügigen Alkoholkonsum ins sechzehnte Jahrhundert zurückversetzt und verlagert seine rhetorischen Künste in seine Fäuste, so ist im Falle eines Rechtsstreits eine Rechtsschutzversicherung hilfreich. Sie hilft dabei, Schadensersatzforderungen durchzusetzen. Bei Autounfällen im Jeckenwahn ist die Kasko-Versicherung zur Stelle, es sei denn, es war Alkohol im Spiel. Dann wird nämlich der Fahrer zur Kasse gebeten. Bei zu ausgelassenem Feiern helfen generell die private Haftpflicht- und die private Unfallversicherung. Hierbei gilt: Die Haftpflichtversicherung hilft dem Schadenverursacher, die Unfallversicherung dem, der den Schaden davonträgt.

Das Risiko beim Karneval

Anders ist das bei der sogenannten Kamelle. Die Süßigkeiten werden bei Karnevalsumzügen sehr gern verteilt. Am liebsten per Wurf. Bei erhöhter Geschwindigkeit kann das schon mal ins Auge gehen. Wenn das passiert, kann der Werfer dafür nicht belangt werden. Der Grund: Kamelle wird erwartet. Es ist eine langjährige Tradition, weswegen bei allen Karnevalsbesuchern, die sich in der Nähe der Wagen aufhalten, das Prinzip der Selbstverantwortung gilt. Wer kein Risiko eingehen will, muss sich den Karnevalsumzug zu Hause vor dem Fernseher ansehen.

Hilft denn gar nichts gegen Kamelle?

Das bedeutet auch, dass Schadensersatzforderungen im Fall von Kamellen-Verletzungen wenig Aussicht auf Erfolg haben. Die Rechtssprechung belegt das. Bei der privaten Unfallversicherung der Gothaer sieht es anders aus: sie deckt auch Schäden, die durch fliegende Süßwaren entstehen. Damit sind Jecken für alle Eventualitäten geschützt.

Titelbild: © lassedesignen / fotolia.com