Sie ist eine der erfolgreichsten Versicherungssparten. Und gleichzeitig macht sie keinen großen Lärm. Neben den großen Fokusthemen BU, Gewerbe oder Altersvorsorge, läuft das Geschäft beinahe nebenher. Der Eindruck des „kleinen Nebengeschäfts“ täuscht jedoch. Auch im Jahr 2017 war der gesamte Geschäftsbereich Komposit einer der wichtigsten Motoren des Konzernwachstums der Gothaer. Jetzt tritt die Sparte Komposit Privat aus dem Schatten. Mit neuen Produkten und einer neuen Produktstruktur.

Ein neuer Name ist nicht alles. Wir haben mit Ralf Dietrich, Vertriebskoordinator Komposit Partnervertriebe, über die neue Produktwelt der Gothaer für Privatkunden gesprochen.

Redaktion: Herr Dietrich, in den vergangenen Monaten wurde hinter den Kulissen der Komposit-Produktschmiede kräftig gearbeitet. Jetzt dürfen die neuen Produkte die Werkstatt verlassen: Was sind die wesentlichen Veränderungen? Und was versprechen Sie sich durch die einheitliche Gestaltung?

Ralf Dietrich: So viel vorweg: Natürlich sind nicht nur die Namen neu. Zum Ausbau unserer Wettbewerbsfähigkeit setzen wir in Zukunft auf mehr Flexibilität. Das planen wir durch die neue modulare, dreigliedrige Produktstruktur. Am Markt treten wir ab sofort also mit den drei Produktlinien Basis, Plus und Premium auf. Makler können so noch einfacher ein individuelles Angebot für ihre Kunden anfertigen.

Eine weitere Neuerung: Für mehr Transparenz und Verständlichkeit für den Kunden haben wir unsere Bedingungswerke überarbeitet. So können Kunden den konkreten Leistungsumfang der drei Produktlinien auf einen Blick erkennen.

Das Viergestirn der SHU-Produktwelt

Doch natürlich ist diese einheitliche Struktur nicht alles, was aus der Produktwerkstatt hervorging. Innovationen beinhalten auch die vier SHU-Policen. Im Interview berichtet Ralf Dietrich auch darüber. Zu den jeweiligen Antworten gelangen Sie mit einem Klick auf die folgenden Kästen.

Wohngebäudeversicherung: Schadenfreiheitsrabatt und Gebäudealtersstaffel

Laut einer Statista-Umfrage zur Wohngebäudeversicherung im Jahr 2017 haben nur rund ein Drittel (35 Prozent) der 1.022 Befragten Deutschen eine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen. Weitere 13 Prozent überlegen, sie abzuschließen. Gerade die Wetterextreme der vergangenen Monate und die dadurch verursachten gewaltigen Schäden scheinen nun den Bedarf zu wecken.

Redaktion: Ist in diesem Zusammenhang eine vermehrte Kundennachfrage nach Wohngebäudeversicherungen spürbar?

Ralf Dietrich: Das ist tatsächlich der Fall. Die Nachfrage nach Absicherung von Elementargefahren hat stark zugenommen. Im Neugeschäft, aber besonders auch bei unseren Bestandskunden, erhalten wir täglich die Anfrage zur Erweiterung der Verträge um die Elementargefahren.

Redaktion: Schadenfreiheitsklassen – sie sind vor allem in Zusammenhang mit der Kfz-Versicherung bekannt. In der neuen Wohngebäudeversicherung sind sie auch verankert. Wie profitieren Kunden der Gothaer Wohngebäudeversicherung davon?

Ralf Dietrich: Wir sind mit unserem innovativen Tarif der erste Anbieter auf dem Markt, der einen fakultativen Schadenfreiheitsrabatt bietet. Bei Schadenfreiheit können Kunden also künftig sofort in eine niedrigere SFR-Klasse einsteigen. Zusätzlich gibt es auch eine neue Gebäudealtersstaffel. Sie ist besonders attraktiv für jüngere Gebäude.

Unfallversicherung: Zusatzschutz für Kinder

Private Unfallversicherungen leisten im Schadensfall nicht oder zu wenig. So der Vorwurf. Woran liegt das?

Redaktion: Was müssen Makler in der Beratung beachten, damit sie diese öffentliche Wahrnehmung beim Kunden verändern können?

Ralf Dietrich: In der Beratung müssen klare Abgrenzung zu anderen Absicherungen – beispielsweise zur Berufsunfähigkeit oder Dread Disease – erfolgen. Eine Unfallversicherung zahlt bei Invalidität, das heißt bei einem bleibenden Gesundheitsschaden. Ferner muss diese Invalidität durch einen Unfall verursacht worden sein.

In unserer Unfallversicherung reicht der Schutz jedoch noch weiter. Die Gothaer bietet auch Schutz für Unfallschäden durch Sturz und Schwindel oder durch sogenannte Eigenbewegungen.

Redaktion: Gerade ihre Kinder wollen Eltern bestens abgesichert wissen. Welche speziellen Leistungen bietet die Unfallversicherung der Gothaer?

Ralf Dietrich: Ab Ende Februar gibt es deshalb zwei neue Bausteine. Einer davon: der „Kinder Zusatzschutz“. Kindertypische Unfälle geschehen schnell. Egal wie wachsam die Eltern sind. Deshalb nehmen wir mit dem Zusatzschutz die Sorgen: Wir erstatten Kosten von Zahnspangen oder leisten bei Unfällen, die beispielsweise durch selbstgebaute Feuerwerkskörper verursacht werden.

Redaktion: Und was ist sonst neu im Unfallschutz?

Ralf Dietrich: Der zweite wählbare Baustein ist der „Invalidität Zusatzschutz“. Bis auf wenige Ausnahmen werden wir die Mitwirkung von Krankheiten und Gebrechen bei auftretender Invalidität nicht anrechnen.

Privathaftpflichtversicherung: Bestleistungs-Garantie

Sie schützt vor den finanziellen Forderungen Dritter. Egal, ob es sich dabei um Personen-, Sach- oder Vermögensschäden handelt. Diese können schnell enorme Ausmaße annehmen.

Redaktion: Was müssen Makler in der Beratung beachten? Reicht es, eine möglichst hohe Deckungssumme festzulegen?

Ralf Dietrich: Das allein kann als Bewertung nicht ausreichen. Denn der Versicherungsinhalt ist von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich und muss deshalb passend auf die Belange des Versicherungsnehmers ermittelt und angepasst werden.

Aufgrund dieser breiten Spanne bieten wir nun neu auch eine Bestleistungs-Garantie an. Sie bietet Versicherungsschutz, wenn Mitbewerber im konkreten Schadenfall über den Gothaer-Schutz hinaus leisten würden.

Redaktion: Eine Sparoption gibt es künftig aber auch?

Ralf Dietrich: Diese ist im Basis-Tarif möglich. Er zeichnet sich durch den festen Selbstbehalt von 250 Euro für definierte Leistungen aus. Auch der Leistungsumfang der Police ist dementsprechend an den günstigeren Preis angepasst.

Hausratversicherung: Kaskoschutz für E-Bikes

Sie scheint im ersten Moment eher leicht verständlich. Bei Maklern wie bei Kunden. Doch wird der Schutz des eigenen Hab und Guts hier unterschätzt?

Besteht im Vergleich zu – auf den ersten Blick – komplexeren Beratungsthemen wie der BU oder Gewerbeversicherungen die Gefahr, dass wichtige Informationen im Kundengespräch ungeklärt bleiben?

Ralf Dietrich: Absolut richtig, das erleben wir im Alltag recht häufig auch bei unseren Bestandskunden, wo alte Versicherungsverträge nicht mehr aktualisiert wurden und beispielsweise noch alte Regelungen für die Absicherung der Fahrräder beinhalten.

Immer schneller, immer teurer: E-Bikes sind im Trend. Wie kann man sie versichern? Sind sie im üblichen Fahrradschutz einer Hausratversicherung integriert?

Ralf Dietrich: Heute fährt der Versicherungsnehmer mit hochwertigen E-Bikes. Sie sind oft in alten Verträgen nicht ausreichend abgesichert, das gilt es auch in der Neukundenberatung unbedingt zu beachten und abzufragen. Ab unserer Gothaer Hausrat Plus ist eine Kaskoversicherung für nichtversicherungspflichtige Pedelecs über den Baustein E-Bike Schutz als sinnvolle Ergänzung zur Fahrraddiebstahl abschließbar. Auch der Akkuverschleiß ist darüber versichert.

Redaktion: Herr Dietrich, vielen Dank für das ausführliche Gespräch!
Titelbild: © Gothaer