Grund zur Freude in Köln. Für das Geschäftsjahr 2017 kann der Gothaer Konzern eine gute Entwicklung vorweisen. Insgesamt stieg der Konzernüberschuss um 5,6 Prozent auf 165 Millionen Euro. „In einer langjährigen Zeitreihe ist das das höchste Ergebnis, das der Gothaer Konzern ausgewiesen hat“, sagte Konzern-Vorstandsvorsitzender Dr. Karsten Eichmann vor den versammelten Pressevertretern. Auch das Eigenkapital legte um acht Prozent zu und stieg bis zum Jahresende insgesamt auf 2,15 Milliarden Euro. Die gebuchten Bruttobeiträge wuchsen spartenübergreifend um 0,3 Prozent.

Auf der digitalen Erfolgsstraße

Was sich im ersten Moment nicht viel anhört, bedarf einer genaueren Betrachtung. Denn bis auf die Sparte Leben, die sich auch 2017 weiterhin in der Konsolidierung befand, gab es ein deutliches Plus in allen Bereichen. Insbesondere der Risikoträger Gothaer Allgemeine Versicherung erzielte mit 5,8 Prozent ein starkes Ergebnis. Bis 2020 soll nun die begonnene Transformation zu einem digitalen Risiko- und Schadenpartner vollzogen werden.

Strategische Kooperation als Fundament

Dr. Christopher Lohmann, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Allgemeine AG

„Unser Hauptaugenmerk liegt dabei nach innen auf schlankeren Prozessen und schnelleren Entscheidungswegen und einer guten Balance zwischen Wachstum und Ertrag“, erklärte Dr. Christopher Lohman, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Allgemeine Versicherung. Nach außen wolle man die Kunden durch „modulare Produkte, digitale Services und einen verbesserten Kundenservice begeistern“, so Lohmann. Dabei setze man auch auf strategische Kooperationen. Wichtige Meilensteine seien die neue Cyber-Versicherung, der Schadentracker, aber auch die Kooperation mit diversen Start-Ups.

Transformationsphase abgeschlossen

Michael Kurtenbach, Vorstandsvorsitzender bei der Gothaer Lebensversicherung AG

Obwohl die Gothaer Lebensversicherung auch 2017 noch sinkende Zahlen zu verzeichnen hat, plant die Tochter für das laufende Jahr wieder mit Wachstum. „Mit der erfolgreichen Einführung des neuen kapitaleffizienten Einmalbeitragsproduktes Gothaer Index Protect im September 2017 haben wir die Trendwende in der Neugeschäftsentwicklung eingeleitet“, verkündet Vorstand Michael Kurtenbach.

Für das erste Quartal im laufenden Jahr zeichnet sich bereits ein positiver Trend ab. Im Vorjahresvergleich stiegen die gebuchten Bruttobeiträge um zehn Prozent. Das Plus von 40 Prozent im Neugeschäft unterstreicht diese Entwicklung zusätzlich. Ein möglicher Verstärker: Das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz, das seit dem 1. Januar 2018 in Kraft ist.

Rekordjahr für die betriebliche Krankenversicherung

Oliver Schöller, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Allgemeine AG

Oliver Schoeller, Vorstandsvorsitzenden der Gothaer Krankenversicherung AG

Mit einem Zuwachs von 1,2 Prozent kann auch die Gothaer Krankenversicherung AG ein gutes Ergebnis vorlegen. Am stärksten legte das Segment betriebliche Krankenversicherung (bKV) zu. Das Wachstum von 23 Prozent im vergangenen Geschäftsjahr möchte der Vorstandsvorsitzende Oliver Schoeller auch 2018 „ausbauen und zugleich das Geschäft mit Zusatzversicherungen nochmals deutlich forcieren.“ Zahlreiche digitale Angebote für Endkunden und Vermittler seien die Basis des Erfolgs. Im Kern steht dabei die Gothaer GesundheitsApp, „in der neben der digitalen Rechnungseinreichung und Arztsuche auch umfassende Gesundheitsprogramme zugänglich gemacht werden“, so Schoeller. Durch die Kooperation mit TeleClinic werden ab Juli auch telemedizinische Leistungen zur Verfügung stehen.

Umbau hinter den Kulissen

„Es geht insgesamt darum die Mannschaft, die Führungskräfte, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrer Veränderungsfähigkeit, in ihrer Haltung und Kultur weiterzuentwickeln“, erklärt Dr. Karsten Eichmann das Programm GoAgile. Anspruch des Konzerns sei es dabei, aus eigener Kraft im digitalen Zeitalter anzukommen und anpassungsfähig zu bleiben. Dazu gehöre auch die komplette Restrukturierung der Gothaer-Systems, der hauseigenen IT-Einrichtung. Dazu wurden 80 Prozent der Führungsfunktionen neu besetzt. Auch der Anteil an weiblichen Führungskräften habe sich verdoppelt, so Eichmann. „Durch den Umbau in eine agile Organisation haben wir an Markt- und Wettbewerbsfähigkeit deutlich gewonnen“, so sein Fazit.

Ehre wem Ehre gebührt

Erfreuliche Worte fand Eichmann auch in Bezug auf den Vertriebsweg Makler. Demnach resultiere „rund die Hälfte“ des Vertriebserfolgs aus dem Maklervertrieb. Deswegen werde der Konzern auch in Zukunft in vereinfachte Vertriebs- und Serviceprozesse investieren.

Titelbild und Beitragsbilder: © Gothaer, Video: © YouTube Gothaer