Der Sommer ist endlich da. Die Kleider werden bunter. Die Hosen kürzer. Und die Fashionistas unter den Modebewussten kombinieren luftige Kleidungsstücke zu allen möglichen Styles. Über den Geschmack lässt sich bekanntlich streiten – aber eben genau das ist Mode. Individuell. Eigen. Und manchmal etwas gewagt. Gerade im Sommer – der Zeit, in der der graue Pullover endlich in die hinterste Ecke des Schrankes verbannt werden kann – macht das Kombinieren und Präsentieren von Kleidung vielen Menschen unheimlich Spaß. Doch obwohl die meisten von uns die heißen Tage lieber am Seeufer verbringen wollen, ruft auch bei schönem Wetter wieder das Büro. Ein Style mit Shorts oder dem neu gekauften Crop Top – Fehlanzeige. Oder?

Die Branche hat Style

Der Dresscode ist in den meisten Fällen abhängig von der Branche und dem zu erwartenden Kundenkontakt. Während kreative Werbeagenturen eine eher legere Kleiderordnung an den Tag legen, besitzt die Versicherungsbranche einen strengeren Dresscode. Wer viel mit Kunden arbeitet, muss sich also auf einen formelleren Kleidungsstil einstellen. Und dieser ist zudem eins: maßgeblich für die Karriere. Denn wenngleich der Spruch wie aus dem vergangenen Jahrhundert klingt, gilt im Job eben immer noch: „Kleider machen Leute“.

Mehr als nur Mode!

Zudem bestimmt die Kleidung auch die Außenwirkung. Und dabei gilt: Je mehr Stoff, desto seriöser das Wirken. Und nicht nur die Wirkung, auch die Haltung gegenüber anderen verändert sich mit der Kleidung. Der Business-Style führt laut einer Studie der Columbia University und der California State University zu kognitiven Prozessen im Gehirn des Trägers. So soll das abstrakte Denken durch das Tragen formaler Kleidung gesteigert und die Fähigkeit, Gesamtzusammenhänge zu erkennen, erhöht werden. Dieser positive Effekt entsteht nach Angaben der Wissenschaftler durch ein gesteigertes Machtgefühl. Denn wer sich wohl in seiner Haut und seiner Kleidung fühlt, beeinflusst sein Auftreten zu seinem Vorteil.

Gentleman Suit: It’s a Man Thing!

Also weiterhin Hemd, Anzug und Krawatte tragen? Leider ja. So schweißtreibend es bei den sommerlichen Temperaturen klingt, besonders für Männer gilt es kurze Shorts, offene Schuhe oder Hoodies zu vermeiden. Auch kurzärmlige Hemden sind für viele ein No-Go. Doch was, wenn die Temperaturen einen Schweißausbruch nicht vermeiden lassen? Zwischendurch können Männer das Sakko gerne auch mal ausziehen und die Hemdärmel hochkrempeln. Auch die Krawatte ist nicht in jeder Arbeitssituation erforderlich. Und auch, wenn sich Schwitzen im Sommer wohl nicht vermeiden lässt, helfen weiße oder schwarze Hemdfarben gegen die unansehnliche Fleckenbildung.

Fashion: A Women’s Problem!

Während Männer auf den traditionellen Anzug zurückgreifen können, stehen Frauen in Sachen Sommer-Style größeren Hürden gegenüber. Auch, wenn sich manche von ihnen diese gerne selbst bauen. Denn natürlich kann auch eine Frau im Büro auf das klassische Kostüm zurückgreifen. Stiftrock, weiße Bluse und Blazer gehen immer. Soll es im Sommer jedoch etwas bunter und luftiger werden, müssen viele Abwägungen getroffen werden. Nicht zu aufreizend soll es für das Büro sein, dennoch schick, nur irgendwie auch nicht bieder. Gar nicht so einfach. Und so viel zu beachten!

1. Niemals zu viel Haut zeigen!

Der Sommer verleitet zu kurzen Kleidern und Shorts. Doch was dem luftigen Look gut tut, schadet der Karriere. Zu viel Haut könnte dazu führen, dass die eigentliche Kompetenz degradiert wird. Ein professionelles Erscheinungsbild muss auch im Sommer gewahrt werden. Der Rock sollte spätestens am Knie enden und auch das Dekolleté und die Schultern sollten mit Stoffen umspielt werden.

2. Farbe bekennen, aber in Maßen

Der Sommer ist bunt. Genauso wie die meisten Kleider. Doch üppige Blumenmuster, grelle Neonfarben oder detailreiche Rüschen sollten in Maßen eingesetzt werden. Unser Tipp: Auffällige Muster und Farben gerne bei Accessoires kombinieren, zum Beispiel bei Handtaschen oder lockeren Schals.

3. Stoffe einbeziehen

Stoffe sind in der Modewelt enorm wichtig. Und bei sommerlichen Temperaturen werden sie zunehmend leichter. Chiffon, Seide oder Baumwolljersey eignen sich hervorragend. Doch die Stoffe sollten vor allem eins nicht sein. Durchsichtig! Denn ein locker fallender Stoff tendiert in hellen Farben zum Durchscheinen. Deshalb am besten zuhause im Tageslicht die Blickdichte genau prüfen.

Immer noch nichts zum Anziehen? Dann hilft vielleicht eine Studie von YouGov im Rahmen einer Angestelltenbefragung zum Thema No-Go’s an Bürokleidung weiter. Aber auch hier sind vor allem zu nackte und transparente Outfits durch den Style-Check gefallen. Unangemessen fanden die Befragten unter anderem…

  • Bauchfreie Kleidung 85% 85%
  • Transparente Oberteile 83% 83%
  • Hautenge Kleidung 64% 64%
  • Schulterfreie Oberteile 55% 55%
  • Kurze Hosen 55% 55%
  • Kapuzenpullover 54% 54%
  • Sandalen bei Männern 53% 53%
  • Kurze Röcke 28% 28%
  • Keine Krawatte bei Männern 13% 13%

Und wenn nun immer noch nicht das passende Sommer-Outfit für das Büro feststeht, kann man nur eines nachsetzen: Mode ist zum Leben da. Wohlfühlen sollte man sich also in jedem Fall darin!

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