Die Blogstruktur ist altmodisch, das Logo auch und die Produktinformationen werden von den Usern nicht mehr gefunden. Ein klassischer Fall einer verstaubten Website. Um nicht im Netz unterzugehen, muss auch der Makler seine Online-Präsenz auf dem neusten Stand halten. In solch einem Fall hilft nur ein Relaunch. Auch deshalb, weil der Fokus der letzten Jahre sich auf mobile Endgeräte verlagerte und dadurch das Surfverhalten veränderte.

Das bestätigten auch die Forschungen der Digital-Agentur Go-Globe. Demnach sollen bereits dieses Jahr 80 Prozent der weltweiten Internet-Nutzung über Mobil-Geräte wie Smartphones und Tablets ablaufen. Wer also weiterhin gefunden werden will, muss sich anpassen.

Doch dabei sind etliche Stolperfallen und Risiken zu beachten. Welche genau? Hier ein kleiner Überblick, wie der Fahrplan für eine erfolgreiche Webseiten-Rundumerneuerung aussehen kann:

Relaunch Checklist

 

Phase I: Konzeption

1.) Zielsetzung

Das Wichtigste vorweg: Welche Ziele soll und muss Ihr Website-Relaunch erreichen? Geht es lediglich um das Design? Oder um die Usability? Oder die vernachlässigten SEO-Baustellen, die aufpoliert werden müssen, damit sie das Ranking wieder verbessern? Eine aktuelle Bestandsaufnahme hilft.

Zum Beispiel in Form einer SWOT-Analyse. Das bedeutet: Sich mit der Konkurrenz, den eigenen Chancen, Schwächen und Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Und ein Alleinstellungsmerkmal auszuarbeiten, das die eigenen Dienste von anderen unterscheidet. Es ist ein essentieller Aufhänger, um sich auch in Zukunft korrekt zu orientieren.

2.) Teamarbeit

Ein Relaunch funktioniert nur mit Content-Profis, kreativen Designern und codeaffinen Programmierern. Nicht das notwendige Know-how zur Hand? Dann ist die Kooperation mit externen Dienstleistern angebracht. Die Komplexität des Projekts macht Beratung sinnvoll, damit kein Aspekt vergessen bleibt und jedes Potenzial ausgeschöpft werden kann. Denn: Ein misslungener Relaunch ist teurer als ein professionell durchgeführter.

3.) Content ist King

Ein Relaunch ist ein guter Anlass, die eigenen Inhalte zu hinterfragen. Welche Beiträge und Inhalte kamen bei der Userschaft gut an, welche eher mäßig und welche sind nach der Umstellung vielleicht nicht mehr attraktiv? Wäre ganz neuer Content, neue Kategorien oder dergleichen für den Traffic nicht besser? Bei der Analyse helfen Analyse-Tools und Dienste wie Google Analytics.

4.) Neue URLs

Besonders bei älteren Webseiten entsteht häufig im Laufe der Zeit ein Durcheinander. Aus verschachtelten Seiten, Verzeichnissen, zurückgesetzten Beiträgen und unnötig langen URLs. Dabei bevorzugt Google aber vor allem flache Hierarchien. Ebenfalls ein echter Wettbewerbsnachteil: Datei- und Ordnernamen, bestehend aus zufälligen Zeichenkolonnen. Deswegen müssen URLs immer aussagekräftig sein und ihren Inhalt prägnant auf den Punkt bringen. Keywords sind in der URL genauso wichtig wie im Titel oder der Überschrift.

Beispiel:

Schlechte URL: http://www.beispielseite.de/kat259/ebs14/25.html
Gute URL: https://www.beispielseite.de/keyword/beanies.html

5.) Design & Layout

Smartphones und mobile Gadgets sind omnipräsent. Und Webdesigner stehen täglich vor neuen Herausforderungen. Usability, User Experience, mobile Usability und Content müssen zusammenarbeiten. Neben Inhalt spielt Layout eine entscheidende Rolle. Nicht nur Farben und Bilder, auch Schriftdesign und Struktur.

Alle Vorbereitungen sind getroffen, der Relaunch beginnt. Doch welche Aspekte verdienen besonderes Augenmerk? Und was ist zu tun, nachdem die neue Webseite online ist?

 

Phase II: Vorbereitung

6.) Datensicherung

Nicht vergessen: Backup anlegen! Denn beim Relaunch kann einiges schiefgehen. Ein heißer Tool-Tipp: Screaming Frog. Damit lässt sich ein sogenannter SEO-Crawl auf der alten Seite anlegen. Dieser durchforstet die alten Seitenstrukturen und zeigt Probleme an. Auch sinnvoll: Alte Datenexports und -reportings aufheben. So lassen sich Besucherzahlen, Rankings, Verweildauer und Klicks gegenüberstellen und nachvollziehen, wo es unter Umständen Probleme und Handlungsbedarf gibt.

7.) Interne Verlinkung

Gerade überarbeitete oder neu geschaffene Seiten sollten ausreichend untereinander verlinkt sein. Nicht nur über das Hauptmenü, auch im Text. Eine gute interne Verlinkung beschleunigt die Aufnahme neuer Seiten in den Index der Suchmaschine.

8.) Weiterleitungen einrichten

Der häufigste Fehler, der bei einem Website-Relaunch gemacht wird: Unkorrekte oder fehlende Weiterleitungen.

In diesem Fall führen die Einträge bei Google und Co. nämlich ins Leere. Statt der gewünschten Seite bekommen Besucher eine 404-Fehlerseite angezeigt. Unschön und unprofessionell. Sollte das häufiger auftreten, so kann es zu Sichtbarkeits- und Rankingverlust, im schlimmsten Fall gar zum Ausschluss aus dem Index kommen. So funktioniert das in der Praxis. Grundsätzlich gibt es kein Limit für die Anzahl solcher Weiterleitungen. Zu lange Weiterleitungsketten sind jedoch zu vermeiden.

Tipp: Mit dem Browser-PlugIn Redirect Path von Ayima (für Google Chrome) können korrekte HTTP-Statuscodes von weitergeleiteten URLs überprüft werden.

9.) Ladezeiten

Oft werden beim Relaunch gleichzeitig viele neue Funktionen, Plugins, Widgets eingesetzt und ausprobiert. Für gewöhnlich sind die sehr hilfreich, allerdings verlangsamen zu viele davon in der Regel die Ladezeit der Website.

Daher drauf achten, nicht zum „Plugin-Horter“ zu werden. Auch die neudefinierte Bild- und Schriftgröße sowie Videoformate sollten bereits im Vorfeld angepasst worden sein, um keinen erkennbaren Verlust, weder in der Qualität, noch in der Ladezeit aufkommen zu lassen. Hier heißt es Kompromisse zwischen Optik, Design und PageSpeed finden.

Tipp: Das Page-Speed-Tool von Google analysiert Ladezeit und zeigt Ergebnisse, getrennt von Desktop und Mobil, auf einer Skala an. Ebenfalls nützlich ist die Tatsache, dass das Programm gleich mit Verbesserungsvorschlägen kommt.

10.) Tracking-Codes

Ist der Relaunch zum Großteil abgeschlossen, die Tracking-Codes nicht vergessen. Nur wenn die Codes von Auswertungsprogrammen wie zum Beispiel Google Analytics eingesetzt sind, ist der Erfolg des Website-Relaunches messbar.

Phase III: Monetarisierung

11.) Sitemap erstellen und Indexierung überwachen

Unabdingbar. Erstellen Sie eine aktuelle XML-Sitemap von der neuen Webseite. Hier erfahren Sie, wie das geht. Diese Sitemap übermitteln Sie anschließend über die Google Search Console an die Suchmaschine. So erleichtern Sie Google den Zugriff und folglich die Indexierung. Ebenfalls zeigt die Console Crawling-Fehler an und auch, wie viele Seiten aus der eingereichten Sitemap.xml tatsächlich verarbeitet wurden. Ist die Differenz zu groß, sollten Sie ggf. auf Fehlersuche gehen.

12.) Sichtbarkeit und Ranking im Auge behalten

Sichtbarkeit ist noch kein Garant für Erfolg, sollte jedoch im Auge behalten werden. Erst, wenn das Ranking stimmt, kommen Besucher über die Suchmaschine auf die Website. Veränderungen bei der Sichtbarkeit und beim Ranking müssen also stets klug hinterfragt werden.

13.) Besucherzahlen kontrollieren

Selbst wenn die Sichtbarkeit zunimmt und das Ranking nach dem Relaunch stabil bleibt, können Besucherzahlen und auch die Verweildauer fallen. Keine Panik. Das ist normal, denn die Suchmaschinen brauchen ein wenig Zeit, um die Veränderungen wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Sinkende Besucherzahlen können aber unabhängig von der Suchmaschinenoptimierung (SEO) auch mit der Usability (Benutzerfreundlichkeit) der neuen Webseite zusammenhängen. Hier heißt es: Abwarten und Tee trinken. Insbesondere wenn Sie viele Stammbesucher haben, müssen Sie ihnen Gelegenheit geben, sich auf der neuen Webseite zurechtzufinden.

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