Seit nun mehr zehn Monaten ist das umfassenden Reformenpaket Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft. Eines der erklärten Ziele: Die verbesserte Durchdringung der betrieblichen Altersvorsorge in Deutschland. Insbesondere bei kleineren Unternehmen. Wie die Maßnahmen gefruchtet haben, ist aktuell noch nicht abzusehen. Aber es gibt bereits Experten, die sich kritisch äußern.

Mögliche Doppelbelastung für Unternehmen

Etwa die Berater von Sopra Steria Consulting. Sie vermuten ob einer gesetzlichen Unschärfe des BRSG, dass Unternehmen Mehrfachbelastungen durch die bAV ausgesetzt werden könnten. Einer Pressemitteilung zufolge fielen die künftigen Pflichtzuschüsse zusätzlich zu den bereits freiwillig vereinbarten Förderungen an. Denn eine Anrechnung der bisherigen Zuschüsse auf die Pflichtförderung sei nicht möglich, so Sopra Steria. Der Rat von Experte Christoph Jimenez-Ramos: „Betriebe, die bereits freiwillig einen Zuschuss zahlen, sollten ihre Zusagen prüfen”.

Zeitdruck und Beratungsbedarf

Durch die rechtliche Lage können Firmen die Doppelzuschüsse vermeiden, wenn sie im Laufe dieses Jahres noch die bAV-Verträge für interessierte Mitarbeiter unter Dach und Fach bringen. Aber Unternehmen benötigen hier dringend Unterstützung. Denn, wie Dr. Klemens Surmann, Pressereferent der Gothaer, erklärt, ist „das BRSG nicht schwer, aber in seiner Struktur sicherlich ein Stück weit komplex. Hier sauber aufzuklären, zu beraten und die beste Option für den Mitarbeiter oder auch den Arbeitgeber zu finden, erfordert fundierte Expertise.“ Wer diese heute schon besitze, so Dr. Surmann, werde sich entsprechend positiv im bAV Markt positionieren können. Und: „Das gilt für Versicherer und Makler gleichermaßen.“

Auch Geringverdiener rücken in den Fokus

Eine Frage, die dabei für Vermittler laut Dr. Surmann von Bedeutung ist: „Möchte der Arbeitgeber die Verpflichtung erfüllen, oder gegebenenfalls sogar mehr bezuschussen, um ein Signal an seine Belegschaft zu geben?“ Gleichzeitig böte auch der neue Förderrahmen Up-Selling-Potenzial. „Und über die Förderrente für Geringverdiener gepaart mit der jährlich steigenden Bagatellgrenze rückt auch diese Zielgruppe verstärkt in den Fokus“, weiß Dr. Surmann.

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