Ob es um den zukünftigen Arbeitsplatz geht, um die nächste Reise oder um Finanzdienstleistungen. Immer mehr User ziehen das Internet zurate. Das ergab eine Umfrage der Unternehmensberatung Yext. So verlassen sich bereits 59 Prozent der Deutschen bei der Recherche auf elektronische Suchmaschinen. 54 Prozent hören auf Familie oder Freunde, 49 Prozent folgen den Empfehlungen von Finanzberatern. Und genau deswegen muss der Vermittler im Netz seine Sichtbarkeit im Auge behalten.

Berater im Mittelpunkt

Zunächst suchen die Kunden nach ganz profanen Dingen im Netz, wie den Öffnungszeiten oder Anfahrtswegen zu einer Bank oder einem freien Finanzdienstleister. Immerhin besuchen laut Yext 64 Prozent der User die Webseite des Anbieters. Ausschließlich über die Suchmaschinen informieren sich 37 Prozent. Etwa jeder zehnte Nutzer zieht Bewertungsportale zurate.

Dabei wird es erst hier für den Vermittler relevant. Denn nach der Recherche beginnt bei den Kunden der Entscheidungsprozess. Laut Umfrage gaben drei von vier Kunden an sich für oder gegen einen Berater zu entscheiden, nachdem sie die Bewertungen und Kundenmeinungen auf den jeweiligen Portalen gelesen haben.

Kommunikative Kanäle

Und dieser Trend ist unaufhaltsam. Wer sich innerhalb der Beratungsbranche nicht darauf einstellt, wird abgehängt. Deswegen ist die Sichtbarkeit im Netz entscheidend.

„Wenn man vor 20 Jahren eine Finanzdienstleistung benötigte, war die nächstgelegene Bankfiliale die erste Anlaufstelle. Vor fünf Jahren war es die Website der Bank. Heute gibt es eine Vielzahl von digitalen Berührungspunkten – von Suchmaschinen und Kartendiensten über Bewertungsportale bis hin zu Chatbots und Sprachassistenten“, sagt Michael Hartwig, Vertrieb in Zentraleuropa, Yext gegenüber dasinvestment.com.

Mehr Sichtbarkeit durch Portale

Digitale Sichtbarkeit ist für Berater entscheidend. Aber wo anfangen? Mit der eigenen Website, laut Marketing-Spezialistin Susanne Schönefuß:

„Ähnlich wie das Schaufenster eines Geschäfts muss die eigene Seite top gepflegt sein. Nutzer sollen mit einem Blick erkennen, ob sie hier finden, was sie suchen. Die Seite sollte technisch auf dem neusten Stand sein und auch auf mobilen Endgeräten wie Smartphone und Tablet einwandfrei funktionieren.“

Auch soziale Netzwerke wie Facebook, Xing, LinkedIn, YouTube und Co. kann der Vermittler auf sich aufmerksam machen und so seine Sichtbarkeit im Algorithmus der Suchmaschinen steigern.

Empfehlungen auf Such- und Vergleichsportalen spielen eine sehr wichtige Rolle. Jeder Vermittler sollte sie proaktiv nutzen, so die Meinung des freien Vertriebscoachs Jörg Laubrinus. Auch wenn dabei Kosten anfallen. Denn es zahlt sich aus.

„Wenn ich heute nicht in einem Portal vertreten bin, mich nicht bewerten und messen lasse und auch keinen qualifizierten Internetauftritt habe, dann signalisiere ich einem Neukunden: Es darf niemand wissen, wer ich bin und was ich mache. Ich würde jeden Kunden auffordern, mich bei einem Portal zu bewerten und aktiv hinterher sein, dass er das auch wirklich macht.“

Sie: Die digitale Marke

So schnell werden Suchmaschinen Finanz- und Versicherungsberater zwar nicht verdrängen, doch die Füße hochlegen wäre die falsche Strategie. Der richtige Ansatzpunkt? Sich selber zur lokalen Marke oder Mindmaker machen. So Vertriebscoach Thomas Ötinger vom Beratungsunternehmen Marcapo. Das Wichtigste ist dabei herauszufinden, welche Tonalität Ihre Zielgruppe hat. Stichwort: Kundenkommunikation.

„Die Mehrheit der Verbraucher entscheidet sich für den Anbieter, der ihre Bedürfnisse am besten erfüllt, der ihnen maßgeschneiderte Produkte und perfekt abgestimmte Services anbietet.“

Egal, ob die Kompetenz groß, das Fachwissen vorhanden und die Produktauswahl überzeugend ist. Ötinger warnt:

„Bleibt ein Makler unterhalb des digitalen Radars der Konsumenten, existiert er für sie schlicht und ergreifend nicht.“

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