Kein #Neuland mehr: Laut Statistischem Bundesamt nutzen 90 Prozent der Bundesbürger regelmäßig das Internet. Es integriert sich in immer weitere Bereiche des alltäglichen Lebens. Im Jahr 2018 sorgte ein Datenleck in Deutschland durchschnittlich für einen Schaden von 4,67 Millionen Dollar, umgerechnet 4,1 Millionen Euro. Mit diesen zehn Tipps könnt Ihr Eure Internet Security beim Surfen verbessern.

internet security data breaches

Quelle: Statista

1. Maskerade

Eine häufige Gefahr, der man sich vorrangig durch Kontaktversuche aus dem Netz ausgesetzt sieht, ist Social Engineering. Soll heißen: Der potenzielle Net-Verbrecher manipuliert sein Opfer, um auf diese Weise an bestimmte Daten zu kommen. Ein Beispiel dafür ist das sogenannte Phishing, bei dem der Angreifer eine falsche Identität annimmt. Dieses kann per Mail, Internetbanner oder sogar per Telefonanruf geschehen. Manchmal befindet sich Malware sogar in E-Mails von Bekannten, die unwissentlich als Transport fungieren. Das sogenannte Mouseover kann Phishing-Links erkennen – denn es zeigt die Adresse an, zu der ein Link führt.

internet security screenshot mouseover

Unten links in der Ecke ist eine Adresszeile zu sehen.

2. Ein besseres Passwort

Essentiell für die Sicherheit der eigenen Geräte ist die Wahl des richtigen Passworts oder der richtigen PIN-Nummer. Die Faustregel: Je länger das Passwort ist und umso mehr Sonderzeichen es beinhaltet, desto besser. Beim Smartphone kann schon die Erweiterung von einer 4-Nummern-PIN zur fünfstelligen Kombination für eine erhöhte Sicherheit sorgen.
Verschiedene Accounts verlangen verschiedene Passwörter. Sollte jemand an einen Zugangscode gelangen, so kann er damit nicht auf sämtliche Accounts zugreifen. In den Optionen von Smartphones lassen sich zusätzlich verschiedene Apps und Daten mit Passwörtern absichern.
Für besonders komplexe Passwörter eignen sich Passwortmanager wie Keepass oder Password Boss. Wichtig: Niemals das Passwort auf einen Zettel schreiben und irgendwo liegen lassen!

3. Datensicherung

Regelmäßige Backups verhindern, dass Daten verloren gehen. Dafür bietet sich eine externe Festplatte an. Die zu sichernden Dateien können einfach kopiert und darauf abgespeichert werden. Alternativ gibt es spezielle Software für Backups. Beispiele dafür sind Ashampoo Backup und Personal Backup.

4. Internet Security durch Abwehrstoffe

Ein weiteres Must-Have für jeden Internetbenutzer: Antiviren-Software und Malware-Blocker schützen den Computer vor allen gängigen Gefahren vom Trojaner bis zum Wurm. Kostenlose Programme wie Avira und Avast reichen hierbei aus. Hier die besten fünf Antivirenprogramme von PC-Magazin.

5. Router

Der Router ist das Tor zum Firmen- oder Heimnetz. Knackt ein Angreifer die Sicherheitsmaßnahmen, kann er ungehindert ins angeschlossene Netz und damit auch in alle verknüpften Geräte eindringen und diese kontrollieren. Genau wie bei der Passwortsicherheit eignet sich auch für den Router ein möglichst langer Schlüssel. Zudem solltet Ihr als Verschlüsselungsstandard für Ihr Netzwerk WPA2 wählen. Das normale WPA gilt als veraltet.

6. VPN

Öffentliche Internet-Hotspots sind oft nur unzureichend verschlüsselt. Aus diesem Grund solltet Ihr öffentliche Netzwerke am besten nur dann benutzen, wenn sie mit einem Virtual Private Network (VPN) surfen. Beispiele dafür sind Avira Phantom, Spyoff oder Okay Freedom. Ist kein VPN verfügbar, sollte zumindest die Datenfreigabe Eures Geräts deaktiviert werden.

7. Aktualität

Wie gefährlich veraltete Betriebssysteme oder Sicherheitssoftwares sind, zeigt der Fall der Wannacry-Ransomware vom Mai 2017. Damals hatte sich die Schadsoftware rasend schnell auf Betriebssystemen ausgebreitet, die eine alte Windows-Version benutzten. Die Lösung: Windows, Antivirenprogramme und sonstige wichtige Software sollten regelmäßig aktualisiert werden. Darunter fallen auch Browser-Plugins wie Flash, Java und Acrobat. Die „Automatische Updates“-Funktion ist angeraten. Dasselbe gilt auch für das Smartphone. Der Nutzer sollte immer darüber informiert sein, welche Berechtigungen die Apps auf dem Smartphone haben und ob sie auf dem neuesten Stand sind.

8. E-Mail-Verkehr

Sensible Daten sollten nie über eine normale E-Mail verschickt werden. Darunter fallen Bankdaten, Unternehmensinformationen und Steuerangelegenheiten. Eine Verschlüsselung ist notwendig. Wie genau das funktioniert, legt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik dar.

9. Fremde Geräte

So sicher der eigene USB-Stick für die Aufbewahrung von sensiblen Daten ist: Die Verwendung an fremden Geräten oder die Nutzung von fremden USB-Sticks kann gefährlich sein. Diese tragen möglicherweise Viren oder Spyware. Darum solltet Ihr nicht jeden Stick, den Ihr beispielsweise auf einer Messe erhaltet, an Ihre Geräte an. Internetcafés, Copyshops oder öffentliche Fotoautomaten mit USB-Anschluss sind Gefahrenherde für eine Infektion. Auch andere Geräte wie WLAN-Repeater, Smart-TVs oder Router sind nicht immer sicher. Denn deren Betriebssysteme werden nicht immer zuverlässig aktualisiert.

10. Zweifach gesichert

Eine sogenannte „Zwei-Faktoren-Sicherung“ sorgt für zusätzlichen Schutz. Bei Smartphones zum Beispiel ist nach der Eingabe der PIN optional noch ein Wischmuster verfügbar, oder die Freigabe per Fingerabdruck-Sensor. Aber auch immer mehr Websites fragen neben dem Passwort noch eine zusätzliche Verifizierung ab, etwa per SMS oder E-Mail. Mit der App „TruthFactorAuth“ lässt sich herausfinden, welche Websites bereits Zwei-Faktoren-Sicherung unterstützen.

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