Hauptsache die Chemie stimmt. Und die ist offensichtlich so gut, dass Cyberangriffe auf die deutsche Industrie, vor allem im Bereich Chemie und Automobilbau zunehmen. So wurden laut Bitkom bereits 74 Prozent aller Chemie- und Pharmaunternehmen Opfer von Sabotage, Datendiebstahl oder Wirtschaftsspionage. Herkunft der Attacken: Osteuropa und Asien.

Und der Schaden ist enorm. Der Gesamtschaden der vergangenen zwei Jahre beläuft sich auf 43,4 Milliarden Euro. Wer nicht mehr bereit ist den hohen Preis für gestohlenes Know-How und Daten zu zahlen, kommt um eine gewerbliche Cyberversicherung nicht herum.

Keine Branche ist sicher

Das Image, die Qualität und die Entwicklung innovativer Ideen. Das alles macht Deutsche Industrieunternehmen zu einem beliebten Ziel für Wirtschaftsspionage. Am härtesten betroffen: Die Chemie- und Pharmabranche. Zu diesem Ergebnis kam die Studie des Digitalverbands. Dafür befragt: 503 Geschäftsführer und Sicherheitsverantwortliche quer durch alle Industriebranchen.

Hier gaben laut Bitkom drei von vier Firmen an (74 Prozent), in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Cyberangriffen geworden zu sein. Weitere 22 Prozent vermuten ebenfalls davon betroffen zu sein.

Weitere Bereiche vermehrter Cyberangriffe:

  • Automobilbau (68 Prozent)
  • Maschinen- und Anlagenbau (67 Prozent)
  • Hersteller von Kommunikations- und Elektrotechnik (63 Prozent)

„Deutsche Industrieunternehmen verfügen über einmaliges Spezialwissen. Das macht sie erfolgreich und gleichzeitig attraktiv für Angriffe“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Kleine Daten, großes Geld

43,4 Milliarden Euro. So hoch ist der Gesamtschaden, der in der Industrie durch Sabotage, Datendiebstahl oder Spionage in den vergangenen zwei Jahren entstand. Kein Wunder, denn die Fälle von Cyberkriminalität nahmen zu. Die häufigsten Attacken: Computerbetrug (63.939 Fälle), Datenklau (9.600 Fälle) und Datenfälschung (8.352 Fälle).

Cyberkriminalität

Cyberkriminalität / Quelle: Statista

Dabei kostet eine Datenpanne das Unternehmen im Schnitt 3,62 Millionen US-Dollar. Das geht aus der aktuellen Ausgabe der Cost of Data Breach Study hervor. In Deutschland kostet laut Untersuchung ein Cyberangriff auf sensible und wirtschaftlich wertvolle Daten 3,7 Millionen US-Dollar (3,4 Millionen Euro).

Datenpanne Kosten

Datenpanne / Quelle: Statista

Cyberangriffe: Egal aus welcher Richtung, immer geschützt

Und woher stammen die meisten Cyberangriffe? Überraschenderweise aus Deutschland (36 Prozent). 24 Prozent der Unternehmen gehen von Russland als Ursprung der Angriffe aus, 18 Prozent nennen China. Dahinter folgen Japan und Osteuropa (ohne Russland) mit jeweils 17 Prozent. Die USA sehen 15 Prozent der Betroffenen als Herkunftsland der Attacken, 13 Prozent waren sich nicht sicher, aus welcher Region die Angriffe ausgingen.

„Um das globale Cyberspace sicherer zu machen, müssen Regierungen und Unternehmen noch besser zusammenarbeiten“, so Berg. „In Deutschland sind der Nationale Cyber-Sicherheitsrat, die Allianz für Cybersicherheit und die Sicherheitskooperation Cybercrime gute Beispiele dafür, wie durch die Kooperation von Staat und Wirtschaft mehr Cybersicherheit entstehen kann.“

Allerdings werden die Risiken von den Unternehmen immer noch unterschätzt. Virenschutzprogramme oder Firewall? Reichen bei Weitem nicht mehr aus. Deswegen bietet die Gothaer auch eine umfassende Cyber-Versicherung, als adäquate Versicherungslösung zum Schutz bei Cyber-Schäden an.

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