Wie verschuldet ist Deutschland? Diese Frage stellt sich die Wirtschaftsauskunftei Creditreform jedes Jahr aufs Neue in ihrem Schuldenatlas. Erstmals seit 2013 sieht der gesamtdeutsche Trend positiv aus. Trotzdem bleibt die Situation in vielen Bereichen bedenklich. Insbesondere bei den älteren Generationen.

Erstmals seit 2013 Rückgang

Wie der Schuldenatlas zeigt, ist die Zahl der überschuldeten Privatpersonen in Deutschland rückläufig. Die Zahl ging im vergangenen Jahr um 0,1 Prozent zurück. Trotzdem weisen immer noch mehr als 6,9 Millionen Deutsche laut Creditreform „nachhaltige Zahlungsstörungen“ auf. Die Überschuldungsquote liegt damit zum 1. Oktober 2019 bei zehn Prozent. Dabei nahm insbesondere die Anzahl der „harten“ Fälle ab. Also Überschuldungsfälle mit „juristisch relevanten Sachverhalten“. Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten sie ein Minus von drei Prozent.

Positive Entwicklung im Osten

Insbesondere in den neuen Bundesländern verbesserte sich die Gesamtlage. Bei der absoluten Fallzahl verbuchte der Osten einen Rückgang von 11.000 Fällen. Im Westen nahm die Überschuldung hingegen wieder zu. Auch die „harten“ Überschuldungsfälle nahmen in den neuen Bundesländern stärker ab.

Frauen verschulden sich zunehmend

Die Verteilung zwischen den Geschlechtern verschiebt sich langsam. Zwar ist der Anteil an verschuldeten Männern mit 12,5 Prozent immer noch höher als der Anteil der verschuldeten Frauen. Dieser liegt bei 7,65 Prozent. Der Trend entwickelt sich allerdings gegenläufig: Überschuldungsfälle bei Frauen nahmen in diesem Jahr um 6.000 zu, bei Männern um 16.000 ab. Dramatisch ist die Lage bei Rentnern über 70: Im Vorjahresvergleich stieg die absolute Zahl der verschuldeten Rentner um 45 Prozent. Die Überschuldungsquote wiederum bleibt stabil bei 2,95 Prozent – und damit deutlich unter den anderen Altersgruppen. Der Langzeittrend seit 2013 zeigt aber eine überdurchschnittliche Zunahme an Überschuldungsfällen in diesem Alterssegment. Nämlich 243 Prozent.

Deutliche Signale an Vermittler

Die Entwicklung bestätigt vor allem eines: Die qualifizierte Beratung im Bereich der persönlichen Altersvorsorge wird immer wichtiger. Denn Armut im Alter lässt sich kaum bekämpfen. Sondern nur vorbeugen. Gerade für Frauen, das zeigen auch andere Studien, spielt die rechtzeitige und richtige Altersvorsorge eine kritische Rolle. Ein möglicherweise positives Zeichen kommt indes von der Regierung: SPD und Union haben sich bei der Kabinettsklausur am Montag auf eine Entlastung der Betriebsrentner geeinigt. Das berichtet der Versicherungsbote. Statt der bisherigen Freigrenze von knapp 155 Euro soll es ab 2020 einen Freibetrag von 159 Euro geben. Damit würde die viel kritisierte Doppelverbeitragung deutlich entschärft. Betriebsrentner müssen so nur noch auf den Teil ihrer Betriebsrente Kassenbeiträge zahlen, der oberhalb des Freibetrags liegt. Auch für Makler bedeutet das eine Erleichterung in der Beratung und ein zusätzliches Abschluss-Argument.

Titelbild: ©Kevin Carden/stock.adobe.com

Konstantin von Essen

Exil-Hamburger, dem es an der Isar überraschend gut gefällt. Entschied sich nach dem Politik- und Geschichtsstudium in der schwäbischen Provinz gegen die Karriere als Taxifahrer. Und ist seit 2017 Redakteur der NewFinance Mediengesellschaft.

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