Schon ein mal etwas von Datenfäule gehört? Nein? Gut! Dann habt Ihr bis jetzt Glück gehabt. Ihr solltet allerdings zukünftig beim Thema Daten nicht mehr nur auf Glück vertrauen. Das kann ins Auge gehen. Klären wir aber zunächst, was Datenfäule eigentlich bedeutet. 

Faul ist nie gut – Bitrot im Überblick

Natürlich faulen Daten nicht, wie wir das von Obst oder Gemüse kennen. Ein im Grunde treffenderer Begriff ist Datenverfall oder auch Datenkorruption, englisch Bitrot genannt. Hinter allen Bezeichnungen steckt das Selbe: Daten gehen kaputt und verursachen durch ihren Defekt größere Schäden am gesamten System. Im schlimmsten Fall können sämtliche geschäftsrelevante Daten eines Unternehmens betroffen sein. Wer dann nicht vorgesorgt hat, also eine Datensicherung oder auch Backup gemacht hat, sieht sich mit massiven Problemen konfrontiert. Dabei reicht ein einziges kaputtes Byte aus, um für verheerenden Schaden zu sorgen. Wie genau kommt es aber nun zur Datenfäule, zum Bitrot? 

Eine ganze Welt liegt zwischen Null und Eins

Dir kleinste binäre Informationseinheit ist ein Bit. Bits haben entweder der Zustand Null oder eins. Über diese Binärzustände erfolgt die digitale Kommunikation. Viele Bits ergeben größere Datenmengen und lassen sich clustern. Diese Cluster kann man durch Magnetismus beispielsweise auf sogenannten HDDs (hard disk drives) speichern. Hierzulande nennt man diese HDDs Festplatten. Die Bits können im Laufe der Zeit allerdings ihre magnetische Polarität umkehren. Geschieht dies häufiger und ohne Korrektur, droht Bitrot. Eine Speicheralternative sind die sogenannten SSDs (solid state drive). Bei diesen kommt eine Isolierschicht zum Einsatz, um die geladenen Elektronen in mikroskopisch kleinen Transistoren einzulagern. Diese Isolierschicht kann sich durch äußere Einflüsse wie zum Beispiel Wärme zersetzen, sodass die Elektronen entweichen. Auch hier droht am Ende: Bitrot. 

Sorgfalt ist die Mutter der Datenverwaltung

Bevor sich nun Panik breit macht: dieses Phänomen tritt nicht allzu häufig auf. Denn grundsätzlich halten Festplatten – ob nun im Dauergebrauch oder in „Lagerhaltung“ – über Jahrzehnte. Vorsicht allerdings bei SSDs: Hier kann durch falsche Lagerung, beispielsweise bei zu hohen Temperaturen, schon innerhalb weniger Jahre Datenverlust drohen. Fatal ist, dass nur ein einziges „umgekipptes“ Bit ausreicht, um ganze Dateien unbrauchbar zu machen. Vor allem, wenn das Speichermedium gelagert wird, sich also nicht in ständigem Gebrauch befindet, fällt der Datenverfall unter Umständen erst viel später auf. Dann allerdings lässt er sich nicht mehr beheben. Das Problem hierbei ist, dass nicht nur die Daten unbrauchbar sind, sondern gegebenenfalls der Datenverlust einen Datenschutzverstoß bedeutet. Dann nämlich beispielsweise, wenn regulatorische Vorgaben zur Aufbewahrung von Daten verletzt werden. Im schlimmsten Fall drohen dafür nicht unerhebliche Strafzahlungen und die Reputation des Unternehmens nimmt Schaden. Die wirtschaftlichen Folgen können immens sein. Deshalb muss bei der Datenverwaltung beziehungsweise -speicherung große Sorgfalt angewendet werden.

Doch wie lässt sich Bitrot nun eigentlich verhindern?

Natürlich gibt es Mittel und Wege, wie sich Datenfäule verhindern lässt:

  1. Sofern Daten auf Festplatte oder SSD in Schrank oder Tresor liegen, empfiehlt es sich, diese ab und an in Betrieb zu nehmen. Am besten macht Ihr Euch einen festen Zeitplan dafür. Bei HDDs ist das im Abstand von ein bis zwei Jahren ratsam, bei SSDs mindestens zweimal im Jahr.
  2. Festplatten und SSDs, die sich nicht in regelmäßigem Gebrauch befinden, bewahrt Ihr am besten in einem feuerfesten Tresor und bei gleichbleibenden nicht zu hohen Temperaturen auf.
  3. Wechselt ältere Speichermedien rechtzeitig aus.
  4. Variiert unterschiedliche Speichermedien. Und vor allem behaltet den Markt im Auge – es werden immer wieder bessere Lösungen entwickelt, die noch sicherer und langlebiger sind.
  5. Schützt Eure Daten durch regelmäßige Backups. Am besten etabliert Ihr hierfür einen automatisierten Prozess.

Empfehlenswert für Backups ist zum Beispiel die 3-2-1-Regel. Diese besagt, dass von sämtlichen Unternehmensdaten drei Kopien auf mindestens zwei unterschiedlichen Speichermedien gesichert sein sollen, von denen sich wiederum eines möglichst weit entfernt des Unternehmenssitzes befindet. Dabei ist der Begriff Kopien nicht ganz zutreffend: denn eine Kopie sind quasi die Original-Daten, mit denen täglich gearbeitet wird – die sogenannten Primär-Daten. Zwei Kopien dienen dann als Backups. Mit dieser Methode liegt das Risiko eines Datenverlusts bei 1:10.000. 

Titelbild: © bobex73 / stock.adobe.com

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