Die betriebliche Krankenversicherung ist seit einigen Jahren stark im Kommen. Doch wie hilft sie im „War for Talents“ und wie unterstützt die Gothaer bei der Vermittlung?

Drei Modelle für die betriebliche Krankenversicherung

Grundlegend gibt es die betriebliche Krankenversicherung in drei verschiedenen Modellen. Im arbeitgeberfinanzierten Modell beteiligt sich – Nomen est Omen – der Arbeitgeber mit 100 Prozent an der bKV. Hier sind die geleisteten Beiträge vollständig als Betriebsaufgabe abzugsfähig. Die Mischfinanzierung wiederum sieht vor, dass Arbeitnehmer und -geber sich jeweils anteilig am Beitrag beteiligen. In diesem Modell verrechnet der Arbeitgeber den Anteil des Arbeitnehmers mit dem Gehalt. Und bei der Arbeitnehmerfinanzierung schließt der Arbeitgeber einen Rahmenvertrag ab, der den Mitarbeitern günstige Tarife für Zusatzleistungen garantiert. Die Mitarbeiter entscheiden dann selbst, in welchem Umfang sie das Angebot nutzen wollen.

Was lässt sich über eine bKV alles abdecken? Einige Details dazu im Video:

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Die betriebliche Krankenversicherung in Zahlen

Nachdem die betriebliche Krankenversicherung lange Zeit eine Art Nischendasein fristete, begann der Markt vor ein paar Jahren mit einer durchaus dynamischen Entwicklung. Zahlen des PKV-Verbands zeigen, dass die Zahl der Arbeitnehmer, die betrieblich krankenversichert sind, zwischen 2015 und 2020 von 0,57 Millionen auf 1,04 Millionen zunahm. Allein 2019 wuchs die Zahl der deutschen Unternehmen, die die bKV im Repertoire haben, um 32 Prozent. Laut PKV-Verband waren es im Jahr 2015 noch 3.850 Betriebe, die eine bKV anboten, fünf Jahre später knapp 13.500. Die Zahlen zeigen deutlich, dass sich die betriebliche Krankenversicherung wachsender Beliebtheit erfreut.

Die letzte große Nische?

Trotzdem aber ist der Markt noch weitgehend unerschlossen. Noch im Jahr 2020 nutzte im Schnitt lediglich eines aus 40 deutschen Unternehmen die bKV. Der KV-Experte Andreas Trautner sieht hier ein großes Potential für die Beratung und Vermittlung. „Die betriebliche Krankenversicherung ist das letzte große unbesetzte Feld“, sagte Trautner dazu im Gothaer MaklerTV. Für Vermittler bedeutet das zweierlei: Erstens besteht bei vielen Kunden noch Beratungsbedarf und zweitens können sie eine freie Nische besetzen, um dort ihr Geschäftsmodell zu erweitern oder gar eine Neuausrichtung vorzunehmen.

„Wir stellen vermehrt fest, dass Betriebsräte über den Arbeitgeber nach der Sozialleistung bKV fragen und den Wunsch nach einer Absicherung der Kolleginnen und Kollegen äußern. Das Thema bKV gewinnt bei Vermittlern und Mitarbeitern an Breite.” – Rainer Ebenkamp, Leiter Gesundheit Vertriebsunterstützung der Gothaer Krankenversicherung AG

Zunächst einmal spielt der demographische Wandel eine Rolle bei der plötzlichen Beliebtheit der bKV. Laut Ebenkamp gehen die geburtenstarken Babyboomer derzeit sukzessiv in den Ruhestand, die Belegschaften altern. Mittlerweile ist etwa ein Fünftel der Bevölkerung älter als 65 Jahre. Damit steigt das Risiko für verschiedene Erkrankungen innerhalb der Firmen. Mitarbeiter, die erkranken, fallen dann länger aus als ihre jüngeren Kollegen. Der Lösungsansatz: Eine betriebliche Krankenversicherung als private Zusatzversicherung kann zu einer hochwertigeren und schnelleren Behandlung beitragen.

Die bKV kann weiterhin den Zugang zu exklusiven Dienstleistungen bieten, die nur über einen Gruppenvertrag abschließbar sind. Darunter können zum Beispiel bestimmte Schutzimpfungen fallen, die von vielen Krankenkassen nicht übernommen werden.

Unternehmen scheuen den Aufwand

Doch warum ist der bKV-Markt derartig unerschlossen? Oliver Brüß, Vertriebsvorstand der Gothaer, vermutet den hohen Aufwand als einen Faktor, der gerade bei kleineren Unternehmen lange gegen eine bKV sprach. „Vermutlich treibt die Sorge um zu viel Aufwand und zu hohe Kosten die KMUs dazu, auf eine bAV oder bKV zu verzichten“, sagte er dazu in einer Pressemeldung. Und gibt gleichzeitig Entwarnung: „Dank digitaler Verwaltung können allerdings auch kleine Unternehmen eine betriebliche Altersvorsorge und Krankenversicherung ohne großen Verwaltungsaufwand anbieten und damit auch bei der Gewinnung von Mitarbeitern punkten.“

Kampf um die Köpfe

Bei Mitarbeitern zu punkten, ist vor allem vor dem Hintergrund des „War for Talent“ ein wichtiger Aspekt für Unternehmen. Dieser „Krieg um die Köpfe“ ist schnell erklärt: Weil der Arbeitsmarkt zunehmend schrumpft – eben auch wegen der bereits erwähnten Babyboomer – ist es für Unternehmen schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter zu finden und diese dann auch zu halten. Die bKV kann hier einen Anreiz bieten. Der Arbeitgeber tritt durch das Angebot einer bKV als soziales Unternehmen in Erscheinung. Zudem kann es Mitarbeiter motivieren, weil diese sich besser unterstützt fühlen.

Dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) zufolge sind vor allem die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) vom Fachkräftemangel betroffen. Dasselbe gilt für den Gesundheitssektor. Die neuen Bundesländer und der Süden Deutschlands haben hierbei besondere Probleme dabei, neue Mitarbeiter zu finden. Mehr als 50 Prozent aller Unternehmen in der Bundesrepublik haben den Fachkräftemangel als größte Gefahr für ihre Geschäftsentwicklung angegeben. Die bKV unterstützt einerseits die Mitarbeiter, die bereits im Unternehmen tätig sind, und kann andererseits als Anreiz für Arbeitssuchende gelten, die zufällig auf das Unternehmen stoßen. Die jährliche Gothaer KMU-Studie stellte 2020 fest, dass derlei Instrumente tatsächlich gut bei den Arbeitgebern ankommen. 43 Prozent aller Arbeitnehmer wünschten sich eine bAV oder betriebliche Gesundheitsförderung.

Wie berate ich betriebliche Krankenversicherung

Hier sind nun die Vermittler gefragt. Aufgrund der noch geringen Verbreitung der bKV besteht ein großer Beratungsbedarf. Wie die erfolgreiche bKV-Beratung aussieht, haben wir bei Robert Zubcic, Geschäftsführer der VorsorgeConcepte GmbH und seit 2005 Partner der Gothaer Versicherung, nachgefragt. Er rät zu den folgenden Schritten:

  • Sich intensiv mit dem Unternehmen und dessen Gepflogenheiten auseinander zu setzen
  • Den Kunden auf seine Schwachstellen hin analysieren – wie lassen sich Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen binden?
  • Das Gespräch auf verschiedenen Ebenen suchen: Beim Geschäftsführer, bei Vorgesetzten und beim Personalverantwortlichen
  • Faktoren wie Krankenstand, Mitarbeiterstruktur oder die Fluktuationsrate mit einbeziehen – aber auch Dinge wie das Gehalt und Lohnnebenkosten
  • Gemeinsam mit der Geschäftsleitung, dem Personal- und Abteilungsleiter anhand einer Beispielrechnung klären, wie viel eine Gehaltserhöhung den Arbeitgeber kostet und wie das beim Mitarbeiter ankommt

Weitere Informationen dazu teilt Zubcic im Interview mit.

„Die Erfahrung zeigt, dass zu viel im Produktverkauf verharrt wird. Am Ende bleibt es ein Produktverkauf einer Krankenzusatzversicherung. Besser wäre es, das Thema aus betriebs- und personalwirtschaftlicher Sicht anzugehen.” – KV-Experte Andreas Trautner über die bKV

Unterstützung von der Gothaer

Die Gothaer steht dem Vermittler in der Beratung tatkräftig zur Seite. Diese können auf die umfangreiche bKV-Mappe zurückgreifen. Darin befinden sich unter anderem Makler-Broschüre mit aktuellen Studienergebnissen und grundsätzlichen Informationen zum Thema bKV, Präsentationen zur individuellen Firmen-Ansprache und Informationen zum bKV-Produktangebot MediGroup. Weitere Informationen erhalten Vermittler bei den zuständigen Maklerbetreuern.

Zusätzlich gibt es seit wenigen Monaten das neue Gothaer-Arbeitgeber-Portal von ePension. Damit ist die zentrale Verwaltung beider Produkte – bAV und bKV – über ein einzelnes Portal möglich. Dieses Portal funktioniert auf schnelle, intuitive Weise, spart Zeit und verschlankt die Arbeitsprozesse aller beteiligten Parteien. Mit diesem Portal nimmt die Gothaer eine Pionierposition am Markt ein und befördert zugleich die Digitalisierung.

Titelbild: ©opolja/ stock.adobe.com

Lars Nievelstein

Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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