Die betriebliche Altersversorgung (bAV) beziehungsweise Betriebsrente ist eine komplexe Sache . Was letztlich zu einem bisher eher geringen Verbreitungsgrad der zweiten Säule des Alterssicherungssystems geführt hat. Mit dem BRSG (bislang auch „Nahles-Rente“ genannt nach der Bundesministerin für Arbeit und Soziales Andrea Nahles) wird sich das von Anfang nächsten Jahres an ändern. Zielgruppe des neuen, dann sechsten bAV-Durchführungsweges, sind vor allem diejenigen, die bisher wenig bis gar nicht vorgesorgt haben. Dazu zählen vor allem Beschäftigte in kleinen und mittleren Betrieben und Geringverdiener. Von denen haben viele weder eine Riester-Rente noch eine betriebliche Altersvorsorge.

Reine Beitragszusage: Ohne Garantien wird’s rentabler

Das Sozialpartnermodell ist unlängst mit seinen Kernbausteinen nahezu unverändert zum Regierungsentwurf verabschiedet worden. Konkret bedeutet das, dass die reine Beitragszusage von den Tarifvertragsparteien, also Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften, in externen Versorgungseinrichtungen organisiert werden kann. Das Sozialpartnermodell untersagt sogar Garantien. Oder anders ausgedrückt: Die künftige Rente wird auf reinen Beitragszusagen basieren und ohne Garantien oder Haftungen seitens des Arbeitgebers angeboten. Und das, obwohl bei der Altersvorsorge doch meist die Sicherheit ganz weit oben auf der Prioritätenliste steht.

Was Kritiker häufig nicht bedenken: Garantien in der Altersvorsorge sind teuer und bringen bei langen Anlagezeiträumen häufig nur geringen Nutzen. Stattdessen erhöhen fest zugesagte Garantien über die gesamte Laufzeit die Kosten teils deutlich. Michael Kurtenbach, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Lebensversicherung, erklärt das so:

„Zu hohe Garantien verringern die Ertragschancen erheblich. Stattdessen könnten die Versicherer profitabler anlegen, wenn sie nicht hundert Prozent der gezahlten Beiträge garantieren müssten. Wir beobachten schon länger, dass durch niedrigere Garantien höhere Ablaufleistungen zu erzielen sind.”

Die Tarifpartner können künftig ein sogenanntes Opting-out vereinbaren. Das bedeutet: Mussten Arbeitnehmer, die eine Betriebsrente abschließen wollten, bisher auf den Arbeitgeber zugehen, müssten sie bei einem Opting-out nicht aktiv werden. Stattdessen wird der Spieß umgedreht: Wer keine Betriebsrente will, muss explizit darauf verzichten. Den Tarifparteien wird also die Möglichkeit eingeräumt, arbeitsvertraglich eine automatische Entgeltumwandlung vorzusehen, wenn der Versorgungsberechtigte nicht ausdrücklich widerspricht.

Geringverdiener profitieren mehrfach: Der Gesetzgeber verzichtet bis zu einem Betrag von 202 Euro auf die Anrechnung der Bezüge auf die gesetzliche Rente im Alter. Bisher minderte jeder Euro an betrieblicher Vorsorge die in Anspruch genommene Grundsicherung. Rentner, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, sparten im Endeffekt also umsonst.

Vorteile für Geringverdiener, Zuschusspflicht für Arbeitgeber

Außerdem gibt es für Arbeitnehmer mit geringem Monatseinkommen einen Zuschuss, wenn der Arbeitgeber für sie zusätzlich in die betriebliche Altersvorsorge einzahlt. Und so funktioniert es: Firmen, die Beschäftigten mit weniger als 2.200 Euro Bruttoeinkommen beim Ansparen einer Betriebsrente helfen, erhalten einen Zuschuss vom Staat, den sie einfach durch Abzug von der Lohnsteuer einbehalten können. Für einen jährlichen Zuschuss zwischen 240 und 480 Euro erhält der Arbeitgeber 30 Prozent, also 72 bis 144 Euro.

Der Arbeitgeber wird verpflichtet, die Einsparungen bei den Sozialversicherungsbeiträgen, die er bei einer Entgeltumwandlung seiner Mitarbeiter erzielt, zu etwa drei Viertel an den Arbeitnehmer weiterzugeben. Ganz konkret heißt das für die Unternehmen: Der Arbeitgeber zahlt 15 Prozent auf die Entgeltumwandlung des Arbeitnehmers direkt in dessen Altersversorgungsvertrag ein. Das gilt nicht nur für Neuverträge, sondern ab dem Jahr 2022 auch für alle heute bereits bestehenden Entgeltumwandlungen.

Das Rentenwerk
Gemeinsam mit vier weiteren Lebensversicherern bietet die Gothaer unter dem Namen „Das Rentenwerk“ eine flexible Betriebsrente, die Arbeitgeber und Gewerkschaften an ihre Bedürfnisse anpassen können. Werte wie Solidarität und Fairness kennzeichnen das Angebot. Das transparente und kostengünstige Produkt ermöglicht auch im Umfeld niedriger Zinsen attraktive Renditen. Alle am „Rentenwerk“ beteiligten Unternehmen oder deren Obergesellschaften sind wie die Gothaer Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit gerichtet. Das bedeutet: Sie sind vor allem ihren Kunden verpflichtet, nicht externen Aktionären oder dem Votum des Kapitalmarkts.

Bereits heute verwalten sie über eine Million Verträge in der betrieblichen Altersvorsorge. Das entspricht einem Marktanteil von sieben Prozent. Das „Rentenwerk“ besteht aus der Barmenia Lebensversicherung a.G., der Debeka Lebensversicherungsverein a.G., der Stuttgarter Lebensversicherung a.G., der Gothaer Lebensversicherung AG und der HUK-COBURG-Lebensversicherung AG.

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