Die Blockchainanwendung Bitcoin ist wegen horrenden Energieverbrauchs in der Kritik. Welcher Mechanismus sorgt für den Energieaufwand? Und wann kann er der Umwelt sogar helfen?   

Der Bitcoin als Umweltsünder? 

Dass die Kryptowährung Bitcoin umweltschädlich sein soll, klingt erst einmal absurd. Für das digitale Geld muss kein Baum gefällt und kein Metall geschürft werden. Jedoch benötigt die Kryptowährung sehr viel Energie. Laut einer aktuellen Studie der University of Cambridge verbrauchen die riesigen Serverfarmen, über die der Bitcoin abgewickelt wird, in einem Jahr mehr Strom als die Niederlande mit immerhin 17 Millionen Einwohnern.  

Mit der wachsenden Beliebtheit der Kryptowährung wird der Energieverbrauch auch weiter phänomenal ansteigen. So benötigte Bitcoin laut Cambridge-Studie zu Beginn des Jahres 2017 noch 6,6 Terawattstunden Strom pro Jahr. Im Oktober 2020 betrug der Verbrauch aber schon 67 Terawattstunden. Anfang 2021, nur ein paar Monate später, kletterten die Zahlen laut Studie auf ganze 121 Terawattstunden. 

Bitcoin benötigt also jede Menge Energie – zum Vergleich: Laut Deutscher Welle verbraucht eine einzige Bitcoin-Transaktion denselben Strom wie 453.000 Transaktionen mit einer Kreditkarte. Das liegt daran, dass das Mining, mit dem bei einer Kryptowährung Transaktionen verifiziert und Coins generiert werden, einen sehr hohen Energieaufwand hat.   

Warum braucht Blockchain eigentlich so viel Energie? 

Dahinter steckt die Blockchain-Technologie: Damit werden in einem Peer-to Peer Computernetzwerk – beispielsweise bei der Kryptowährung Bitcoin  alle Transaktionen in “verketteten” Blöcken dokumentiert. Bei einer neuen Transaktion wird ein neuer Block hinzugefügt und die Informationen dazu auf alle anderen Blöcke verteilt.  

Es gibt also keinen zentralen Server, stattdessen hat jeder Teilnehmer des Netzwerks dezentral und transparent Zugang zu allen Informationen zu den Transaktionen. Die sogenannten Miner sichern das Bitcoin-Netzwerk, indem sie Transaktionen zusammenfassen und validieren.   

Um die Blockhain-Technologie am Laufen zu halten und neue Coins zu schürfen, müssen die Rechner der Miner allerdings immer schwierigere mathematische Probleme lösen. So haben sie einen dementsprechend hohen Energieverbrauch. Was sich besonders negativ auf die Ökobilanz auswirkt: Das Mining findet meist in China statt, das bei der Stromherstellung häufig auf klimaschädliche Kohlekraftwerke setzt. 

Mehr ist nicht immer besser  

Ein weiteres Problem liegt darin, dass es sich für diMiner bei steigenden Bicoin-Preisen lohnt, eine hohe Rechenleistung zu haben. Denn dann erhöhen sich ihre Chancen Bitcoins zu schürfen und Geld zu verdienen. “Je höher der Preis, desto mehr verdienen die Miner und desto größer ist der Anreiz, mehr Maschinen zum Netzwerk hinzuzufügen”, sagt der niederländische Ökonom Alex de Vries der Deutschen Welle 

Dabei gäbe es gegen diesen Teufelskreis Alternativen: Andere Kryptowährungen machen zum Beispiel den Prozess der Blockbildung vom Vermögen und nicht von der Rechenleistung abhängig: “Theoretisch könnte man diese Modifikation auch in Bitcoin implementieren”, erklärt de Vries. Dies könnte dazu führen, dass Miner eher dazu bereit sind, Energie zu sparen  

Blockchain ist viel mehr als nur Bitcoin  

Denn Kryptowährungen sind nur ein Teil dessen, was die Blockchain-Technologie ermöglichen kann. Tatsächlich kann Blockchain für viele weitere Bereiche eingesetzt werden und dort durchaus für mehr Nachhaltigkeit sorgen. Durch ihre Eigenschaft, Daten unveränderlich aufzuzeichnen, hat die Blockchain für den Umweltschutz ein besonders großes Potenzial.   

Aktuell wird sie bereits genutzt, um Daten über die natürliche Umwelt aufzuzeichnen und Veränderungen in Ökosystemen zu erfassen. Im Handel gibt es unter anderem Anwendungen, die verantwortungsvoll gefangenen Fisch nachverfolgbar machen und Öko-Zertifizierungen nachweisen, erklärt zum Beispiel Arman Sarhaddar, CEO der Vault Security Systems AG, im Interview mit dem Digitalportal industry-of-things.de. 

Transparenz für alle 

Außerdem ist es über die BlockchainTechnologie möglich, Lieferketten zu überwachen und diese nicht nur effizienter zu gestalten, sondern auch Fälschungen zu entdecken. Dies würde dazu führen, dass man umweltschädliche Emissionen bei Transport und Produktion senken kann. Außerdem können sich die Verbraucher so vor Falschinformationen schützen 

Das Potenzial deBlockchain-Technologie liegt also vor allem in der Transparenz für alle Teilnehmer. Verbraucher und Vermittler können einsehen, wie ein Produkt oder eine Transaktion genau zustande gekommen ist und ob der Prozess wirklich nachhaltig war.  

Noch stecken die Ansätze dazu in den Kinderschuhen. Sobald die Rechner aber leistungsfähiger werden, könnte die Blockchain-Technologie einen beispiellosen Siegeszug antreten. Damit wäre die Grundlage geschaffen, die Finanz- und Logistik-Branche völlig umzukrempeln.   

Bis dahin muss auch eine Antwort auf die Cyberkriminalität von Blockchain-Betrügern gefunden werden. Diese zocken gerade bei Kryptowährungen unwissende Nutzer ab. 

Ein treuer Begleiter durch diese technologisch spanenden Zeit ist die Cyberversicherung der Gothaer 

Titelbild: © Grandfailure/stockAdobe.com

Lisa Mayerhofer

Mitglied der NewFinance-Redaktion mit vorherigen Stationen beim Süddeutschen Verlag und Burda Forward.

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