Mobilität ist alles. Sei es nun auf dem Weg zur Arbeit, zum nächsten Geschäftstermin oder einer Dienstreise: Jeder Termin will eingehalten werden. Manche Locations sind aber nicht einfach so zu Fuß erreichbar. Wer als Vertriebler, Außendienstler oder Berater schnell zum nächsten Kunden muss und sich nicht mit den Problemen des öffentlichen Nahverkehrs auseinandersetzen will, der greift heutzutage immer öfter zum Carsharing. Oder doch lieber zum Mietwagen? Und wo liegen überhaupt die Unterschiede zwischen beidem?

Frei oder gebunden?

Carsharing wird generell in zwei Kategorien eingeteilt. „Free-Floating“-Carsharing bedeutet, dass der Kunde einen Wagen dort abholt wo der letzte Kunde ihn abgestellt hat. Um den genauen Standort herauszufinden, kann der Kunde über eine App das GPS-Signal des Wagens orten. Die zweite Option sind stationäre Angebote: Über das Internet sucht sich der Kunde einen Wagen aus, der an einer speziellen Station steht. Diese sind deutschlandweit in unterschiedlicher Dichte verfügbar, je nach Anbieter. Von dort aus fährt der Kunde die geplante Strecke, muss den Wagen aber an eine dafür vorgesehene Station des Anbieters zurückbringen, sobald das Mietverhältnis endet.

Die Autozeitung hat einige Merkmale vom Carsharing aufgelistet:

  • Reservierung und Abholung des Fahrzeugs ist 24/7 möglich
  • Kraftstoff ist inklusive
  • Eine einmalige Anmeldung reicht für den Kunden aus, um jedes Fahrzeug nutzen zu können
  • Die Buchung erfolgt über das Telefon, den Computer oder per App
  • Die Kosten werden über die Nutzungsdauer berechnet

Warum Carsharing?

Vorteilhaft ist erstens das Entfallen der Anschaffungskosten, die beim Kauf eines eigenen Wagens anfallen. Zweitens muss der Mieter sich so nicht mit Werkstattbesuchen herumschlagen. Für gewöhnlich übernehmen die Anbieter des Carsharing-Dienstes (zum Beispiel car2go, flinkster oder DriveNow) die Kosten für eine Reparatur und die Wartung. Doch auch hier gibt es Ausnahmen, prüfen Sie dennoch immer vor der Buchung die Nutzungsbedingungen (Beispiel: Nutzungsbedingungen von car2go). Immer mehr Menschen teilen ihr Auto, anstatt sich eines zu kaufen. Seit dem Jahr 2014 hat sich die Zahl der Angebote von 7.000 auf 21.000 verdreifacht. Zu Beginn des Jahres 2018 gab es erstmals mehr als zwei Millionen Carsharing-Nutzer. Eine Umfrage vom Forsa-Institut belegt, dass 14 Prozent der Deutschen Carsharing für eine Alternative zum Kauf eines eigenen Autos halten. Vor allem die junge Generation (18-29) steht Carsharing positiv gegenüber.

 

infografik carsharing mietwagen
Quelle: Statista

Oder lieber zur Vermietung?

Auch bei der Autovermietung entfallen zunächst einmal die Anschaffungskosten. Ähnlich wie beim stationsbasierten Carsharing ist der Kunde auch hier auf einen festen Standort, auf die Station und ihre Öffnungszeiten, angewiesen. Dort holt er das Auto vor Fahrtantritt ab und muss es auch wieder zurück zu einer dafür vorgesehenen Stelle bringen. Die Vorausbuchung dagegen bringt Vor- und Nachteile: Statt einem Fahrzeugmodell sucht sich der Kunde lediglich eine Fahrzeugkategorie aus. Damit bleibt offen, was für ein Fahrzeug er am Ende bekommt. Allerdings entstehen bei der Vorausbuchung keine Mehrkosten. Auch ist es möglich, die Selbstbeteiligung an der Mietwagenversicherung erstattet zu bekommen. Die Selbstbeteiligung beträgt beim Carsharing zwischen 350 und 1.000 Euro. Zuletzt entstehen keine weiterlaufenden Kosten, nachdem das Mietverhältnis feststeht. Sie können das Auto während der Mietzeit so lange fahren, wie Sie wollen.

Wann lohnt sich welche Mietoption?

In einem direkten Vergleich zwischen Carsharing und dem Mietwagen schneiden beide je nach Distanz und Mietdauer unterschiedlich ab. Laut billiger-mietwagen.de ist Carsharing auf Kurzstrecken günstiger. Auch was das Zeitmanagement zu späteren Zeiten angeht, liegt diese Variante des Mietens vorn. Wegen ausfallender Papierarbeit am Schalter und hoher Verfügbarkeit gilt das Carsharing als flexiblere Variante. Spontane Planänderungen sind ebenfalls möglich und Kunden können beliebte Fahrzeugmodelle wie Smart, BMW oder Mercedes wählen. Dafür aber müssen sie sich erst beim Anbieter registrieren und häufig eine Aufnahmegebühr entrichten.
Der Mietwagen wiederum punktet auf Langstrecken, etwa einer Geschäftsreise oder im Urlaub. Dort ist er billiger. Zwar fehlt die zeitliche Flexibilität, denn potenzielle Mieter müssen sich an die Öffnungszeiten der Autovermietung halten, dafür aber sind Mietwagenstationen auch in Ortschaften verfügbar, in die das Carsharing noch nicht vorgedrungen ist. Frieder Bechtel, dem Pressesprecher von billiger-mietwagen.de, zufolge lohnt sich ein Mietwagen ab einer Strecke von 120 Kilometern.

Titelbild: © alphaspirit / Fotolia.com

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