Einen Tag lang war eine große Gothaer Allgemeine Delegation zu Besuch beim InsurLab Germany zum so genannten TechDay. Dabei auf der Agenda: Ein kritischer Blick auf die eigenen Digitalisierungsbestrebungen und das bisher Geleistete. Mit dabei war auch der Vorstandsvorsitzende der Gothaer Allgemeinen, Dr. Christopher Lohmann. Von ihm wollten wir wissen, welche Erkenntnisse er aus dem Besuch ziehen konnte und welche konkreten Projekte derzeit in der Pipeline sind. Insbesondere für Vermittler.

Redaktion: Christopher, vor rund drei Wochen warst Du gemeinsam mit 30 Kolleginnen und Kollegen zu Gast beim InsurLab Germany. Was nehmt Ihr von dem Besuch mit?

Christopher Lohmann: Richtig, mit dem Führungskreis der Gothaer Allgemeinen, mit den Digital Officern der Bereiche und mit einer großen Gruppe von, ich sage mal, Tech-Experten der Gothaer haben wir uns einen ganzen Tag lang Zeit genommen, um zu sehen, wo wir in der Transformation der Gothaer Allgemeinen stehen.

„Für mich war ermutigend zu erleben, dass viele aktuelle Technologie-Trends für uns nicht Buzz-Words, sondern Realität sind. Es gibt viele ganz konkrete Use Cases für Robotics, KI, neue User Interfaces und und und…“

Bewusst sind wir für den Tag ins InsurLab Germany gegangen, unserem Partner im Transformationsprozess. Denn unsere Gothaer Digital GmbH sitzt dort, verschiedene Startups tummeln sich, ein guter Rahmen für einen echten Tech-Tag. Und die Kollegen vom InsurLab überzeugen mich immer mit ihrem Beitrag für unsere Vernetzung und ihren Impulsen. Es ist echt viel entstanden in den letzten zwei Jahren, das macht mir Mut.

Redaktion: Welche Mehrwerte zieht Ihr aus der Kooperation mit InsurTechs wie Emil, Hepster oder Claimsforce?

Christopher Lohmann: Diese Kooperationen haben ganz unterschiedliche Ziele. Emil und Hepster sind Startups, die versuchen, das Geschäftsmodell Versicherung, unsere Value Proposition für den Kunden, zu verändern. Bei Emil heißt das: weg von einer KfZ-Versicherung auf Zeit, hin zu einer auf Nutzung des KfZ. Letztlich ist der Grundgedanke von Hepster ganz ähnlich: Versicherung von bestimmten Devices oder von Menschen für die Zeit ihrer Aktivität und Nutzung.

„Schließlich wissen wir alle heute nicht, auf welche Versicherungs-Produkte künftige Generationen anspringen werden. Da ist es wichtig, dass wir unterschiedliche Angebote ausprobieren und daraus lernen, wie wir uns aufstellen und organisieren müssen, um etwa Versicherung auf Zeit anzubieten.“

Bei Claimsforce geht es weniger um das Produkt an sich als um die Erfüllung des Wertversprechens, die Dienstleistung selbst. Hier schneiden wir einen Teil der Wertschöpfungskette, den wir bisher selbst wahrgenommen haben, aus und übertragen ihn auf andere. Auch hier wollen wir verstehen: Was sagt der Kunde? Macht das unser Produkt besser? Wie kriegen wir uns und die Schnittstellen organisiert, damit die Services auch ankommen? Kurz gesprochen: es geht immer um beides, um konkrete inhaltliche Antworten auf Kundenbedürfnisse und auf die Notwendigkeit, uns zu transformieren, um neue Lösungen zu finden und umsetzen zu können.

Redaktion: Du hast davon gesprochen, dass Technologie-Trends wie Robotics oder KI bei Euch Realität werden und es viele Use Cases gibt. Kannst Du uns konkrete Beispiele geben?

Christopher Lohmann: Klar, mache ich gerne, auch wenn ich natürlich keine Betriebsgeheimnisse verraten möchte. Bei Robotics haben wir eine ganze Fülle an ganz konkreten Fällen, in denen die Maschine Arbeiten übernimmt. Im Kern geht es ganz oft darum, Daten von unterschiedlichen und oft alten Systemen zu übertragen oder Listen abzuarbeiten. Momentan stellen wir beispielsweise unser Gewerbeportfolio auf das neue Produkt GGP um. Das Ausbuchen von Policen aus der Altwelt und der Abgleich mit dem neuen dunkel durchlaufenden GGP-Bedingungswerk ist eine repetitive, relativ stupide Tätigkeit, die wir in diesem Jahr 20.000 bis 30.000 Mal durchführen müssen. Deshalb macht das heute ein Roboter. Er kann mehr als 150 Policen pro Tag vollautomatisch umstellen. Auch für KI gibt es erste konkrete Fälle. Beispielsweise das Sichten und zuordnen der Post, die uns etwa über das Portal Gothaer.de erreicht, macht heute eine KI-gestützte Technologie. Das Schöne ist: das sind erst die ersten Fälle, wir werden das schnell skalieren.

Redaktion: Gibt es konkrete Projekte, die zukünftige spannende Mehrwerte für Vermittler liefern?

Christopher Lohmann: Jede Menge, auch hier nur ein Beispiel: Franke & Bornberg, hat vor zwei Wochen über die vollautomatische Abwicklung des Privatkundengeschäftes berichtet. Im Kern geht es dabei darum, dass unsere TAAs (Anm. d. R. Prozesse für Tarifierung, Angebot, Antrag) an die Vergleichsplattform von F&B und anderen angebunden werden. Das erspart nicht nur das Nachbauen von Tarifen in den F&B Rechnern. Es unterstützt auch die Kernschritte der Vertriebsprozesse, von get quote bis set order. Auch wenn F&B über andere gesprochen hat, die Gothaer ist hier ganz vorne mit dabei.

„Denn unser gesamtes Privatkundenportfolio ist jetzt über BiPRO-Schnittstellen vollautomatisch vergleichbar – bis hin zum Abschluss.“

Redaktion: Wenn Sie die Gothaer Allgemeine in Sachen Digitalisierung auf einer Skala von 1-10 einordnen müssten, wo stünde sie da aus Ihrer Sicht und warum?

Christopher Lohmann: Ich denke, wir sind bei einer soliden 6. Viel erreicht, noch viel Luft nach oben, aber auch jede Menge Ideen.

Redaktion: Christopher, wir danken Dir vielmals für diesen Einblick!

Christopher Lohmann: Sehr gerne, jederzeit wieder.

Titelbild: ©Gothaer

Konstantin von Essen

Exil-Hamburger, dem es an der Isar überraschend gut gefällt. Entschied sich nach dem Politik- und Geschichtsstudium in der schwäbischen Provinz gegen die Karriere als Taxifahrer. Und ist seit 2017 Redakteur der NewFinance Mediengesellschaft.

Alle Beiträge anzeigen

Kommentar hinzufügen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Was Sie hier erwartet

Zu den Besten gehören Sie nicht ohne Grund. In unserer schnelllebigen und dynamischen Zeit entscheidet ein guter Informationsvorsprung über den nachhaltigen Erfolg in der Beratung.

Unser Maklerblog informiert aktuell und verlässlich über alle Themen, die Sie als unser Partner wissen müssen. Wir wünschen viel Freude und Erfolg!

Auf ein Wort

… mit Ulrich Neumann.

Was bewegt die Branche? Welche Lösungen bietet die Gothaer ihren Vertriebspartnern?

Immer up to date mit dem GoNewsletter

Alle drei Wochen informieren wir Sie im GoNewsletter über aktuelle Themen rund um Versicherungen, Altersvorsorge, Geldanlage, Gesundheit und Vermittlerrecht. Und das alles natürlich kostenlos.

Zur Anmeldung

Fachkongress Grundfähigkeitenversicherung

Seid mit dabei vom 8. bis 17. Oktober in Leipzig, München, Düsseldorf und Hannover!

Gothaer Business TV

Berater Spezial: Gewerbeversicherung

Gewerbeversicherung

„Wir setzen in den kommenden Monaten alles daran, unsere Vertriebspartner mit den innovativen neuen Prozessen unserer Lösung vertraut zu machen und sie zu begeistern, gemeinsam mit uns in diese neue Welt des Gewerbegeschäftes zu gehen.

Finden Sie weitere interessante Details zu Zielgruppen, Cyber-Risiken und den Produkten und Lösungen der Gothaer in unserem Berater Spezial: Gewerbeversicherung.“

Ulrich Neumann
Leiter Partnervertriebe

DKM-Spezial

Das war sie, die DKM 2018. Vielen Dank für die tollen Gespräche und das Feedback.

Im DKM-Spezial finden Sie die Vorträge unserer Experten im Video.

Kontakt

Gothaer Allgemeine
Versicherung AG
Arnoldiplatz 1
50969 Köln
Tel. 0221 308-00
Fax 0221 308-103
E-Mail info@gothaer.de

Gothaer Makler-Portal

Sie wollen die Gothaer als Geschäftspartner wählen? Oder arbeiten bereits mit uns zusammen? Hier finden Sie alle Informationen rund um unsere Angebote. Und Services, die Ihnen die Arbeit erleichtern.

Zum Makler-Portal

Zukunft für Finanzberatung

Offizieller Förderer der Deutschen Makler Akademie

/* ]]> */