In einer zunehmend digitalisierten Welt spielen Bedrohungen aus dem Internet eine immer größere Rolle. Trojaner, Phishing und Ransomware richten mittlerweile Schäden in Millionenhöhe an. Und doch sind viele Unternehmen und Kunden sich des Risikos nicht ausreichend bewusst. Für den Vermittler bedeutet das: Beratungsbedarf.

Was sind Cyber-Angriffe?

Zunächst stellt sich die Frage: Was sind Cyber-Angriffe überhaupt? Hier mag das Bild eines langhaarigen Computer-Freaks vor dem inneren Auge vieler erscheinen, doch das Klischee trügt. Wie Cyber-Gauner tatsächlich vorgehen, verrät Experte Nikolaus Stapels im persönlichen Gespräch auf dem Maklerblog. Mit der richtigen Software ist es Hackern und anderen Angreifern aus dem Internet möglich, Daten zu stehlen, Gelder zu erpressen oder ganze Unternehmen auszuspionieren. Im Prinzip begehen sie generell Einbrüche in fremde Netzwerke. Dabei klopft der „digitale Einbrecher“ eine Menge „Haustüren“ ab, bis er eine Schwachstelle findet, in die er eindringen kann.

Wichtige Arten der Cyber-Bedrohungen sind:

  • DDoS-Angriffe: Das bedeutet Distributed-Denial-of-Service. Ein Angreifer bombardiert den Server oder das Netzwerk seines Opfers, sodass die Verfügbarkeit von Daten, Diensten oder ganzen Netzwerken in Mitleidenschaft gezogen wird. Eventuell kann es hierbei sein, dass die Angegriffenen über längere Zeiträume nicht mehr auf ihre Daten zugreifen können.
  • Phishing: Diese Art des Angriffs funktioniert für gewöhnlich per E-Mail. Angreifer nehmen hier ganz verschiedene Rollen ein: Die von Fremden mit attraktiven Geschäftsangeboten, die von Freunden oder Bekannten oder gar die von großen Konzernen wie PayPal oder Microsoft. Der Trick ist, dem Opfer eine E-Mail zu schicken, die es öffnen muss. Oftmals wird es hier nach persönlichen Daten gefragt. Das Ziel dieses Angriffs ist es, wichtige Daten wie Passwörter, Kontonummern oder anderen wichtigen Zugangsdaten abzufischen.
  • Ransomware: Hier kommt es darauf an, die Daten des Opfers zu verschlüsseln oder zu stehlen und sie nur gegen ein Lösegeld wieder freizugeben. Dabei gehen häufig wichtige Daten verloren.
  • Trojaner: Trojaner haben mehrere Möglichkeiten, um in das System des Opfers zu gelangen. Das kann über E-Mail-Anhänge passieren oder auch über den achtlosen Download von Dateien eines USB-Sticks. Ein Beispiel für einen Trojaner ist Emotet. Die damit verknüpfte künstliche Intelligenz kann E-Mails des Opfers imitieren und diese an Kontakte weiterversenden. So werden mehr und mehr Betroffene „angesteckt“.

Millionenschäden durch Cybercrime

Wie das Bundeskriminalamt berichtet, sorgten Cyber-Angriffe im Jahr 2018 für finanzielle Schäden in Höhe von 61,4 Millionen Euro. Die meisten Fälle gingen auf Computerbetrug zurück. Zehn Jahre zuvor hatte die Summe noch 37,2 Millionen Euro betragen. Von Jahr zu Jahr steigt die Anzahl der digitalen Angriffe. Dem BKA zufolge liegt die Dunkelziffer noch viel höher, da nicht alle Betroffenen den Schaden stets melden. Mitunter aus Angst vor einem Imageverlust.

Homeoffice steigert das Risiko für Cyber-Angriffe

Die Coronavirus-Pandemie hat Cybergefahren noch einen Push verschafft. Der Grund: Nach den großflächigen Einschränkungen des öffentlichen Lebens im März 2020 machten viele Branchen wahre Quantensprünge in Sachen Digitalisierung. Das Homeoffice wurde ein neuer Standard, Kommunikationssoftware wie Zoom oder Microsoft Teams unverzichtbar. Universitäten und Schulen sprangen mit auf. Fernunterricht ist mittlerweile für viele Schüler das neue Normal.

Gleichzeitig aber gehen viele der neueren Cyberschäden auf das Konto von Mitarbeitern im Homeoffice. Denn Cyberkriminelle haben so völlig neue Möglichkeiten, um sich Zugang zu Netzwerken und sensiblen Informationen zu verschaffen. Im Homeoffice sind die Sicherheitsvorkehrungen oftmals nicht so stark wie die im Büro oder im Konzern. Mitarbeiterfehler und technisches Versagen steigern das Risiko ebenfalls. Das Resultat: Seit Anfang 2020 gibt es einen Zuwachs von Malware- und Ransomware-Angriffen um mehr als ein Drittel. Hinzu kommen auf Covid-19 bezogene Online-Betrugsfälle.

„The COVID-19 crisis illustrated how criminals actively take advantage of society at its most vulnerable. Criminals tweaked existing forms of cybercrime to fit the pandemic narrative, abused the uncertainty of the situation and the public’s need for reliable information.” – Aus dem aktuellen Internet Organised Crime Threat Assessment 2020 (IOCTA) von Europol.

VPN als Lösung

Im Homeoffice sind verschiedene Geräte miteinander vernetzt und stellen zusätzlich andere Sicherheitsrisiken als im Büro dar. Dazu gehören etwa Smartphones von Familienmitgliedern, andere Computer oder Tablets. Freunde und Bekannte wählen sich ins lokale Internet ein und machen es schwierig, einen Überblick zu behalten. „Viele Firmen hatte die Sicherheitsstandards heruntergefahren, wollte den Mitarbeitern so schnell die Netzanbindung an die Firma aus dem Home Office heraus ermöglichen“, fügt Nico Streker, Geschäftsführer von ASSPICK Versicherungsmakler, hinzu. Im Interview auf dem Gothaer Maklerblog erklärt er, welche technischen Lösungen es gibt und warum das Interesse an Cyberversicherungen stets nur phasenweise aufkommt.

Arbeitgeber und -nehmer müssen sich hier frühzeitig um Richtlinien für die Arbeit im Homeoffice bemühen. Ein Virtual Private Network (VPN) kann dabei helfen. Dabei handelt es sich im Grunde um einen digitalen Tunnel, der den Heimrechner mit dem Arbeitsnetzwerk verknüpft. VPN sind grundsätzlich verschlüsselt und speichern Daten auf separaten Servern. So können Mitarbeiter ihre Arbeit auch von zu Hause aus besser schützen.

KMU sind beliebte Ziele für Cyber-Angriffe

Ein großes Problem hinsichtlich der Cyber-Bedrohungen ist weiterhin die Einstellung der am häufigsten Betroffenen. Diese nehmen Schadsoftware oftmals nicht ernst genug. Das kam bereits in der Gothaer KMU-Studie 2017 heraus. Damals waren nur neun Prozent aller kleinen und mittelständischen Unternehmen ausreichend gegen Cyber-Angriffe abgesichert. 35 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, einen gegen sie gerichteten Cyber-Angriff im Rahmen des Möglichen zu sehen. Zwei Jahre später sind KMU bereits aufmerksamer gegenüber Cyber-Crime.

Die Gothaer KMU-Studie 2019 zeigt, dass fast jeder fünfte Betrieb (17 Prozent) bereits einmal Opfer eines Angriffs aus dem Internet war. „Unsere Studien zeigen, dass das Risikobewusstsein und die Angst vor Cyber-Angriffen bei den KMUs seit Jahren kontinuierlich steigen“, sagt Frank Huy, Leiter Produktmanagement Haftpflicht und Financial Lines bei der Gothaer Allgemeine Versicherung, dazu. „Gleichzeitig wird die Absicherung durch eine Cyber-Police immer noch zu selten genutzt.“

Gleichzeitig aber gibt es noch zu viele Unternehmen, die die Bedrohung unabsichtlich oder bewusst nicht wahrnehmen. Wie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilte, ist vor allem das produzierende Gewerbe ein beliebtes Ziel von Cyber-Angriffen. 26 Prozent aller deutschen Unternehmen seien bereits mindestens einmal Opfer eines Cyber-Angriffs geworden. „Die Verantwortlichen müssten mehr und bessere Schutzvorkehrungen treffen, die Mitarbeiter sensibilisieren und Notfallpläne schmieden. Stattdessen flüchtet man sich vielerorts darin, das Problem mehr oder weniger bewusst zu ignorieren“, erklärt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Software gegen Cyber-Angriffe

Um sich vor Cyber-Angriffen zu schützen, können Unternehmen zunächst einmal auf grundlegende Software wie eine Firewall, Passwort-Manager oder Antivirenprogramme zurückgreifen. Diese Sicherheitsmaßnahmen eignen sich auch für das Maklerbüro. Eine gewisse Grund-Aufmerksamkeit bei E-Mails oder fremden Geräten hilft ebenfalls. Warum es ebenfalls hilfreich ist, Web-Designer oder einen Anwalt hinzuzuziehen, erklärt der Jurist und Datenschutzprofi Bartlomiej Zornik: Natürlich gibt es Online-Services, die „schnelle und kostengünstige“ Lösungen anbieten, aber auf lange Sicht ist die professionelle Hilfe von Anwälten und Webdesignern ein wahrer Rettungsring.“

Die Gothaer Cyberversicherung

Für Vermittler, die Kunden gegen all die genannten Risiken absichern wollen, stellt die Gothaer das passende Werkzeug zur Verfügung. Die Cyber-Versicherung richtet sich vorrangig an kleine und mittelständische Unternehmen. Sie sichert demzufolge Dritt- und Eigenschäden ab, die auf einer Datenrechtsverletzung, einer IT-Sicherheitsverletzung oder einem Hacker-Angriff beruhen. Weitere Informationen dazu finden Interessierte abschließend im Makler-Portal.

Titelbild: ©natali_mis/stock.adobe.com

Lars Nievelstein

Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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Ulrich Neumann
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