Das Analysehaus Ascore hat die besten Pferdehaftpflichtversicherungen gekürt. Auch die Gothaer erreichte nach Untersuchung der getesteten Kriterien ein Top-Ergebnis. Besonders aufschlussreich: Die Testsieger sind nicht zwangsläufig die teuersten Policen. Im Interview mit Pferdeprofi Daniel Jokisch erläutert der Jungmakler, worauf es bei Pferdepolicen grundsätzlich zu achten gilt. 

 
Redaktion: Welche Versicherungen empfehlen Sie zwangsläufig für das Pferd?

Daniel Jokisch: Grundsätzlich hängt das von der individuellen Situation ab und wofür das Pferd genutzt wird. Für unabdingbar halte ich allerdings die Pferdehalterhaftpflichtversicherung. In der Regel haftet der Pferdehalter nach §833 BGB für Schäden, die das Tier verursacht.

Da ich das Pferd als Halter nicht permanent kontrollieren kann, verbirgt sich hier großes Haftungspotential – beispielsweise, wenn das Tier von der Weide ausbüxt.

Darüber hinaus empfinde ich eine OP-Versicherung als sehr sinnvoll. Hier entsteht das größte Kostenrisiko. Durch eine Kolik-OP bin ich schnell bei 5.000 Euro. Für den Fall der Fälle machen sich diese Versicherungen durchaus bezahlt und reichen für den „normalen“ Pferdehalter aus.

 
Redaktion: … und für den Reiter?

Daniel Jokisch: Streng genommen gibt es keine spezielle Absicherung. Ich finde es an Stelle des Reiters allerdings sinnvoll, sich mit dem Thema Krankenversicherung zu beschäftigen. Denn was ist, wenn ich mich ernsthaft verletze? Wie werde ich dann medizinisch versorgt? Außerdem halte ich eine vernünftige Arbeitskraft- sowie Unfallabsicherung, zugeschnitten auf den Reiter, für ebenso wichtig wie eine sehr gut Privathaftpflichtversicherung. Es ist allerdings in jedem Fall relevant, die Kundensituation zu analysieren, bevor der Vermittler pauschale Aussagen oder Abschlüsse trifft.

 
Redaktion: Wie verhält es sich bei einer Reitbeteiligung? Ist eine eigene Versicherung notwendig? Oder bin ich automatisch beim Halter mitversichert?

Daniel Jokisch: In guten Policen sollte die Mitversicherung von Reitbeteiligungen eine Selbstverständlichkeit sein. Da dies leider nicht immer der Fall ist, gilt: Stets überprüfen, ob zum einen die Reitbeteiligung, jedoch auch Ansprüche gegenüber dem Versicherungsnehmer der Reitbeteiligung beinhaltet sind.

Redaktion: Hätten Sie hierzu ein Beispiel?

Daniel Jokisch: Angenommen, Sie sind meine Reitbeteiligung. Wir fahren gemeinsam auf das Turnier und während ich Pommes hole, verletzt mein Pferd Sie und andere. Hier ist der Schaden relevant, den das Pferd verursacht hat, jedoch auch Ihr Schadensanspruch gegen mich – den Versicherungsnehmer. Es wichtig, solche Fälle in der Pferdehaftpflichtversicherung mitabzusichern.

 
Redaktion: Und inwieweit besteht die Möglichkeit bestimmte Reitstile abzusichern? Gibt es beispielsweise Besonderheiten im Springreiten?

Daniel Jokisch: Bei den Standardabsicherungen (zum Beispiel Pferdehaftpflichtversicherung, Pferde-OP-Versicherung) bestehen in der Regel keine Unterschiede in den Policen. Beim Reiterrisiko hingegen schon. Denn: Bezüglich einer Berufs- oder Arbeitskraftabsicherung unterscheiden die Versicherer sehr wohl zwischen den verschiedenen Reitstilen. Es gibt hier jedoch keine allgemeingültige Aussage, da von Fall zu Fall fein differenziert werden muss. Unbedingt wird die Risikobetrachtung relevant, bei der Kapitalwertabsicherung des Pferdes.

 
Redaktion: Zwischen den Reitstilen besteht also per se keine Unterscheidung. Gibt es Unterschiede hinsichtlich der Versicherung für private Pferdebesitzer und Tieren, die „gewerblich“ genutzt werden?

Daniel Jokisch: Auch hier hängt es von der Perspektive ab. Aus Sichtweise des Versicherers haben viele im Bedingungswerk stehen, dass zwar beispielsweise ein Reiter bei Turnieren abgesichert ist, jedoch nicht, wenn durch die Teilnahme ein regelmäßiges Einkommen erzielt wird.

Bezogen auf das Thema der Haftung besagt das BGB, dass ich als Halter grundsätzlich für den, durch mein Tier verursachten Schaden, haftbar bin.

Wenn ein Haustier jedoch das regelmäßige Einkommen einer Person bedingt, kann es haftungstechnisch Unterschiede geben. Die Grenzen sind fließend. Spezielle Fälle sind daher auch hier individuell zu prüfe und im Zweifel vom Richter zu entscheiden. Der Einzelfall bedarf daher idealerweise vorab einer eingehenden Analyse durch einen wirklichen Experten.

 
Redaktion: Sie besitzen selbst Pferde. In welchem Fall waren Sie dankbar, entsprechende Versicherung zu haben und auf welche Absicherung sind sie vielleicht erst als Besitzer aufmerksam geworden?

Daniel Jokisch: Glücklicherweise hatten wir persönlich noch keinen ernsten Versicherungsfall. Unser Sportpferd stand jedoch kurz vor einer Operation. Diese war letztendlich nicht nötig, die Kosten waren uns jedoch bereits bekannt. Die OP-Versicherung lässt einen im Zweifelsfall deutlich entspannter an das Thema herantreten und nach Bedarf entscheiden. Im Kundenkreis kenne ich einige Fälle, die durch gute Absicherung anders mit entsprechenden Konfrontationen umgehen konnten. Es ist nie schön wenn sich die Tiere – die ja häufig als Familienmitglied zählen – verletzen, oder man diese verliert. Rein finanziell gewährleistet eine gute Absicherung jedoch zumindest die Gewissheit, dem Pferd die bestmögliche medizinische Versorgung zukommen zu lassen, oder im schlimmsten Fall, ein neues Sportpferd anschaffen zu können.

 

Über unseren Experten

​Als Familienmenschen und Pferdebesitzer steht für Daniel Jokisch und sein Versicherungsunternehmen Reiter&Ross das Wohl und die Gesundheit der Tiere an höchster Stelle. Nachdem Jokisch im Jahr 2019 den zweiten Platz bei JungmaklerAward belegte, nimmt er 2020 erneut am Wettbewerb teil.

​Titelbild: © Daniel Jokisch

Stephanie Gasteiger

Mitglied der NewFinance-Redaktion mit beruflichem Hintergrund in der PR und Wurzeln am Chiemseeufer. Ist ganz nach Friedrich Nietzsche davon überzeugt, dass die Glücklichen neugierig sind. Und ebenso umgekehrt.

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