Kooperation statt Konfrontation – so lässt sich der Trend der aktuellen Digitalisierungswelle in der Versicherungswirtschaft zusammenfassen. Waren die Start-ups und InsurTechs der ersten Generation noch angetreten, den etablierten Marktteilnehmern – egal ob Versicherern oder ihren Vertriebspartnern – das Wasser abzugraben, ist mittlerweile vielerorts ein Wandel zu beobachten.

Einer der Gründe: Den jungen Wilden war oftmals nicht klar, wie teuer der Kampf um die Kundenschnittstelle und die Gewinnung nur eines einzigen neuen Kunden tatsächlich sein würde. Auf der anderen Seite sehen viele Versicherer in der digitalen Revolution nicht mehr zwingend eine Gefahr für ihr Geschäftsmodell, sondern im Gegenteil eine Chance – speziell bei Themen wie Big Data oder künstlicher Intelligenz. Im Ergebnis hat sich der Umgang von Versicherern mit InsurTechs innerhalb des letzten Jahres deutlich verändert. Kaum ein Entscheider zweifelt mehr die Relevanz der Versicherungs-Start-ups an. Die Versicherer sehen die technologischen Fortschritte der InsurTechs und wollen sie für sich nutzen, anstatt gegen sie zu arbeiten.

Clark

 

Der digitale Versicherungsvermittler geht bereits länger den Weg der Kooperation. Das 2015 gegründete Start-up sucht sich mehr und mehr große Spieler im Finanzbereich, die über das verfügen, was Clark fehlt: Kunden. Partnerschaften mit gleich mehreren Direktbanken sollen dafür sorgen, dass Clark mittelfristig schwarze Zahlen liefert. Die Banken wiederum können ihren Kunden einen Zusatzservice anbieten – und haben eine weitere Provisionsquelle.

Bild: (c) Clark

Wefox

Beispiel Wefox und Simplesurance: Das Berliner InsurTech Wefox suchte die Nähe zu den großen Versicherungsgesellschaften – und fand in der Ergo einen Partner, der sich am „Innovation Lab“ der Berliner beteiligte.

Simplesurance

Simplesurance – ebenfalls aus Berlin – setzt hingegen auf die Allianz, die ihrerseits Anteile des Startups hält. Geschäftsmodell: Jedem Kunden, der im Internet ein neues Digitaler Kuschelkurs: Versicherer, Vermittler und Start-ups sehen sich zunehmend als Partner – nicht mehr als Gegner. Telefon oder einen neuen Fernseher kauft, wird direkt die passende Police angeboten. Simplesurance gehört schon zu den Alten unter den Jungen. Fast fünf Jahre ist es her, dass die Berliner die erste Handy-Versicherung verkauften.

Getsurance

Einen ganz anderen Ansatz verfolgt Getsurance: Das Unternehmen ist – gemeinsam mit dem Kelkheimer Start-up Community Life GmbH – der einzige Anbieter von Berufsunfähigkeits-Versicherungen in der InsurTech-Landschaft. Hinter dem Unternehmen steht die Franke und Bornberg GmbH. Der amerikanische Rückversicherer Reinsurance Group of America (RGA) sowie die Squarelife Lebensversicherung AG sind die Risikoträger hinter dem InsurTech. Geschäftsmodell: Durch die Nutzung eines RoboAdvisors wird das Antragsverfahren vollständig digitalisiert – nur wenige Fragen und maschinengestützte, sekundenschnelle Annahmeentscheidung oder Ablehnung sollen der Schlüssel zum Erfolg werden. Während die bisher genannten InsurTechs über keine eigene Lizenz der Finanzaufsicht verfügen, wollen Startups wie Element sogar selbst die Rolle des Risikoträgers übernehmen und gemeinsam mit Maklern, Versicherern und Händlern passgenaue Sachversicherungen entwickeln.

Flypper und Massup

Genauso tritt Flypper – das neueste Projekt von massUP-Gründer Dominik Groenen – mit dem Anspruch an, selbst der erste digitale Versicherer zu sein. Schwerpunkt soll hierbei aber ein „hybrider“, also nicht rein digitaler Kundenansatz sein, der dem Kunden alle denkbaren Kontaktmöglichkeiten von online über Telefon, Video, App oder E-Mail und SMS bis hin zur persönlichen Beratung bietet.

Doch wo in Deutschland schlägt denn nun das InsurTech-Herz? Ein guter Indikator dafür könnten die Stellenausschreibungen der Start-ups sein. Geht es danach, steht Berlin unangefochten an der Spitze. 65 Prozent aller Stellenausschreibungen kommen aus der Hauptstadt, gefolgt von Frankfurt am Main (14 Prozent) und München (neun Prozent). Damit das nicht dauerhaft so bleibt, tut zum Beispiel die Stadt Köln, immerhin nach München der zweitwichtigste Versicherungsstandort der Republik, einiges.

InsurLab Germany

Erst im Mai wurde das InsurLab Germany ins Leben gerufen. Gründungsmitglieder sind neben der Gothaer und weiteren Versicherern unter anderem die Stadt Köln selbst, die TH Köln, die IHK Köln – und eben Start-ups. Ziel der Initiative: Das InsurLab Germany soll der wichtigste Knotenpunkt für das Thema InsurTech in Deutschland werden. Innovative Gründer treffen auf etablierte Großunternehmen, Wissenschaft und Investoren. Der Verein ist eine Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Mit dem InsurLab wollen die Gründungsmitglieder des Vereins jungen Unternehmen einen breiten Zugang zu Kunden von etablierten Versicherungsunternehmen ermöglichen, auf der anderen Seite aber natürlich auch selbst intensiven Kontakt zur attraktiven InsurTech-Szene haben.

InsurLabs für gemeinsame Lösungen

Gemeinsam mit regionalen und internationalen Start-ups sollen beispielsweise Lösungen und Entwicklungsmöglichkeiten in Technologiefeldern wie künstliche Intelligenz, E-Health oder Virtual Reality erarbeitet werden.

„Ein unkomplizierter Zugang zur Start-up Szene ist für uns sehr attraktiv. Darüber hinaus erhoffen wir uns natürlich auch konkrete Kooperationen mit den jungen Unternehmen“, sagt Dr. Mathias Bühring-Uhle, IT-Vorstand der Gothaer und nun auch im Vorstand des InsurLabs.

Fazit: Klassische Versicherer rüsten nicht nur selbst digital auf und entwickeln Apps und Anwendungen für Kunden und Vermittler. Sie schließen sich immer häufiger mit innovativen Jungunternehmen zusammen, um klassische Strukturen zu modernisieren und das Thema Versicherung auch technisch zukunftsfest zu machen. Und auch die jungen, flexibleren Start-ups erkennen langsam: In der Kooperation liegt mehr Geschäftspotenzial als in der Konfrontation mit den etablierten Playern.

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