Auf weiße Weihnachten mussten wir verzichten. Dafür wartet der Januar mit um so heftigeren Schneefällen auf. Der Süden Deutschlands, die Schweiz und Österreich ächzen unter einer meterdicken Schneedecke. Jede Hoffnung auf eine Pause von Lawinengefahr und gestörtem Bahnverkehr wird bereits von der nächsten Schneewarnung zunichtegemacht. Laut der Unwetterzentrale müssen sich Fahrer in Baden-Württemberg und Bayern zudem vor Straßenglätte in Acht nehmen.

Schneelast

So gemütlich eingeschneite Hausdächer auch aussehen: Schneelast birgt eine unterschätzte Gefahr. Dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zufolge kann eine zehn Zentimeter hohe Eisdecke mit einem Quadratmeter Durchmesser im Extremfall bis zu 100 Kilogramm wiegen. Wie im Video zu sehen ist, ist ein solches Gewicht auch für nach allen gesetzlichen Vorgaben gebautes Dach zu viel. Doch einer aktuellen im Auftrag der Gothaer durchgeführten Forsa-Studie zufolge glauben nur 22 Prozent der Deutschen daran, dass die Schneelast das eigene Dach zum Einsturz bringen könnte. In Bayern sind es immerhin 29 Prozent. Im Schadenfall ist dann guter Rat teuer: Denn sollte das Eigenheim von einer Lawine oder von schweren Schneemassen beschädigt werden, so hilft auch die übliche Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung nicht. Gothaer-Experte Steffen Bolzmann rät deshalb zum Abschluss einer zusätzlichen Elementarversicherung. Nach Zahlen des GDV verfügen lediglich 41 Prozent der Deutschen über diesen Schutz.

„Wohngebäude- und Hausratversicherung schützen Gebäude und Inventar zwar vor Schäden durch Feuer oder Sturm, Naturgefahren wie Schneedruck oder Lawinen sind aber nicht gedeckt.“ – Steffen Bolzmann, Gothaer Versicherung

Wieviel verträgt das Dach?

Damit die Versicherung greift, sind Sicherheitsmaßnahmen notwendig. Hausbesitzer sollten Bolzmann zufolge „Fachleute wie einen Statiker oder die Feuerwehr hinzuziehen, um zu klären, wie groß die Einsturzgefahr oder die Gefahr einer Dachlawine ist“. Ist die Schneelast zu groß, muss ein Dachdecker oder die Feuerwehr das Dach räumen. Ohne diese Vorsorge ist es möglich, dass der Versicherer die Regulierung eines Schadens einschränkt oder verweigert. Ferner trägt der Hausbesitzer die Verantwortung, falls Schnee und Eis von seinem Dach fallen und dabei Passanten oder Autos treffen.

Schippe raus!

Auch die Räumung der Wege und Straßen unterliegt in der Regel der Verantwortung von Hauseigentümern. Denn eine weitere Gefahr bei klirrender Kälte ist das Glatteis. Zahlen des statistischen Bundesamts zufolge stieg die Anzahl der Autounfälle durch Schnee- und Eisesglätte zwischen 2016 und 2017 um 20,3 Prozent. Damit Autofahrer und Fußgänger bei Schnee und Eis sicherer von A nach B kommen, gilt in Deutschland Streu- und Schneeräumpflicht. Immobilieneigentümer, Vermieter und Gemeinden müssen in der Zeit zwischen 7 und 20 Uhr dafür sorgen, dass die Wege geräumt und bei Eis auch gestreut sind. Wenn sich jemand verletzt, können empfindliche Schmerzensgeld- oder Schadenersatzkosten auf den Hausbesitzer zukommen.

Sicher durch den Winter

Vor Schadenersatzforderung Dritter können sich Kunden mit der Haftpflichtversicherung schützen. Weitere Informationen zu Dachlawinen oder der Schneeräumpflicht gibt es ebenfalls auf unserem Blog. Für Details zur Gothaer Wohngebäudeversicherung folgen Sie diesem Link.

Titelbild: © photoschmidt/ Fotolia.com, Video: © YouTube

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