Der Fachkräftemangel nimmt zu. Welche Schritte müssen Arbeitgeber ergreifen, wenn sie neue Leute finden und binden wollen? Damit hat sich die neueste Auflage der Gothaer KMU-Studie befasst.

Fachkräftemangel in Deutschland

Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gibt es in Deutschland noch immer keinen „flächendeckenden Fachkräftemangel“. Gleichzeitig gibt das Ministerium jedoch an, dass es Arbeitgebern in bestimmten Regionen und Branchen schwerfällt, offene Stellen mit geeigneten Fachkräften zu besetzen. Vorrangig betrifft das nach wie vor die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) sowie den Gesundheitssektor. Wie bei der Studie im vergangenen Winter spüren vor allem Süddeutschland und die neuen Bundesländer immer größere Engpässe in Sachen Mitarbeiterangebot. Mehr als 50 Prozent der Unternehmen sehen im Fachkräftemangel die größte Gefahr für ihre Geschäftsentwicklung.

Die KMU-Studie im Überblick

Bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) steht der Fachkräftemangel ebenfalls bereits länger im Fokus. Das zeigt die aktuelle Gothaer KMU-Studie. Demzufolge haben die KMU immer schwerer an der Herausforderung, qualifiziertes Personal zu gewinnen und dann zu halten, zu knabbern. Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist diese Herausforderung einmal mehr gewachsen.

Größere Unternehmen, größere Probleme

Ein paar Zahlen dazu: Fast die Hälfte (46 Prozent) aller im Rahmen der Studie befragten KMU gaben an, Schwierigkeiten beim Finden und Halten von qualifizierten Arbeitskräften zu haben. Im Vergleich zu 2021 bedeutet das ein Plus von sechs Prozentpunkten. Dabei besteht jedoch eine gewisse Kluft zwischen kleineren und größeren Unternehmen. Tendenziell haben sogenannte Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weniger Probleme bei der Mitarbeiterfindung als die größeren mit elf bis 20 Arbeitskräften. Und besonders schwierig gestaltet sich die Mitarbeiterfindung für mittlere und größere Unternehmen in den Gewichtsklassen 21 bis 200 Mitarbeiter sowie 201 bis 500 Mitarbeiter. Hier stieg die Zahl der Unternehmen, die Schwierigkeiten beim Recruiting haben, um mindestens 54 Prozent.

„Als führender Partner für den Mittelstand sind wir im stetigen Austausch mit unseren Kunden. Aus unserer Erfahrung erleben Unternehmen aus fast allen Branchen den Nachwuchs- und Fachkräftemangel als größte Herausforderung. Es freut mich, dass viele Unternehmen im Kampf um Talente immer stärker auf die bAV und bKV als Instrument zur Mitarbeiterbindung zurückgreifen. Sie wissen, dass Aufwand und Kosten überschaubar sind und diese Services ihren Mitarbeitenden einen echten Mehrwert bieten.“ – Oliver Brüß, Vertriebsvorstand der Gothaer

Die Work-Life-Balance lockt

Die Studie legt ebenfalls offen, dass deutsche Arbeitgeber sich so einiges einfallen lassen, um ihre Attraktivität am Markt zu steigern. Viele von ihnen bieten flexible Arbeitszeiten an. 44 Prozent der Unternehmen hat dabei Vereinbarungen eingerichtet, die beim Arbeitszeitrahmen von der Normalarbeitszeit abweichen. Das kann Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dabei helfen, ihre Work-Life-Balance besser zu managen. Homeoffice-Angebote sind seit der Coronavirus-Pandemie quasi Pflicht, 38 Prozent der KMU bieten diese Option bereits an. Attraktive Gehaltszahlungen bleiben dahinter sogar zurück – Unternehmen achten zwar zunehmend darauf, auch in Sachen Finanzen ihren Bewerbern entgegenzukommen, aber die flexiblen Arbeitszeiten scheinen vielen noch wichtiger zu sein.

bAV und bKV auf dem Vormarsch

Zuletzt nehmen die betriebliche Altersvorsorge (bAV) und betriebliche Krankenversicherung (bKV) an Fahrt auf. Vor allem das Angebot der betrieblichen Krankenversicherung hat massiv zugenommen. Zum Vergleich: Während im Jahr 2021 noch zehn Prozent aller befragten Unternehmen eine solche Krankenversicherung zur Verfügung stellten, waren es ein Jahr später 13 Prozent. Den Studienautoren zufolge reagieren Arbeitgeber damit auf die Entwicklung des steigenden Gesundheitsbewusstseins der Gesellschaft. „Insbesondere bei der bKV wissen wir um das Potenzial. Hier gilt es, weiter an der Bekanntheit sowohl auf der Seite der Unternehmen als auch auf der Seite der Mitarbeitenden zu arbeiten“, sagt Dr. Sylvia Eichelberg, Vorstandsvorsitzende der Gothaer Krankenversicherung AG, dazu. Die bKV sei gerade in Zeiten der Inflation beliebt, da sie bei Arbeitnehmerinnen und -nehmern für eine Entlastung sorge.

Tiefergehende Informationen dazu gibt es unter diesem Link. Und hier gibt es alles Wichtige zur bKV.

Titelbild: ©Nomad_Soul/ stock.adobe.com

Lars Nievelstein

Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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