Finanzberatung von Frauen für Frauen: Diesem Thema widmet sich Astrid Hastreiter, Vorstand und Gründerin der Frauenvermögensverwaltung AG aus München, seit vielen Jahren. Ihr Credo: Es kann richtig Spaß machen, seine finanziellen Möglichkeiten zu entdecken. Voraussetzung dafür jedoch ist, dass Frauen ihre Finanzangelegenheiten auch wirklich in die eigenen Hände nehmen. Und nicht alleine dem Ehemann und Partner überlassen.

Als Chefin von FrauenVermögen weiß Astrid Hastreiter genau, was Frauen hinsichtlich privater Altersvorsorge und Geldanlage beachten sollten. Gleichzeitig geht sie aber auch mit ihren Geschlechtsgenossinnen nicht immer nur schonend um. Insbesondere dann, wenn diese auch mal öffentlich wachgerüttelt werden. Im Interview mit dem Gothaer Maklerblog verrät Astrid Hastreiter, wie Frauen in Finanzdingen “ticken” und welche Lösungen sie bei der persönlichen Finanzberatung bereithält.

Redaktion: Frau Hastreiter, unlängst haben Sie behauptet: „Frauen kümmern sich weniger gern um das Thema Geld und schieben es auf – so vergeht Jahr um Jahr.“ Wie kommen Sie darauf?

Astrid Hastreiter: Das ist unsere Erfahrung aus fast 15 Jahren Berufspraxis. Dabei konnten wir feststellen, dass dieses Aufschieben wirklich sehr häufig anzutreffen ist. Und zwar oft in Kombination mit schlechten Beratungserfahrungen oder auch mit schlechten eigenen Finanzentscheidungen.

Redaktion: Wie sieht der Kundenkreis von FrauenVermögen aus?
Astrid Hastreiter, Gründerin von FrauenVermögen

Astrid Hastreiter: 90 Prozent unserer Kundinnen und Kunden sind Frauen, die meisten kommen auf Empfehlung. Die Kundinnen, die von meiner Kollegin und mir beraten werden, stammen aus verschiedenen Altersstufen und wenden sich in einem besonderen Lebensabschnitt an uns.

Zunächst wären da junge Frauen zu nennen, die schon etwas Geld übrighaben, aber bereits wissen, dass das Geld aus der gesetzlichen Altersvorsorge nicht reichen wird. Dann haben wir viele Kundinnen, die zum ersten Mal finanzielle Entscheidungen treffen müssen, die bislang ihr Mann getroffen hat. Diese Frauen kommen meist dann zu uns, wenn die Partnerschaft auseinandergeht oder der Mann gestorben ist.

Ein weiterer Kundenkreis sind Frauen, die ins Rentenalter kommen und bei denen größere Beträge frei werden. Beispielsweise wenn eine Lebensversicherung fällig wird, Abfindungen ausgezahlt werden oder eine Immobilie verkauft wird. Diese Damen wollen von uns wissen, wie sie dieses Geld vernünftig anlegen können.

Redaktion: „Viele Frauen wollen wissen, was ihr Geld macht.“ Auch diese Aussage stammt von Ihnen. Wie sieht Ihr Beratungsansatz aus?

Astrid Hastreiter: Hier verbirgt sich das Thema nachhaltige Geldanlage beziehungsweise nachhaltige Finanzberatung. Frauen möchten nicht, dass ihr Geld in bestimmte Bereiche wie zum Beispiel Waffenproduktion, Kinderarbeit oder in die Tabakindustrie investiert ist. Mittlerweile ist die Einhaltung von ESG-Kriterien in der Mitte der Gesellschaft angekommen, noch vor wenigen Jahren war dies jedoch ein rein weiblicher Aspekt. Teile der Geldanlage hatten bei uns schon immer einen nachhaltigen Hintergrund. Beispielsweise die Mikrofinanzierung, Klimafonds oder Fonds, die sich mit dem Thema sauberes Wasser beschäftigten.

“Inzwischen haben wir immer mehr Kundinnen, die rein nachhaltige Geldanlagen schätzen. Hier sind Frauen in der Vorreiterrolle.”

Redaktion: Welche Anlage- oder Altersvorsorge-Produkte empfehlen Sie für welchen Kundenkreis?

Astrid Hastreiter: Grundsätzlich könnten wir alles anbieten, unser Weg ist aber folgender: Zunächst erörtern wir gemeinsam mit der Kundin, was sie haben möchte. Dann fragen wir sie, wie ihre bestehende Altersvorsorge aussieht oder welche Flexibilität sie bei ihrer Geldanlage braucht. Daraus ergeben sich einzelne Produkte.

Jungen Kundinnen mit dem ersten selbst verdienten Geld empfehlen wir erst einmal das regelmäßige Sparen, beispielsweise im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge, einer privaten Zusatzrente oder einem Fondssparplan. Bei Frauen mit geringeren Einkünften und mehreren Kindern kann das auch ein Riester-Vertrag sein.

Redaktion: Worin unterscheiden sich Männer und Frauen bei der Geldanlage?

Astrid Hastreiter: Allgemein muss man sehen, dass bei vielen Frauen die Lebensläufe nicht in Stein gemeißelt sind. Den ersten Jahren im Job folgen oft Unterbrechungen durch Elternzeit und Erziehung der Kinder, danach wieder Teilzeitarbeit und das alles vor dem Hintergrund, dass der Verdienst meist geringer ausfällt.

Männer hingegen verdienen mehr und auch stetiger, dadurch ist das Zocken bei der Geldanlage auch ausgeprägter. Frauen tun sich da oft schwer, ein höheres Risiko einzugehen. Umso wichtiger ist für unsere Kundinnen und Kunden eine hohe Stabilität in der Geldanlage, beispielsweise in Form von Mischfonds.

Was die nachhaltige Geldanlage betrifft, können unsere Kundinnen und Kunden sogar eine sehr gute Rendite erzielen. Manche Branchenformate, unter anderem zum Thema Klimaschutz und Energieeffizienz, entwickeln sich im Verhältnis zu konventionellen Fonds sehr gut, weil diese Unternehmen durch die Nachhaltigkeit große Marktvorteile haben.

Redaktion: Frau Hastreiter, wir danken Ihnen für Ihre Ausführungen. 

Netzwerkaufbau mit der eigenen Stiftung

Eine erst kürzlich von uns abgehaltene Straßenumfrage brachte es an den Tag: beim Thema Altersvorsorge haben Frauen noch viel Aufklärungsbedarf.

Mit der 2011 gegründeten FrauenVermögen-Stiftung möchte Astrid Hastreiter Frauen und Mädchen helfen, eigenverantwortlich und mit Freude ihre finanziellen Angelegenheiten zu regeln. Ziel der Stiftung ist der Aufbau eines Netzwerks zur Förderung von Projekten an Schulen, Veranstaltungen und aktiver Öffentlichkeitsarbeit rund um das Thema Frauen und Finanzen.

Alle Informationen über die Art und Weise ihrer Finanzberatung und die Visionen ihrer Stiftung hat Astrid Hastreiter auf einer eigenen Webseite zusammengetragen.

Titelbild: © Sergey Nivens/fotolia.com; Beitragsbild: © Brigitte Pasterski

 

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