Freitag der 13. steht vor der Tür. Für viele Deutsche der Unglückstag schlechthin. Alles Aberglaube oder ist tatsächlich Vorsicht geboten?

Vom Börsencrash zum Aberglauben?

Der Ursprung dieses speziellen Datums als Unglückstag ist unklar. Im germanischen und römischen Glauben galt der Freitag als Glückstag. Dem Theologen Manfred Becker-Huberti zufolge belegte erst das Christentum den Freitag seinem heute bekannten Ruf. So wurden aus an einem Freitag geborenen Kindern Unglückskinder. Knechte und Mägde durften ihren Dienst nicht an einem Freitag beginnen und Jahre, die mit einem Freitag begannen, hielten Katastrophen bereit. Und auch die Zahl 13 gilt als eigenständiges Unglückssymbol. Sie überschreitet die als heilig geltende Zwölf, beim Abendmahl bezieht sich die 13 oft auf Judas und damit den Verrat. Allerdings machte erst die Moderne aus dieser Kombination einen ganz speziellen Unglückstag. Der MDR vermutet den Börsenroman „Freitag, der 13.“ als Verursacher. Darin löst ein Börsenmakler einen Crash aus.

Infografik: Freitag, der 13. | Statista
Quelle: Statista

Freitag, der 13. nicht schlimmer als andere Freitage

Die Zahlen der amtlichen Unfallstatistik zeigen jedoch, dass ein Freitag der 13. in Sachen Unfallgefahr nicht schlimmer ist als andere Freitage. Im Jahr 2018 gab es zum Beispiel zwei Freitage, die auf den 13. Kalendertag fielen. An einem davon gab es 957 Unfälle, am zweiten 1.123. Im Schnitt ereignen sich an Freitagen 971 Unfälle. Allerdings ist Freitag mit einem Plus von durchschnittlich 15 Prozent gegenüber anderen Tagen der unfallträchtigste Tag der Woche. Der ADAC begründet das mit dem erhöhten Verkehr durch Wochenendpendler, Ausflügler und Urlauber.

Kunden sind am Freitag, den 13. vorsichtiger

Auch die Schadenexperten der Gothaer geben Entwarnung. Der vermeintliche Unglückstag ist – im Gegenteil zum landläufigen Aberglauben – sogar erstaunlich zahm. „Jeden Tag verzeichnen wir zwischen 500 und 600 Schäden aus dem Privatkundensegment“, erläutert Tobias Eichholz vom Gothaer Schaden-Controlling in einer Pressemeldung. „Ein Freitag, der 13. lag bisher immer im soliden Durchschnitt. Meistens sogar eher darunter.“ So hatte die Gothaer am 13. September 2019 im Privatkundensegment 425 Schäden gemessen. Am 13. Dezember 2019 waren es 455 Schäden. Ein durchschnittlicher Freitag brachte im vergangenen Jahr 615 Schadenfälle mit sich. „Es sieht eher so aus, als wären die Deutschen am Freitag, den 13. vorsichtiger als sonst“, schließt Eichholz. Unwetter oder Stromausfälle haben dem Experten zufolge wesentlich mehr Einfluss auf Schäden als der Aberglaube. Etwa die starken Stürme, die Deutschland im Februar 2020 heimsuchten. Traditionell sei zuletzt der Montag der Spitzenreiter unter den Schadenstagen.

Kein Unglückstag für die Beratung

Am Freitag, den 13. ist demnach keine übertriebene Vorsicht notwendig. Im Kundengespräch hilft der vermeintliche Unglückstag allerdings, um die Unfallversicherung zum Thema zu machen. Das geht auch bei Gewerbekunden: Denn die GewerbeProtect kommt auch mit einer Gruppenunfallversicherung daher. Weitere Informationen dazu finden Interessierte auf unserem Blog.

Titelbild: ©allvision/ stock.adobe.com

Lars Nievelstein

Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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