Sollte der ein oder andere Vermittler Jahresvorsätze getroffen haben, wurden diese wohl ab März 2020 hinfällig. Corona stellte weltweit die Wirtschaft auf den Kopf und trieb bei so manchem die Zahlen in den Keller. Sowohl bei globalen Großkonzernen, als auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen. Kann das letzte Quartal nun aber doch wieder in geregelten Bahnen verlaufen? Oder sind die Ziele verfehlt? Wir fragen nach, was sich die Branche für den Jahresendspurt vornimmt. Wer schafft sein Jahresziel und wer hat vielleicht sogar profitiert?

Die Wirtschaft im negativen Einklang?

Über die vergangenen Monate gehörten Meldungen aus der Wirtschaft über neue oder zurechtgestutzte Jahresziele zum alltäglichen Usus. So glich beispielsweise SAP, Deutschlands vom Börsenwert aus betrachtet wichtigster Konzern, die Jahresziele an die Krise an. Damit senkte der Tech-Riese zum wiederholten Mal in diesem Jahr seine Finanzziele für 2020. Ein Statement mit Symbolkraft, denn: Der Konzern räumt damit auch mit dem Irrglauben auf, die Krise könne der Digitalbranche nichts anhaben, da diese wie gemacht dafür sei, von der Corona-Krise wirtschaftlich zu profitieren. Die Lufthansa muss laut ARD indessen weitere 125 Maschinen still legen, die ursprünglich trotz Krise noch auf dem Winterflugplan standen. Die Folge: eine halbe Million Euro Verlust. Stündlich. Und 30.000 gefährdete Jobs. Deutsche KMU rechnen bis 2021 mit krisenbedingten Umsatzeinbußen. Eine Umfrage des Portals Visable unter 300 Entscheidern aus dem deutschen Mittelstand zeigt, wie stark die Corona-Krise die Unternehmen getroffen hat. 58 Prozent der Befragten rechnen auch für 2021 mit weiteren Umsatzeinbußen. Jeder Fünfte (19 Prozent) sogar mit Verlusten von mehr als 50 Prozent. Besonders einschneidend seien fehlende Aufträge aus dem Ausland.

Vermittler nutzen Krise

Und wie sieht es unter den Vermittlern aus? Unsere Umfrage ergab, dass über 43 Prozent nicht wesentlich von der Krise betroffen seien und ihre Jahresziele, trotz des Lockdowns, erreichen. Fünf der 210 Teilnehmer gaben an, dass sie aus Unternehmersicht keine Krise wahrgenommen haben. Sieben Befragte liegen sogar deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres. Auch gaben rund zehn Prozent der Befragten an, der Krise etwas Positives abgewinnen zu können: einen Fortschritt in der Digitalisierung. Selbst, wenn durch COVID-19 kurzfristige Jahresziel nicht erreicht werden, so lässt bringt der Wandel die Unternehmen, ebenso wie die Branche als Gesamtes voran. Dann gibt es da noch diejenigen, die die Krise deutlich zu spüren bekamen. 24 Prozent der Vermittler sogar so drastisch, dass sie ihre Jahresziele nicht erreichen. Und ein Umfrageteilnehmer hat trotz Krise zumindest den Humor nicht verloren. Er kommentierte augenzwinkernd: Wo ist der Punkt? Ich schaffe meine Jahresziele sowieso nie“.

Die Krise als Chance nutzen

Doch wie reagieren Unternehmen, deren Zahlen schlechter ausfallen als erwartet oder auch kalkuliert? Und wie verlief deren Geschäftsjahr im Rückblick? Stellvertretend sprachen wir mit Kai Schmied, aus dem Vertrieb und Marketing bei Finanzteam-26. Mitte März sowie im April erhielt das Unternehmen kaum noch Anfragen zum Kerngeschäft BU. Bereits vereinbarte Termine wurden abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Im Juni dann die ersten Stornos von bestehenden Verträgen. Auch Geldanlagen und Altersvorsorgen cancelten die Kunden. Damit stand schnell fest: Das Jahresziel ist nicht zu schaffen. Den Kopf in den Sand stecken? Keine Option. Das Unternehmen dachte dadurch um. Das Team nutze die Zeit, um die Onlinepräsenz zu stärken und sich mit Social Media auseinanderzusetzen. Beispielsweise durch SEO Verbesserungen oder neue Videos auf dem YouTube-Kanal.

Dann eine Verschnaufpause ab Juli:

„Der Betrieb lief wieder ganz normal bis sehr gut. Ich bin kaum noch hinterher gekommen.“

Dennoch: Durch den Rückschlag am Jahresanfang reicht die restliche Zeit nicht aus, um die Jahresziele noch zu erfüllen. Gerade hinsichtlich eines weiteren Lockdowns oder Beschränkungen der Wirtschaft. Doch auch, wenn dieses Jahr nicht wie erwartet verlaufen ist, das kommende Jahr steht in den Startlöchern. „Wir planen noch präsenter im Netz zu sein und mehr Aktionen für unserer bestehenden Kunden zu fahren. Meine Hoffnung ist groß, dass der Spuk irgendwann aufhört und Normalität einkehrt. Wie lange das dauert? Keine Ahnung, aber dank Online-Beratung werden wir das durchstehen und gestärkt hervorkommen, da bin ich mir sicher“, sagt Schmied.

Titelbild: © Kevin Carden/stock.adobe.com

Stephanie Gasteiger

Mitglied der NewFinance-Redaktion mit beruflichem Hintergrund in der PR und Wurzeln am Chiemseeufer. Ist ganz nach Friedrich Nietzsche davon überzeugt, dass die Glücklichen neugierig sind. Und ebenso umgekehrt.

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