Social Media ist heutzutage fast unverzichtbar, um Kunden zu erreichen oder eigene Inhalte zu verbreiten. Allerdings sind nicht alle Funktionen rund um Social Media rechtlich zu 100 Prozent sicher. Ein einfacher Like-Button auf der eigenen Homepage kann bereits zu einer Abmahnung führen. Das zeigt ein aktueller Rechtsstreit zwischen einem Online-Modehändler und der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Infografik: 2,4 Milliarden Menschen nutzen Facebook | Statista
Quelle: Statista

Was ist denn ein Like-Button?

Mittlerweile sind sie auf vielen Webseiten zu finden. Sie bilden eine Schnittstelle, durch die Nutzer bestimmte Inhalte (zum Beispiel Blogbeiträge oder bestimmte Seiten) schnell in den sozialen Netzwerken teilen oder mit einem Like markieren können. Allerdings bergen diese Buttons einige Risiken, was den Datenschutz angeht. Denn sie senden Daten an die betreffenden Netzwerke. Wie heise berichtet, übertragen diese Share- und Like-Buttons die IP-Adresse, die Webbrowser-Kennung und den genauen Zeitpunkt des Aufrufs an das jeweilige soziale Netzwerk, schon bevor der Nutzer sie überhaupt anklickt. Dieser Umstand hat 2015 zu einem Rechtsstreit zwischen dem Unternehmen Fashion ID, einem Onlinehändler für Modeartikel, und der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen geführt. Der Modehändler hatte den Social Button „Gefällt mir“ von Facebook in seine Webseite eingebunden.

„Offenbar erfolgt diese Übermittlung, ohne dass sich der Besucher dessen bewusst ist und unabhängig davon, ob er Mitglied des sozialen Netzwerks Facebook ist oder den „Gefällt mir“-Button von Facebook anklickt.“ – Aus dem Urteil C-40/17 vom 29.07.2019

Die Hintergründe

Seinen Anfang fand der Rechtsstreit bereits vor einigen Jahren. Weil herauskam, dass die Social Buttons Daten der Seitenbesucher an Facebook übertragen, folgte eine Unterlassungsklage von der Verbraucherzentrale. Der Fall landete vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH), Ende Juli schließlich entschied. Betreiber von Webseiten können demnach in dem Falle, dass sogenannte Social Media-Buttons auf der eigenen Seite Nutzerdaten erheben und weiterleiten, dafür mitverantwortlich gemacht werden.

Bevor die Abmahnung kommt

Als direkte Folge auf die Entscheidung ist für Betreiber von Webseiten Vorsicht geboten. Sie müssen den Vorgaben des EuGH Folge leisten. „Andernfalls drohen ihnen im schlimmsten Fall eine Abmahnung oder ein Bußgeld durch die Datenschutzbehörde“, erklärt Brian Scheuch, ROLAND-Partneranwalt von der Kanzlei Heidrich Rechtsanwälte, in einer Pressemitteilung. Denn „mindestens IP-Adressen sind dabei personenbezogene Daten und fallen somit unter den Datenschutz.“

Auch mit Like-Button auf der sicheren Seite

Die große Frage lautet nun: Wie können sich Makler davor schützen, das sie wegen einem Like-Button eine Abmahnung erhalten? Scheuch zufolge ist die Aufklärung von Seitenbesuchern hierbei am wichtigsten. Aber: „Eine Einwilligung ist laut dem EuGH nicht notwendig, wenn der Webseitenbetreiber ein ‚berechtigtes Interesse‘ an der Einbindung eines solchen Plugins nachweisen kann“, erklärt der ROLAND-Partneranwalt. Ferner rät er dazu, auf eine Lösung zurückzugreifen, bei der der Like-Button erst dann anfangen kann, Daten zu sammeln, wenn der Nutzer diesen auch anklickt. „So kann das ungefragte Sammeln von Daten verhindert werden.“

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Titelbild: © lassedesignen / Fotolia.com

Lars Nievelstein

Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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