Manchmal passiert es von einem Tag auf den anderen. Manchmal ist es absehbar. Plötzlich bestimmen nicht mehr die Familie, die Kinder und der eigene Beruf den Alltag. Sondern die Pflege der Eltern oder Angehörigen, mit der betroffene Söhne und Töchter konfrontiert werden. „Es ist der letzte Abschied vom Kindsein“, so bezeichnet der Spiegel in einer Reportage den Rollentausch von Eltern und (häufig) erwachsenen Kindern. Jetzt sind es die älter und gebrechlicher gewordenen Eltern, die Pflege und Hilfe benötigen. Diese kostet viel Zeit, Nerven und ohne entsprechender Vorsorge vor allem auch viel Geld – wenn Eltern und Kinder unvorbereitet sind.

Großteil pflegt Angehörige selbst

Denn im Schnitt beträgt die Dauer der häuslichen Pflege laut AOK mehr als sechs Jahre. Eine Erhebung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zeigt außerdem: Den Großteil der Pflege übernehmen Angehörige ohne Pflegedienst. Dies waren im Jahr 2015 etwa 1,4 Millionen Bedürftige. Nur halb so viele Pflegefälle wurden durch oder gemeinsam mit einem Pflegedienst häuslich betreut. Stationär im Heim wurden 0,8 Millionen Menschen versorgt.

Kinder sorgen für ihre Eltern

Was viele nicht bedenken: Zwar sind Eltern mindestens bis zum 18. Lebensjahr ihrer Kinder unterhaltspflichtig. Doch diese Versorgungspflicht gibt es in beide Richtungen. Dies ist im BGB als Gesetz vorgeschrieben:

„Verwandte in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewährleisten.“

So sind auch erwachsene Kinder verpflichtet ihre Eltern zu versorgen, wenn sie selbst nicht mehr in der Lage dazu sind. Das bedeutet: Werden die Eltern zum Pflegefall und können die Finanzierung ihrer eigenen Pflege nicht gewährleisten, müssen die Kinder diese übernehmen. Doch welche Summen kommen auf die zu versorgenden Pflegefälle oder die Angehörigen zu?

Durchschnittliche Rente reicht nicht

Laut Hans-Böckler-Stiftung, dem Mitbestimmungs-, Forschungs- und Studienförderungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes, kostet es monatlich durchschnittlich 1.800 Euro eine im Haushalt lebende Hilfskraft zu beschäftigen. Ein Betrag, den nicht jede Rente füllen kann. Etwa 7,8 Millionen erhalten lediglich eine Altersregelrente. Laut der Deutschen Rentenversicherung liegt diese bei Männern bei 824 Euro im Monat. Frauen erhalten lediglich 472 Euro. Die durchschnittliche Rente der Deutschen beträgt hingegen 1.090 Euro. Auch dieser Betrag reicht nicht, um die im Haushalt lebende Hilfskraft zu beschäftigen. Die Lücke müssen Angehörige und Sozialhilfe begleichen.

Sensible Beratung nötig

Die Pflege und der Umgang mit dem Älterwerden ist ein wichtiges, aber auch sensibles Beratungsthema für Vermittler. Kunden erhalten durch eine private Pflegeversicherung die Möglichkeit zu bestimmen, wie sie im Pflegefall selbstbestimmt leben können. Und schützen so nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Liebsten vor finanziellen Lücken.

Titelbild: © Orlando Florin Rosu / fotolia.com
Quellen: AOK, Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, BGB, Hans-Böckler-Stiftung, Deutsche Rentenversicherung

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