Es ist wie der Unterschied zwischen Wissen und Tat. Selbst, wenn die wichtigsten SEO-Trends 2020 bekannt sind, verschaffen sie noch lange keine Vorteile. Denn viele Webseiten-Betreiber vernachlässigen noch immer die grundlegenden Aufgaben guter Suchmaschinenoptimierung. Doch was bleibt wichtig und was kommt hinzu? Ein kurzer Überblick über die SEO-Trends 2020.

Trend Nr. 1: Licht am Ende des Tunnels durch “Page-Speed”

Google ist im Geschwindigkeitsrausch. Nicht nur, dass die Page-Speed zur guten Nutzererfahrung insbesondere auf Smartphones beiträgt. Auch möchte der Datenriese das Crawlbudget effektiver einsetzen. Laut John Mueller, Webmaster Trends Analyst bei Google, werden Seiten, bei denen der Google-Bot mehr als zwei Sekunden für den Download benötigt, seltener gecrawlt als schnelle Seiten. Ein weiterer Indikator dafür, dass Page-Speed auch 2020 zu den SEO-Trends gehört, ist das von Google weiterentwickelte Performance-Tool Lighthouse (kostenfrei). Ebenso wie die Veröffentlichung des Chrome-User-Experience-Reports. Denn dieser liefert Einblicke in die tatsächliche Webseiten-Geschwindigkeit im Vergleich zum ­Wett­bewerb. Ende letzten Jahres hat Google ebenfalls eine weitere ­Metrik, das Largest ­Contentful Paint, zu Lighthouse hinzugefügt. Die ­verdeutlicht, wann der relevante Inhalt einer Seite geladen ist.

Trend Nr. 2: Weg vom JavaScript

Nun stellt sich die Frage: Mehr Speed, aber wie? Hier kommt JavaScript ins Spiel. Single-Page-Applikationen, also Webseiten, die aus einem einzigen HTML-Dokument bestehen und deren Inhalte dynamisch nachgeladen werden, brachten Webseiten-Betreiber dazu, ihre Webseiten komplett mit JavaScript zu realisieren. Keine gute Idee.

Denn der Einsatz von JavaScript zur Suchmaschinen­optimierung ist nur bedingt sinnvoll. Die Fehlertoleranz ist bei statischen HTML-­Umsetzungen deutlich geringer. Die Folgen: Einige Webseiten mussten wegen fehlerhafter Implementierung oder sehr komplexer Skripte Einbußen im SEO-Traffic hinnehmen. Der SEO-Trend geht hier eindeutig zum Prerendering, dem Vorladen einer Ressource in den Cache eines Browsers.

Die Funktion erlaubt es, sämtliche benötigte statische Ressourcen einer URL im Hintergrund vollständig vorzuladen. Als öffne man eine Webseite in einem neuen Tab, der jedoch solange versteckt bleibt, bis der Nutzer die Seite wirklich ansteuert. Der Vorteil: Die Ladezeit beim Wechsel auf eine vorgerenderte Webseite liegt in der Regel bei unter 50 Millisekunden. Dadurch muss Google die Webseite nicht selbst „zusammensuchen“. Die neuesten Entwicklungen von Google machen Hoffnung. Google will das Indexieren und Rendern von JavaScript-­basierten Webseiten zukünftig nicht mehr über zwei ­Crawling-Zyklen durchführen.

Trend Nr. 3: UX kooperiert mit SEO

Was haben UX (User-Experience) und SEO (Suchmaschinenoptimierung) gemeinsam? Sie wollen User dazu bringen, auf der angepeilten Seite zu verweilen und möglichst viel Content zu erkunden. Dabei gibt es hin und wieder Interessenskonflikte. MSO-Digital spricht von handfester Konkurrenz. Das muss jedoch nicht sein. Die Kooperation beider Felder hat sowohl für die Customer Journey als auch für die Visibility Vorteile. So können SEO und UX etwa verschiedene Faktoren teilen.

Zum Beispiel:

  • Bilder-Tags: Werden von Google gecrawlt, können aber auch der UX zuträglich sein, indem der User diese ausliest und so relevante Informationen erhält
  • Navigation: Interne Verlinkungen sind nicht nur wichtige SEO-Ranking-Faktoren, sondern tragen gleichzeitig zu einer besseren User Experience bei, sofern diese richtig gesetzt sind
  • Passende URL: Einerseits ist sie für Suchmaschinen wichtig, andererseits wissen User sofort, was sie auf einer Seite erwartet

Trend Nr. 4: 50 Prozent sprechen mit der Suchmaschine

Die Art der Suchanfrage selbst befindet sich im Umbruch. So achtet Google beispielsweise immer mehr darauf, W-Fragen zu beantworten. Eine klare Entwicklung von einer Such- zu einer Findmaschine. Warum? Die Nutzer stellen ihrer Suchmaschine Fragen, anstatt fragmentierte Keywords einzugeben. Der Fokus: Direkt passende Antworten auf die gestellten Suchanfragen. Featured Snippets, ­Google Answer und die sehr aufmerksamkeitsstarken FAQ-Boxen ­prägen vermehrt die Suchergebnisse. Gefördert wird dieser SEO-Trend durch die steigende Nutzung digitaler Assistenten wie Amazons Alexa, Google Home oder Apples Siri. 2020 sollen bereits 50 Prozent aller Suchanfragen per Spracheingabe erfolgen. Google reagierte mit einem neuen Update. „BERT“ soll die Komplexität menschlicher Sprache besser nachvollziehen können.

Trend Nr. 5: Weg vom Desktop – Mobile First

Google vollzieht den Epochenwechsel mit dem Mobile First Indexing. So will die Suchmaschine künftig Suchergebnisse anhand der Informationen, die sie auf der mobilen Version einer Webseite findet, bewerten. So crawlt seit Sommer 2018 der Google-Bot zunächst mobile Seiten ab und erst im Anschluss Desktop-Versionen. Zeit, um die eigenen Webseiten auf Dynamic Serving oder als responsive Website umzustellen. Ebenso wichtig ist die Ladegeschwindigkeit auf dem mobilen Endgerät. Insbesondere beim Aufrufen über mobile Daten. Und so belohnt Google Geschwindigkeit mit besseren RankingsAccelerated Mobile Pages (AMP) sind anhand eines Blitzsymbols neben dem Suchergebnis zu erkennen. Die Idee kommt nicht von ungefähr,  hat sich das Suchverhalten der Nutzer längst verändert. Laut Content-Performance-Spezialist Brightedge, erfolgen mittlerweile 57 Prozent des Suchtraffics über mobile Endgeräte.

Titelbild: © SasinParaksa / stock.adobe.com

Nikita Mitryaev

Geboren in Moskau, in London studiert und in einem Münchner Medienhaus gelandet. Als Online- und Multimedia-Redakteur der NewFinance verantwortlich für Videos, Podcasts und Beiträge rund ums Digitale.

Alle Beiträge anzeigen

Kommentar hinzufügen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Was Sie hier erwartet

Zu den Besten gehören Sie nicht ohne Grund. In unserer schnelllebigen und dynamischen Zeit entscheidet ein guter Informationsvorsprung über den nachhaltigen Erfolg in der Beratung.

Unser Maklerblog informiert aktuell und verlässlich über alle Themen, die Sie als unser Partner wissen müssen. Wir wünschen viel Freude und Erfolg!

Auf ein Wort

… mit Ulrich Neumann.

Was bewegt die Branche? Welche Lösungen bietet die Gothaer ihren Vertriebspartnern?

Von der DKM 2019

Ulrich Neumann DKM2019

Eindrücke von der DKM – und warum es einen großartigen Erfolg zu feiern gab – verrät Ulrich Neumann, Leiter Partnervertriebe, in unserem Video-Interview.

Immer up to date mit dem GoNewsletter

Alle drei Wochen informieren wir Sie im GoNewsletter über aktuelle Themen rund um Versicherungen, Altersvorsorge, Geldanlage, Gesundheit und Vermittlerrecht. Und das alles natürlich kostenlos.

Zur Anmeldung

Gothaer Business TV

Berater Spezial: Gewerbeversicherung

Gewerbeversicherung

„Wir setzen in den kommenden Monaten alles daran, unsere Vertriebspartner mit den innovativen neuen Prozessen unserer Lösung vertraut zu machen und sie zu begeistern, gemeinsam mit uns in diese neue Welt des Gewerbegeschäftes zu gehen.

Finden Sie weitere interessante Details zu Zielgruppen, Cyber-Risiken und den Produkten und Lösungen der Gothaer in unserem Berater Spezial: Gewerbeversicherung.“

Ulrich Neumann
Leiter Partnervertriebe

Kontakt

Gothaer Allgemeine
Versicherung AG
Arnoldiplatz 1
50969 Köln
Tel. 0221 308-00
Fax 0221 308-103
E-Mail info@gothaer.de

Gothaer Makler-Portal

Sie wollen die Gothaer als Geschäftspartner wählen? Oder arbeiten bereits mit uns zusammen? Hier finden Sie alle Informationen rund um unsere Angebote. Und Services, die Ihnen die Arbeit erleichtern.

Zum Makler-Portal

Zukunft für Finanzberatung

Offizieller Förderer der Deutschen Makler Akademie

/* ]]> */