Nach der Hitzewelle zog zu Wochenbeginn eine Unwetterfront über den Süden Deutschlands. „Alarmstufe Rot“, titelte der Focus. Worauf müssen Kunden in Zeiten schwerer Unwetter achten?

Millionenschäden durch Starkregen

Zunächst ein paar Zahlen. Dem Umweltbundesamt zufolge entstehen Starkregen aus sogenannten konvektiven Niederschlägen, die zwischen Juni und August in Verbindung mit Gewitterzellen auftreten können. Bei seinem Auftreten kann ein solche Schauer für teure Schäden an Haus und Eigentum sorgen. Im vergangenen Winter fand der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) in Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) heraus, dass extreme Regenfälle zwischen 2002 und 2017 knapp 1,3 Millionen Schäden an deutschen Wohngebäuden verursachten. Pro Schaden zahlt der Hausbesitzer im Schnitt 5.300 Euro für die Beseitigung der Schäden.

Klimawandel begünstigt Starkregen

Einer Untersuchung des GDV zufolge kommen konvektive Niederschläge überall in der Bundesrepublik vor. Seit der Jahrtausendwende war beinahe jeder Ort in Deutschland mindestens einmal von einem solchen Starkregen betroffen. Stratiformer Niederschlag, also ein gleichförmiger Dauerregen, trifft hingegen vorrangig das Mittelgebirge und Alpenvorland. Im Schnitt steigt die Regenmenge derzeit kontinuierlich an. Laut dem DWD stieg die jährliche Regenmenge von 770,5 Millimeter (1881 bis 2019) auf 792,9 Millimeter (1991 bis 2019).

Damit nicht genug: Gleichzeitig soll im Rahmen des Klimawandels die Anzahl der Wetterextreme steigen. Der Deutsche Wetterdienst geht von einem Anstieg der Starkregenfälle um 14 Prozent pro einem Grad Celsius der Erderwärmung aus. Die Wasserdampfmenge soll um sieben Prozent pro zusätzlichem Grad Celsius betragen.

Infografik: Starkregen in Deutschland | Statista
Quelle: Statista

Unterversicherung bei Starkregen

In Deutschland herrscht dennoch nach wie vor Unterversicherung. Fast die Hälfte aller Gebäude (45 Prozent) ist nicht gegen Naturgefahren wie Hochwasser abgesichert, berichtet der GDV.  „Für Schäden, die beispielsweise durch Überschwemmungen und Starkregen entstehen, ist jeweils eine zusätzliche Elementardeckung nötig“, erklärt Patrick Prüss, Leiter Produkte und Innovation im Komposit Privatkunden, in einer Pressemeldung. „Nur dann ist eine Übernahme der Kosten für Reparaturarbeiten am Wohngebäude wie etwa eine Gebäudetrocknung oder Instandsetzung des Mauerwerks durch die Versicherung möglich.“

Im Schadenfall dokumentieren

Um einen Überblick darüber zu geben, wie Kunden sich im Schadenfall am besten verhalten, stellt die Gothaer eine Liste zur Verfügung:

  • Den Schaden sofort melden: Versicherungsnehmer sollten so schnell es geht beim Versicherer Bescheid sagen – eine detaillierte Schadensaufstellung ist auch später noch möglich.
  • Folgeschäden vermeiden: Für Kunden ist es wichtig, den Schaden gering zu halten. Bei einer Überschwemmung des Kellers etwa Einrichtungsgegenstände in Sicherheit bringen oder das Wasser abpumpen.
  • Dokumentieren: Fotos und Videos helfen dabei, den Schaden genau festzuhalten.
  • Keine Reparatur ohne Versicherer: Versicherungsnehmer sollten Rücksprache mit dem Versicherer halten, bevor sie eine Reparatur in Auftrag geben.
  • Archivieren: Kunden können etwa Quittungen von Reparaturarbeiten aufheben und diese für die Steuererklärung behalten.

Und was hat der Klimawandel mit Feng Shui zu tun? Informationen dazu finden Interessierte auf unserem Blog.

Titelbild: © Kevin Carden/ stock.adobe.com

Lars Nievelstein

Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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