Im Schnitt wird jeder Vierte Deutsche im Laufe seines Arbeitslebens berufsunfähig. Allerdings verschieben sich die Gründe dafür. Wir werfen einen Blick auf die wichtigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit.

Psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch

Alljährlich prüft die Ratingagentur MORGEN & MORGEN, aus welchen gesundheitlichen Gründen die Deutschen ihre Arbeit aufgeben müssen. Im vergangenen Jahr ergab diese Untersuchung, dass jede fünfte Person (20,89 Prozent) aufgrund von Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates aus dem Berufsleben ausschied. Vor ein paar Jahren noch die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit. Mittlerweile aber haben psychische Erkrankungen sie abgelöst: Sie betrafen 29,65 Prozent und damit etwa ein Drittel der betroffenen Personen. Unter psychische Erkrankungen fallen etwa Depressionen und Burnout. Der seltenste Grund waren wiederum Herz- und Gefäßerkrankungen mit einer Häufigkeit von 7,03 Prozent. Das berichtete der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf seinem Portal „Die Versicherer“.

Krebserkrankung auf Platz drei

Dieser Trend hält den neuen Zahlen von MORGEN & MORGEN zufolge weiter an. Im Mai veröffentlichte das Analysehaus die neuen Ergebnisse. Diese zeigten einen Anstieg des Neugeschäfts in der Berufsunfähigkeitsversicherung um 2,5 Prozent. Der Anteil von Nervenkrankheiten an allen BU-Fällen lag hier allerdings bei 32,66 Prozent. Danach folgten Erkrankungen von Skelett und Bewegungsapparat (19,65 Prozent) und Krebs- und Geschwürerkrankungen (16,08 Prozent).

Neue Statistik bestätigt Trend

Eine neue Statistik von Franke & Bornberg zeigt ein ähnliches Ergebnis. Dafür zogen die Analysten Leistungsfälle von fünf großen Versicherern heran und werteten diese aus. Psychische Krankheiten und Verhaltensstörungen machten hier 26,64 Prozent aller Fälle für Berufsunfähigkeit aus. Krankheiten des Muskel-Skelett-Gewebes und des Bindegewebes folgten mit 23,76 Prozent. Dahinter folgten „bösartige Neubildungen“ (19,11 Prozent), „sonstige“ Erkrankungen (16,95 Prozent) und Krankheiten des Kreislaufsystems (7,23 Prozent). Diese Zahlen würden jedoch nicht für die gesamte Branche gelten, denn der Bestand der Versicherer hinge auch von Zielgruppe und Annahmepolitik ab.

BU-Grad nicht erreicht

Weiterhin zeigte Franke & Bornberg die häufigsten Gründe für eine Ablehnung des BU-Antrags. Ein Großteil der Ablehnungen (55 Prozent) ergab sich aus einer medizinischen Ablehnung, also einem Nichterreichen des notwendigen Krankheitsgrades. 25,2 Prozent entfielen auf Anfechtung und Rücktritt, mehr als jeder Zehnte (11,7 Prozent) erfüllte den Prognosezeitraum nicht.

BU-Risiko Social Media

Dem Versicherungsmakler und BU-Experten Torsten Breitag zufolge wirken psychische Erkrankungen oftmals kumulativ mit anderen Erkrankungen und stellen oft den „letzten Knall“ dar, der dann zur Berufsunfähigkeit führt. Als einen weiteren Risikofaktor sieht er die ständige Erreichbarkeit über Telefon, WhatsApp und Social Media. Die Zahlen sprechen hier eine deutliche Sprache: Dem Social Intelligence Unternehmen Brandwatch zufolge verbringen Internetnutzer täglich 142 Minuten in sozialen Netzwerken. Täglich gehen mehr als 60 Milliarden Nachrichten über Facebook Messenger und WhatsApp um die Welt. Versicherer müssten Breitags Meinung nach Mehrwerte anbieten, die präventiv wirken können. Weitere Einblicke von Torsten Breitag finden Interessierte im Interview.

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Titelbild: © Sergey Nivens/stock.adobe.com

Lars Nievelstein

Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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