BU, Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll? Lebensversicherung

Heidi Klum hat vier. Jude Law auch. Angelina Jolie zieht sechs groß. Mel Gibson toppt sie alle mit seinen neun Kindern, von denen sieben aus erster Ehe stammen. Die Prominenz schmückt sich mit vielen Kindern, eigenen und adoptierten, am besten beides.

Der Trend geht auch in Deutschland mindestens zum Drittkind. Laut Statistischem Bundesamt wurden 2015 genau 84.036 Babys geboren, die für die Mutter das dritte Kind waren – zwölf Prozent mehr als im Jahr 2009. Die Zahl der Drittgeborenen legte also deutlich stärker zu als die der Kinder insgesamt. Und die Kinderzahl von Frauen steigt: 2015 bekam eine Frau im Durchschnitt 1,5 Kinder, zehn Jahre zuvor waren es nur 1,25. 2016 hatten 45 Prozent der Eheleute ein Kind, 41 Prozent zwei und immerhin ganze 14 Prozent drei und mehr Kinder.

Dass das Kinderkriegen wieder im Trend liegt hat viele Gründe, neben der Renaissance der Institution Familie stärkt auch die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt die Zuversicht in die Zukunft, ebenso wie der schrittweise Ausbau der Betreuungsangebote.

Viele Kinder, viel Verantwortung

Doch Kinder sind teuer: Dem Statistischen Bundesamt zufolge kostet das erste Kind seine Eltern im Durchschnitt 550 Euro im Monat, für zwei Kinder werden insgesamt 948 Euro fällig, für drei 1.356 Euro. Wer viele Kinder hat, braucht viel Platz und viele Eltern träumen dann vom eigenen Heim. Oder setzt dies auch in die Tat um. Die finanzielle Verantwortung für den Hauptverdiener wächst. Immerhin muss man lange fit sein, um das eigene Haus abzubezahlen.

Unterschätztes Risiko Berufsunfähigkeit

Oder: Krank macht arm. Denn die Zahlen sind eindeutig. Jeder vierte Deutsche erreicht das Rentenalter nicht ohne Unterbrechung . Heißt: ist mindestens einmal in seinem Leben von einer Berufsunfähigkeit betroffen. Mindestens ein halbes Jahr kann er so nicht auf sein volles Einkommen bauen. Und muss häufig zusätzliche Ausgaben tätigen: ein rollstuhlgerechter Umbau des Autos oder des Badezimmers, aufwändige Reha-Maßnahmen und andere Hilfsmittel, die ein Leben auch mit Beeinträchtigung lebenswerter machen.

Aber: Die alltäglichen Kosten laufen weiter! Das Haus will abbezahlt, die Leasing-Rate fürs Auto geleistet, die Klassenfahrt fürs Kind finanziert werden. So kommen zu den gesundheitlichen Sorgen existenzbedrohende finanzielle hinzu. Doch nach wie vor ist nur jeder fünfte Erwerbstätige privat gegen Berufsunfähigkeit versichert.

Hello Family!

Unserer BU-Familie haben wir jetzt eine neue, familienfreundliche Tarifgestaltung hinzugefügt. Die Redaktion hat Carsten Hölzemann, der als Produktmanager der Gothaer maßgeblich an der Entwicklung beteiligt war, getroffen und ihn zu den Besonderheiten, Highlights und Zielgruppen des neuen Tarifs SBU Plus befragt.

Herr Hölzemann, die BU erscheint vielen Menschen als schwieriges und komplexes Produkt, eine Hausrat dagegen erscheint eher leicht verständlich. Stimmt das überhaupt?
Carsten Hölzemann, Produktmanager Risikoprodukte bei der Gothaer

Carsten Hölzemann: Eine Hausrat- oder eine Haftpflichtversicherung ist letztendlich ähnlich komplex oder sogar noch kniffliger als eine BU. Was bedeutet zum Beispiel „bedingungswidrig ausgetretenes Leitungswasser“? Wann ist ein Fahrrad versichert? Und warum ist eine Kamera, die ich mir ausleihe, nicht versichert, aber habe ich sie mir einfach ohne zu fragen genommen, dann schon?

Die BU erscheint so „schwierig“, weil die finanzielle Existenz von ihr abhängt. Es also darauf ankommt, wie gut der Tarif ausgestaltet ist und wie verlässlich der Versicherer ist. Und schwierig ist die grundlegende Definition, was genau „50 Prozent der Leistungsfähigkeit“ in meinem Beruf bedeutet. Wo ist die Grenze? Wenn ich mit einem komplizierten Bruch zuhause auf dem Sofa sitze, der mich vielleicht auch länger als ein halbes Jahr dorthin verbannt – bedeutet das wirklich, dass ich meinen Beruf zu mehr als 50 Prozent nicht mehr ausüben, also nicht am Schreibtisch sitzen und telefonieren kann?

Auch die Beantragung erscheint vielen Menschen schwierig, und natürlich sind die Gesundheitsfragen heikel. Aber wir brauchen dieses Wissen, um das Risiko einschätzen zu können, das ja dann auch vom Versichertenkollektiv getragen werden muss. Um auf die Sachversicherung zurückzukommen: Wenn jemand ein Reetdachhaus in direkter Nachbarschaft zu einer Feuerwerkskörperfabrik besitzt, ist sein Risiko eben höher. Und er muss sich teurer oder auf eine andere Art und Weise versichern.

Verbraucherschutz und Medien sagen einmütig, dass wirklich jeder eine BU haben sollte. Und obwohl der Staat sich aus dem Thema Erwerbsminderung fast völlig zurückgezogen hat, sind immer noch viel zu wenige Menschen privat versichert. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Carsten Hölzemann: Sich mit dem Thema Berufsunfähigkeit zu beschäftigen ist erst einmal unangenehm. Doch die BU ist immens wichtig, es besteht ein großes Risiko für die eigene Existenz – aber sie kostet Geld! Aus Sicht des Kunden handelt es sich also um eine teure Absicherung. Und je nach Risiko und Alter liegt die Prämie eventuell über der Zahlungsbereitschaft oder -fähigkeit des Kunden.

Daher sollte man eine BU so früh wie möglich abschließen, wenn man noch jung und gesund ist. Es würde ja auch niemand ein bereits brennendes Haus versichern. Also, wenn ein Fliesenleger bereits zwei Mal am Knie operiert wurde, dann wird es schwierig.

Ist das neue Produkt SBU plus ein Schritt zur Abhilfe? Und was ist bei der neuen SBU das „plus“?

Carsten Hölzemann: Ja, wir glauben schon, dass dieser neuer Tarif SBU Plus ein Schritt in die richtige Richtung ist, um den Markt besser zu durchdringen. Dieser Tarif hat alles Wesentliche, was eine sehr gute BU auch aus Sicht der Ratingagenturen auszeichnet, aber eben keinen Schnickschnack, kein Drumherum. Wir haben uns wirklich darauf konzentriert, dass die wichtigen Bestandteile einer BU hier zu einem günstigen Preis angeboten werden können. Der Makler kann sich auf das Produkt verlassen. Es hat fünf Sterne im Rating erreicht und ist ein vollwertiger BU-Schutz, aber über den Preis trotzdem attraktiv anzubieten. Wenn der Kunde eine BU will, ist die SBU Plus der richtige Schritt.

Das Plus der SBU Plus ist tatsächlich der Vollschutz zum günstigen Preis, der durch die bis zu zehn Prozent Familienrabatt noch einmal gesenkt werden kann.

Die Basisvariante der BU haben Sie abgeschafft – was sind die Hintergründe?

Carsten Hölzemann: Wir glauben, dass im Bereich der Berufsunfähigkeit die „Light“-Produkte nicht das sind, was den Bedarf des Kunden trifft. So gibt es Einschränkungen, die weder Makler noch Kunden überzeugen. Zum Beispiel der verlängerte Prognosezeitraum von 36 Monaten. Das heißt, die BU greift erst bei einer Berufsunfähigkeit, die laut ärztlicher Prognose drei Jahre dauern soll. Bei anderen Tarifen fehlt wiederum der elementare Verzicht auf abstrakte Verweisung. Wenn wir also einen vollwertigen Schutz zu einem Preis anbieten können, bei dem man bei anderen Anbietern nur eine Basisvariante bekommt, ist das besser.

Gibt es vergleichbare Tarife am Markt – sowohl bei der Leistung als auch beim Preis?

Carsten Hölzemann: Es gibt vergleichbare Produkte von Mitbewerbern, aber wir haben uns preislich gut positioniert. Natürlich wird der ein oder andere Beruf bei anderen Anbietern unterschiedlich eingestuft. Daher kann ich nicht pauschal sagen, wir seien der günstigste Anbieter, aber wir sind ziemlich nah dran.

Die Gothaer hat dieses Jahr für die gesamte BU-Welt ein Zielgruppenkonzept entwickelt. Die SBU Plus stellt Familien in den Fokus. Mit dem Marketingkonzept „Hello Familiy“ werden Familien dabei explizit begrüßt. Was macht diese Zielgruppe für den Makler so interessant?

Carsten Hölzemann: Die Absicht, eine BU abzuschließen, ist bei Familien besonders hoch. Das haben uns Befragungen gezeigt. Hier sehen wir ein großes Potenzial, da sich bei der Geburt eines Kindes das Bewusstsein für das Risiko schärft. Die Menschen sind auf einmal nicht mehr so sorglos, und die Verantwortung, die sie für den Partner oder ein Kind haben, wird spürbar.

Aus Maklersicht handelt es sich bei Familien um eine große und attraktive Zielgruppe. Denn bei einer Familiengründung wird noch einmal die gesamte Absicherungssituation geprüft. Und wenn dann der Familienbonus diesen vollwertigen Schutz noch günstiger macht, umso besser. Das wollten wir erreichen.

Herr Hölzemann, wir bedanken uns für dieses ausführliche Gespräch.
Titelbild: (c)contrastwerkstatt,Andrey Kiselev,Drobot Dean Beitragsbild:  (c) Gothaer

 

Mehr zur SBU Plus und dem Zielgruppenkonzept Hello Family hier:

gothaer-hello-family.de

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2 Kommentare

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  • Dass die Gothaer die Basis-Variante abgeschafft hat, mag aus vertrieblicher Sicht richtig sein. Dennoch halte ich es für einen Fehler.

    Die Versicherungswirtschaft hat es leider immer noch nicht geschafft das Problem zu lösen, dass eine BUV für einige Berufsgruppen finanziell nicht erreichbar ist. Die fortwährende Ausdifferenzierung der Berufsgruppen hat in erster Linie den Berufen genützt, die ohnehin schon einen vergleichsweise günstigen Beitrag hatten. Wirklich gute Lösungen für Handwerker und andere Berufe mit hohem Anteil körperlicher Tätigkeit gibt es nicht. Multi-Renten und Erwerbsunfähigskeitsversicherungen konnten sich bislang nicht durchsetzen. Eine BUV mit abgespeckten Leistungen war für diese Personengruppen in einigen Fällen eine nicht perfekte aber akzeptable Lösung. Jedenfalls besser als gar keine Absicherung.

    Dass die Tarife mit abgespeckten Leistungen vertrieblich nicht erfolgreich waren, mag auch daran liegen, dass in den Medien suggeriert wird, nur eine BUV mit Premium-Bedingungen sei akzeptabel. Was nützt aber eine Premiumabsicherungen die nicht finanzierbar ist oder aus Kostengründen nach einiger Zeit vom Versicherten wieder gekündigt wird?

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