Aus dem privaten Gebrauch ist der grüne Kurznachrichtendienst nicht mehr wegzudenken. Denn bereits jetzt nutzen mehr als eine Milliarde Menschen in über 180 Ländern WhatsApp. Vorwiegend um sich mit Freunden und Familie auszutauschen, Dates zu vereinbaren, spontane Schnappschüsse zu teilen, Verspätungen anzukündigen. SMS? Auf dem Rückzug. Die Handhabe? Extrem simpel. Empfänger auswählen, Nachricht eingeben, senden. Auch gängig: Gruppen bilden und Nachrichten an eine Vielzahl von Empfängern schicken.

Dieser und weitere Umstände konnten an Marketingideen nicht spurlos vorbeigehen. Aber lohnt sich WhatsApp auch als Vertriebs- oder Servicekanal? Wofür kann er eingesetzt werden, und welche Risiken gibt es?

WhatsApp: Der Canal Grande

Wen möchte ich erreichen? Ganz klar, die Kunden. Reichweite aufbauen hilft immer. Doch die interessantere Frage: Was will ich mit WhatsApp als Kanal der Kommunikation erreichen? Denn wie Sie den Service nutzen, variiert je nach Zielsetzung. Dabei haben Sie fünf Hauptanwendungsmöglichkeiten.

1.) Seeding-Kanal:

WhatsApp als zusätzlichen Vertriebskanal nutzen und die Reichweite von Blogbeiträgen, White Paper und News vergrößern. Wie? Indem solche Nachrichten mit der Empfängerliste geteilt werden.

Ein häufiger Fehler: Kunden und Interessenten mit WhatsApp-Gruppen zu erreichen und aufzubauen. Denn der Nachteil von Gruppen ist, dass alle Teilnehmer sowohl sich gegenseitig, als auch alle Handynummern innerhalb dieser sehen. Rechtlich sehr riskant und heikel. Auch deshalb, weil Broadcast-Listen eigentlich nicht für den gewerblichen Gebrauch gestattet sind. Denn laut Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) ist es nicht gestattet, Personen werbliche Inhalte ohne deren ausdrückliches Einverständnis zu senden.

Die Lösung: Dienste wie WhappodoTelegra WAM oder WhatsBroadcast.

Diese bieten Unternehmen Broadcast-Listen UWG-konform an. Durch ein Double-Opt-In-Verfahren müssen sich Nutzer aktiv für eine solche Liste anmelden. Dies verifiziert nicht nur die Echtheit des Nutzers und seiner angegebenen Informationen. Dabei geben sie ebenfalls an, mit werblichen Inhalten einverstanden zu sein.

2.) Content-Marketing:

Auf den Inhalt kommt es an. Denn WhatsApp kann wie ein Newsletter-Tool fungieren. Bestehenden Kunden und Interessenten liefert dies die Möglichkeit, sich durch ein Abonnement immer auf dem aktuellen Stand von den angebotenen Produkten oder Serviceleistungen zu halten. Zeitgleich liefern die Daten eine gute Customer Journey.

3.) Umfrage-Tool:

Direktes Kundenfeedback ist Gold wert. Aber deswegen immer auf nervige Telefon- und E-Mail-Umfragen zurückgreifen? Es geht auch einfacher. Denn über WhatsApp lassen sich Meinungen und Feedback ganz einfach einholen.

Die Lösung: StrawPoll

Das sehr simple Umfrage-Tool ermöglicht es, schnell Layouts zu generieren und diese einfach per Link zu verschicken.

4.) Service-Kanal:

Der Klassiker. Sie stellen Ihren Kunden einen Kommunikationskanal zu Verfügung, um ihnen Hilfe anzubieten oder Fragen zu beantworten. Hier wäre es ratsam, entweder ein separates Smartphone nur für Kundenfragen anzuschaffen, oder auf Hilfe von Broadcast-Listen zurückzugreifen. In der Schadenbearbeitung in der Sachversicherung etwa ist das heute schon gang und gäbe. Nur: Auch hier sind die geltenden Datenschutzbestimmungen zu beachten und Sie in der Pflicht, Ihre Kunden aufzuklären.

Der Vertriebskanal WhatsApp: Audiovisuell

WhatsApp lebt aber nicht nur von Textnachrichten. Bilder, Fotos, Videoaufnahmen und aufgenommene Tonspuren gehören ebenso zum Repertoire.
Und so einfach es ist Bilder aufzunehmen, so schwierig ist es bei vielen Kunden und Endgeräten das Layout einheitlich zu belassen. Eine Hilfe kann GetPaint sein. Damit lässt sich die Größe und das Format von Bilddateien einfach verändern.

Videos werden statistisch öfter geteilt und angeschaut.  Hier gibt es auch unzählige Möglichkeiten: Handy, Camcorder, Spiegelreflexkamera, um nur ein paar zu nennen. Der Handbrake Video-Converter bietet eine kostenlose Lösung, Videos in verschiedenste Formate zu konvertieren. Ein echter Lebensretter. Auch für den Ton gibt es Hilfsmittel. In Form des Converters von Audacityteam.

Großer Vorteil – Großer Nachteil

WhatsApp bildet neben einem zusätzlichen Vertriebskanal auch einen Kommunikationskanal. Eine ganz neue Ebene. Denn die Kommunikation über den Kurznachrichtendienst hat den großen Vorteil, dass sie individueller und persönlicher ist.

Die Vermutung: Jeder Nutzer weiß, dass am anderen Ende der Leitung ein Mensch sitzt. Es ist mehr als ein Account auf einer sozialen Plattform. Zugleich ist es ein Nachteil. Denn so ein Kanal erfordert tägliche Pflege, Aufmerksamkeit und durchaus Know-How. „Einfach mal erstellen“- ist hier keine gute Idee. Alleine aus Datenschutzgründen.

WhatsApp: Ein Warnhinweis

Aber Achtung: So einfach und leicht ist die Handhabe nicht. Das Amtsgericht Bad Hersfeld befand, dass WhatsApp-Nutzer durchaus einen Rechtsverstoß begehen können, vor allem bei kommerzieller Nutzung. Denn der Messenger übermittelt automatisch Daten, auch ohne die Zustimmung des einzelnen Kunden. Das ist und bleibt hierzulande verboten. Sollten Sie sich entschließen, WhatsApp einzusetzen, dann muss sowohl im Disclaimer und den Datenschutzbestimmungen des Newsletters, als auch im Impressum ausdrücklich auf die Nutzung von WhatsApp und dessen Datenübermittlung hingewiesen werden. Der Datenschutz muss bei der Nutzung des Messengers befolgt werden.

Titelbild: ©lassedesignen / fotolia.com

 

 

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