Information ist ein Gut. Gute Information ist sogar Gold wert. Oder kann kriegsentscheidend sein. Vor der Übernahme allen Wissens durch den Binärcode und seinen digitalen Kumpanen, war das Lexikon das Must-Have der weltweiten Wissenssucher. Vom Konversationslexikon, über das Sachlexikon hin zum Sachwörterbuch.

Doch Zeiten ändern sich: Heute ist das Internet die globale Quelle der Information. Facebook, Google und Co. versorgen Milliarden Menschen weltweit. Aber wer welche Informationen wo im Netz findet – das bestimmen Algorithmen. Was steckt dahinter? Und wie funktionieren sie?

„Das hab ich schonmal gehört…”

… werden jetzt viele denken. Aber was genau ein Algorithmus ist, das wissen die wenigsten Deutschen. Das ergab eine Studie der Bertelsmann Stiftung (siehe Infografik).

Infografik: Deutsche wissen kaum etwas über Algorithmen | Statista

Grundsätzlich ist ein Algorithmus eine Handlungsvorschrift zur Lösung eines Problems oder um komplexe Aufgabenstellungen zu bewältigen. Dafür benötigt er Daten. Unmengen an Daten. Eine tragende Rolle spielen Algorithmen in der Informatik, da sie Computerprogrammen zugrunde liegen. Und so funktionieren sie in der Praxis.

Omnipräsent und allwissend

Beispiel Google: Der unangefochtene Sieger unter den Suchmaschinen. Denn laut StatCounter-Erhebung nutzten 86,28 Prozent aller Internet User weltweit die Suchmaschine. Auf Platz zwei und drei, dabei weit abgeschlagen: Bing (6,53 Prozent) und Yahoo (3,38 Prozent). Hinter dem Datengiganten steht ein Algorithmus.

Page + Brin = PageRank

Die Grundlage des Suchmaschinenalgorithmus entwickelten Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin bereits Ende der 90er Jahre. Das als PageRank Algorithmus bezeichnete Verfahren revolutionierte die digitale Suche.

Das Verfahren sortiert Verlinkungen gemäß ihrer Bedeutung. Sprich: Je hochwertiger die Webseite, besser und informativer der Content und die Links, die auf diesen Inhalt verweisen, desto höher wird die Website gewichtet. Und je mehr Seiten mit einer hohen Gewichtung auf die eigene Webseite verweisen, desto besser die Einstufung. Auf dieser Grundlage erfolgt die Platzierung in den Ergebnislisten der Suchmaschine.

Heute spielt der PageRank laut Google nur noch eine untergeordnete Rolle bei der Bewertung von Seiten. Neben dem Linkprofil werden mittlerweile viele verschiedene Faktoren einbezogen wie Nutzersignale, die Lesbarkeit und Länge von Texten, die Keyworddichte sowie technische Voraussetzungen. Seit Sommer 2018 spielen beispielsweise Ladezeiten von Websites dabei eine größere Rolle als bisher. Nach eigener Aussage nutzt Google rund 200 Signale um dem Nutzer das beste Suchergebnis ausspielen zu können. Spätestens seit 2015 zu einem der wichtigsten Faktoren avanciert ist RankBrain, ein Teilbereich des Google-Algorithmus-Systems, das mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Suchanfragen noch besser zuordnen kann.

Am Anfang stand der EdgeRank

Und wie sieht es beim Social Media-Primus Facebook aus? Laut allfacebook.de hat das soziale Netzwerk 2,2 Milliarden aktive Nutzer weltweit, 1,4 Milliarden täglich. 282 Millionen nutzen Facebook jeden Tag in Europa. Was sie dort teilen? Meinungen, persönliche Daten, Fotos, Videos und Information. Die soziale Plattform ist durch die schiere Anzahl ihrer Nutzer Dreh- und Angelpunkt beim Wissensaustausch. Der Umsatz im ersten Quartal 2018: 12 Milliarden US-Dollar.

Doch auch hier bestimmt ein Algorithmus, welche Inhalte und Beiträge im sogenannten Newsfeed (den Neuigkeiten des Nutzers) angezeigt werden, Priorität haben oder überhaupt nicht vorkommen. Die Sichtbarkeit eines Status-Updates wird von drei Faktoren bestimmt:

Affinität:

Bezeichnet die „Beziehung“ zwischen User und der Seite. Bestimmt wird die Affinität durch Anzahl und Qualität der vergangenen Interaktionen (Kommentare, Likes, Shares) zwischen den beiden.

Gewichtung:

Doch Interaktion ist nicht gleich Interaktion. So sind Kommentare für Facebook mehr wert als Likes. Weil das Netzwerk diese als höheren „Engagement-Wert“ interpretiert. Je höher die Verweildauer einer Interaktion, desto wertvoller ist sie für die Reichweite.

Aktualität:

Je neuer und aktueller, desto wahrscheinlicher, dass ein Beitrag im Newsfeed des Nutzers erscheint. Neben den drei Faktoren spielt auch das Format des Inhaltes eine Rolle. Wie viele Variablen der Facebook-Algorithmus auswertet, ist nicht bekannt, da die Plattform es mittlerweile seinen Nutzer erlaubt, ihren Newsfeed sehr individuell zu gestalten und anzupassen.

Das digitale Leib-Seele Problem

Egal ob Suchmaschine oder Social-Media-Plattform. Algorithmen verarbeiten unsere Suchanfrage und liefern uns relevante Ergebnisse. Richtig? So einfach ist es nicht.

Die brennende Frage: Bestimmt das Wissen des Nutzers den Inhalt oder der Inhalt das Wissen des Nutzers? Antwort: Ungewiss.

Denn sowohl Google, das YouTube aufkaufte und Google-Play etablierte, als auch Facebook, das WhatsApp und Instagram sein Eigen nennen kann, sind gewachsen. Und wurden zu Medienunternehmen. Ihre Währung: Information. Und personalisierte Suchergebnisse. Und die sind gefährlich, denn sie erzeugen Filterblasen und sogenannte „echo chambers“. Objektivität? Fehlanzeige, so der Internetaktivist Eli Pariser.

Das Echo des Filters

Die Begrifflichkeit der Filter- bzw. Informationsblasen (engl. filter bubble) prägte Pariser in seinem gleichnamigen Buch (2011). Der Board President von MoveOn.org erklärte ihre Entstehung damit, dass Algorithmen (von Webseiten, Social-Media Plattformen und Suchmaschinen) versuchen vorauszusagen, welche Informationen der Benutzer auffinden möchte. Basierend auf personenbezogenen Daten wie Standort, Suchhistorie, Klickverhalten und vielen mehr. Das Resultat: Isolation gegenüber Information, die der Weltanschauung und Meinung des Nutzers nicht entspricht.

Dadurch läuft der Nutzer Gefahr, in einer „Echokammer“ (engl. echo chamber) zu landen. So werden in den Nachrichtenmedien Situationen genannt, in denen Überzeugungen, Kommunikation und Meinungsaustausch nur noch in einem geschlossenen System stattfinden. Dies führe laut Pariser im schlimmsten Fall zur politischen und sozialen Polarisierung und verstärke Extremismus.

Paradebeispiele dafür sind Googles personalisierte Suchergebnisse und der personalisierte NewsFeed von Facebook.

Informationsmonopol

Ein weiteres Problem: Die Monopolstellung solcher Algorithmen und Unternehmen. Davon ist Felix Stalder, Professor für Digitale Kultur an der Zürcher Hochschule der Künste, überzeugt:

„Google bildet die Welt nicht mehr ab, wie sie ist, sondern so, wie mächtige Interessengemeinschaften es wollen“, so Stalder gegenüber dem Tagesspiegel.

Und auch die amerikanische Justiz wird hellhörig. So wurde bereits 2012 geprüft, ob das Unternehmen seine Marktstellung dazu ausnutzte, Konkurrenten abzuwürgen, indem es sie einfach weiter unten in den Suchergebnissen einsortiert. Aber nicht nur das große Weltgeschehen wird maßgeblich von Algorithmen beeinflusst. Sie sind auch für den Makler und sein Geschäft von höchster Bedeutung. Wie werde ich bei Google gefunden? Welche meiner Inhalte sehen potenzielle Kunden überhaupt, wenn ich sie auf Facebook teile? Da sich Algorithmen ständig verändern, hilft nur eine Sache: Immer am Ball bleiben.

Titelbild: © Sergey Nivens / fotolia.com

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