Am 03. Januar 1987 wurde erstmals eine Frau in die Rock n’ Roll Hall of Fame aufgenommen. „Aretha Franklin” lautet der Name der US-amerikanischen Soul-Sängerin, die den 3. Januar seither zum Internationalen Women Rock! Day kürte. Da Frauen nicht nur im Musikbusiness rocken, sondern auch besonders in unserer Branche, rückt die Gothaer für die Women Rock!–Serie Kolleginnen aus dem Unternehmen und der Branche ins Rampenlicht.

Diesmal sprechen wir mit Katharina Karageorgos, MissFinanz (Gründerin), JungmaklerAward-Finalistin und „Geldlehrerin”. Was es vor allem mit letzterem auf sich hat und warum es dabei um alles andere als einen monetären Wert im eigentlichen Sinne geht, erzählt sie im Interview.

Redaktion: Ihr sagt, Dein Unternehmen, Miss Finanz, hilft dabei, durch das richtige „Money Mindset“ das passende Vermögenskonzept zu finden. Wie sieht denn das richtige Mindset im Bezug auf Finanzen aus? Gibt es lediglich den einen Königsweg?

Katharina Karageorgos: Im Grunde würde ich es nicht „den einen Königsweg“ nennen, doch die Glaubenssätze und die innere Motivation, sich wirklich mit dem Thema Versicherungen und Finanzen auseinander zu setzen, sollten schon immer die gleichen oder zumindest ähnlich sein.

Wir haben erkannt, dass viele Frauen vor allem in der Kindheit in Bezug auf Geld falsche Glaubenssätze erlernt haben.

Beispiel: Über Geld spricht man nicht. Du musst dein Geld auf dem Konto sparen, nur da ist es wirklich deins. Du kannst dir keine großen Ziele erfüllen wie ein Haus am Meer – das ist doch viel zu hoch gegriffen für dein Einkommen. Und so weiter. Viele Frauen wurden also von Beginn an schon limitiert. Weiter geht es dann mit den gesellschaftlichen „Richtlinien“. Frauen verdienen immer noch weniger, bekommen seltener die Stelle als Führungsposition – all das beeinflusst die Gedanken in Bezug auf Geld und die eigene finanzielle Zukunft natürlich enorm. Mit uns dürfen sie wieder anfangen zu träumen, wir motivieren und zeigen, dass auch die größten Träume realistisch sind, wenn das Verständnis für den Weg dahin da ist.

Geld sollte immer mit etwas Positivem assoziiert werden.

Mit dem eigenen Warum, der eigenen intrinsischen Motivation. Denn: Am Ende des Tages schafft Geld Freiheit und ist Mittel zum Zweck!

Redaktion: Zudem ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Kernthema Eurer Beratung. Was bedeutet das konkret in der Praxis? War Euch nachhaltige Beratung schon immer ein Anliegen? Und wie groß ist hier die kundenseitige Nachfrage?

Katharina Karageorgos: Nachhaltige Anlagen, zum Beispiel in der Altersvorsorge aber auch im Investmentbereich, werden vielen Kundinnen immer wichtiger. Aufgrund der aktuellen Situation in der Welt natürlich auch total nachvollziehbar. Klimawandel ist dabei oft der spannendste Punkt für unsere Zielgruppe. Das war tatsächlich noch nicht immer so. Wir beobachten den „Trend“ nun seit knapp zwei Jahren intensiver. Und natürlich haben wir auf diese Nachfrage auch unser Konzept angepasst. Doch das ist super individuell und kommt immer auf die Einstellung und Wünsche unserer Kunden an. Es gibt auch einige, für die Nachhaltigkeit überhaupt kein Thema ist. Wenn man aber Rendite damit verbinden kann, ein wenig mehr für unsere Umwelt zu tun – dann möchten wir schon gern dazu animieren, darüber intensiv nachzudenken und die richtigen Schritte für sich zu gehen.

Redaktion: Du hast eine Ausbildung zur „Geldlehrerin“. Was genau ist das? Und wie bist Du auf die Ausbildung gekommen? Legst Du sie auch anderen Branchenkolleginnen und Kollegen ans Herz?

Katharina Karageorgos: Durch die Ausbildung kann ich nun ehrenamtlich an Schulen das Fach „Geld und Finanzen“ unterrichten. Ich bin tatsächlich eher durch Zufall dazu gekommen und wurde von meinen ehemaligen Kollegen gefragt, ob ich nicht Lust hätte das zu machen. Da ich selbst mit 16 ausgezogen bin und keinen Plan von Finanzen hatte, war mir sofort klar, dass ich dabei bin.

Finanzielle Bildung liegt mir sehr am Herzen.

Wenn die Intention meiner Branchenkollegen die ist, mit der Ausbildung auf Akquise in den Schulen zu gehen, dann lasst es bitte. Darum sollte es nicht gehen! Der Mehrwert und die Zukunft der nächsten Generationen sollte die Motivation sein, diese Ausbildung tatsächlich anzugehen. Und nicht der monetäre Mehrwert, den sich viele davon erhoffen!!!

Redaktion: Welcher Punkt ist Dir bei der Beratung von Frauen besonders wichtig? Welche Unterschiede merkst Du je nach Alter der Kundinnen in der Beratung?

Katharina Karageorgos: Am wichtigsten ist uns tatsächlich das Verständnis für die Produkte und das Konzept dahinter. Erst wenn unsere Kundinnen alles verstanden haben und alle Fragen geklärt sind, gehen wir in der Agenda weiter. Das kann manchmal auch ein paar Stunden mehr bedeuten, aber dafür gewinnen wir eine langfristige Zusammenarbeit, was unsere oberste Priorität ist: Langfristig gemeinsam Ziele erreichen! Unterschiede in den Altersgruppen merke ich nicht wirklich, doch es fällt auf, dass viele Frauen ab 35-40 schon vereinzelt den Fehler gemacht haben, sich auf ihren Partner zu verlassen und dann nach der Trennung nochmal komplett bei Null anfangen müssen. Das ist immer sehr schade zu beobachten, weswegen wir auch auf Social Media immer wieder dazu animieren, den ersten Schritt in Richtung smarte Finanzplanung zu gehen und sich von nichts und niemandem abhängig zu machen!

Redaktion: Beim JungmaklerAward 2022 warst Du eine der Bundesfinalistinnen. Was war die prägendste/wertvollste Erfahrung aus dem Wettbewerb? Und welche Frage sollten sich Kolleginnen und Kollegen stellen, die ebenfalls mit dem Gedanken einer Teilnahme spielen?

Katharina Karageorgos: Die Jungmakler Zeit war für mich 2022 eine der schönsten Erfahrungen. Ich habe dadurch tiefe Freundschaften geknüpft und mein Netzwerk enorm erweitern können. Ebenso habe ich mein Business auf andere Weise reflektiert und bin zu vielen Erkenntnissen gekommen, die die Entwicklung meines Unternehmens richtig nach vorn bringen werden.

Wer mit dem Gedanken einer Teilnahme spielt sollte es auf jeden Fall einfach machen, ohne groß darüber nachzudenken. Sich Feedback für sein Businesskonzept abzuholen und dadurch vielleicht auch zu Erkenntnissen zu kommen, ist für jeden eine wertvolle Erfahrung.

Redaktion: Würdest Du nochmals teilnehmen?

Katharina Karageorgos: Ich kann noch nicht beantworten ob ich noch einmal teilnehmen werde, auch wenn ich es der Jury versprochen habe. Doch ich bin mir sicher dass die Branche in ein bis zwei Jahren sowieso nicht um mich und MissFinanz herum kommen wird – daher wäre ich lieber irgendwann in der Jungmakler Jury (zwinkert und lacht).

Titelbild: © Katharina Karageorgos

Stephanie Gasteiger

Mitglied der NewFinance-Redaktion mit beruflichem Hintergrund in der PR und Wurzeln am Chiemseeufer. Ist ganz nach Friedrich Nietzsche davon überzeugt, dass die Glücklichen neugierig sind. Und ebenso umgekehrt.

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