Maike Gruhn, Leiterin Konzernentwicklung Gothaer, stieg 2002 mit einem Traineeprogramm in den Konzern und damit die Versicherungsbranche ein. Zwischenzeitlich hat sie ein Sabbatical sowie eine mehrmonatige Auszeit für ihre Familie eingelegt. Und hat eine Führungsposition inne. Warum heute reibungslos möglich ist, was früher undenkbar schien, erzählt sie uns im Interview.

Redaktion: Frau Gruhn, im Vergleich zu Ihrem Einstieg in die Branche, was hat sich für Frauen inzwischen geändert? Beziehungsweise, wie haben sich Frauen verändert?

Maike Gruhn: Merklich ändert sich erst seit etwa zwei bis drei Jahren etwas. Die Branche befasst sich verstärkt mit den Themen Vielfalt und Diversity. Zudem fragt sie sich, wie wir gute Talente gewinnen können. Oder wie Talente, die bereits in der Branche sind, sichtbarer werden. Hierbei ist es wichtig und richtig, auch auf das Thema Frauen zu schauen. Und das passiert intensiver. Das Thema hat sowohl mehr Sichtbar- als auch Öffentlichkeit bekommen. Ich persönlich glaube, dass wir schon immer gute, weibliche Talente in der Branche hatten. Deshalb ändern sich nicht die Frauen, sondern die Branche. Dass das so sein muss und Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, um Talente zu gewinnen, haben die Unternehmen inzwischen verstanden.

Redaktion: Werden Frauen denn dennoch selbstbewusster? Und fordern Führungspositionen eher ein?

Maike Gruhn: Das kann gut sein. Ich hoffe es sogar. Die ein oder andere fühlt sich sicherlich mehr ermutigt seitdem auch darüber gesprochen wird. Daher denke ich, es ist untrennbar: Wenn sich Unternehmen entwickeln, macht das mehr Mut selbstbewusster aufzutreten.

Redaktion: Sie sind bereits als Trainee in die Gothaer eingestiegen. Was schätzen Sie am Unternehmen, dass Ihnen die Arbeit noch immer Freude bereitet?

Maike Gruhn: Der Einstieg in die Branche war zufällig. Bereut habe ich ihn aber bis heute nicht. Ich hatte keinen Versicherungsschwerpunkt oder ähnliches im Studium. Die Ausschreibung zum Management Traineeprogramm hat mich allerdings sehr angesprochen. Diese war auf viel Gestaltungsfreiraum und Entfaltungsmöglichkeiten ausgelegt. So ist es heute noch immer. Auch, wenn die Gothaer als klassischer Versicherungskonzern wahrgenommen wird, gibt es viele Möglichkeiten Dinge zu gestalten, Verantwortung zu übernehmen oder neue Bereiche kennen zu lernen. Diese Möglichkeiten haben sich in den letzten 18 Jahren noch ausgeweitet, dies ist und war immer die Motivation in den verschiedenen Positionen bei der Gothaer. Deshalb arbeite ich hier nach wie vor sehr gerne.

Redaktion: Kinder schließen Führungspositionen bei der Gothaer nicht aus. Sie haben bereits vor zehn Jahren ein einjähriges Sabbatical für eine Reise mit Ihrem Mann genutzt. Mit Kindern waren Sie zwei Monate am Stück auf Reisen. Inwieweit hat die Gothaer sie hierbei als Arbeitgeber unterstützt?

Maike Gruhn: Die Reise mit meinen Kindern – damals drei und fünf Jahre alt – war größtenteils angesparter Urlaub. Man muss sich aber natürlich gut Gedanken über eine Auszeit machen. Mein Vorgesetzter hat mich hierbei sehr unterstützt. Genau wie mein ganz tolles Team. Das ist auch eine grundsätzliche Frage. Wer immer versucht alles selbst zu machen und über alles die Kontrolle zu behalten, kann auch nur schwer eine Auszeit nehmen. Mein Team hat den Laden in meiner Abwesenheit allerdings wunderbar am Laufen gehalten. Dadurch ist es auch leichtgefallen wieder einzusteigen.

Redaktion: Und wie schwer fällt es einem umgekehrt den Job loszulassen?

Maike Gruhn: Das ist mir ehrlich gesagt nicht schwer gefallen. Es tat gut rauszukommen, neue Energie zu tanken und Ideen zu sammeln. Davon profitieren auch immer beide Seiten. Schließlich entscheidet man sich auch bewusst dafür, ins Unternehmen zurückzukehren. Ich habe beide Auszeiten nie bereut.

Redaktion: Ihre erste Auszeit war vor zehn Jahren. War das zu diesem Zeitpunkt noch eine Ausnahme? Wie steht die Gothaer heute zum Thema Sabbatical?

Maike Gruhn: Damals war es eine Ausnahme mit einer individuellen Regelung. Seit Anfang des Jahres besteht nun allerdings eine Sabbatical-Regelung für alle Mitarbeiter. Wie ich finde eine sehr gute mit klaren Rahmenbedingungen. Ich glaube, das ist wichtig, um auf dem Markt attraktiv zu sein. Unternehmen müssen den entsprechenden Mehrwert des Angebots erkennen.

Redaktion: Was besagt diese Regelung konkret?

Maike Gruhn: In Vereinbarung ist sie relativ flexibel. Mitarbeiter können ihre Auszeit bis zu einem halben Jahr wählen. Über einen gewissen Zeitraum können sie hierfür vorab Geld „ansammeln“. Dieses wird dann während der Freistellung ausbezahlt. Ein gutes Zeichen, für das es sehr positives Feedback gab.

Redaktion: Als Leiterin der Konzernentwicklung. Welche Entwicklung möchten Sie für die Gothaer aber auch die Branche im Gesamten sehen?

Maike Gruhn: In diesem Jahr haben wir als Gothaer unsere neue Strategie Ambition25 gestartet. Hier wünsche ich mir selbstverständlich, dass wir alle Ziele gemeinsam erfolgreich umsetzen. Zudem hoffe ich, dass wir unser positives Image weiter verbreiten und neue Talente gewinnen. Für unsere Vertriebspartner und Kunden – für die wir als Gothaer arbeiten – möchten wir noch besser werden. Wir als Branche sollten insgesamt danach streben, immer noch besser zu werden und unser Image zu verbessern. Dass es noch immer negativ behaftet ist, finde ich nicht richtig. Gerade die aktuelle Krise zeigt, dass wir für die Kunden da sind. Wir müssen als Branche zeigen, dass wir vielfältiger werden und wie spannend unsere Arbeit ist. Wenn das gelingt, ist mein Wunsch erfüllt.

Titelbild: © Gothaer/Maike Gruhn

Stephanie Gasteiger

Mitglied der NewFinance-Redaktion mit beruflichem Hintergrund in der PR und Wurzeln am Chiemseeufer. Ist ganz nach Friedrich Nietzsche davon überzeugt, dass die Glücklichen neugierig sind. Und ebenso umgekehrt.

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