Am 03. Januar 1987 wurde erstmals eine Frau in die Rock n’ Roll Hall of Fame aufgenommen. „Aretha Franklin” lautet der Name der US-amerikanische Soul-Sängerin, die den 3. Januar seither zum Internationalen Women Rock! Day kürte. Da Frauen nicht nur im Musikbusiness rocken, sondern auch besonders in unserer Branche, rückt die Gothaer für die Women Rock!–Serie Kolleginnen aus dem Unternehmen und der Branche ins Rampenlicht.

In dieser Ausgabe sprechen wir mit Saskia Drewicke. Sie ist eine wahre „Sparheldin“, wenn es um Finanzplanung und Mentoring geht. Im Interview gewährt sie uns Einblick in ihre Zielgruppe und Arbeitsweise.

Redaktion: Saskia, Du bietest in Deiner Beratung „Finanzkonzepte, Vermögensaufbau und Finanzcoaching für Karrierefrauen“. Wie definierst Du die Zielgruppe Karrierefrau für Dich?

Saskia Drewicke: Die Karrierefrau zeichnet sich für mich als ambitionierte und zielstrebige Frau aus, die Wert auf ihre persönliche und berufliche Weiterentwicklung legt – hierzu gehört auch die finanzielle Unabhängigkeit und somit auch die Unabhängigkeit vom Partner. Karrierefrauen üben ihren Beruf gerne aus, erlauben sich, sich selbst zu verwirklichen und verfolgen daher neben privaten Zielen auch stets berufliche Ziele.  Die Karrierefrau sieht einen Sinn in ihrem Job und möchte mit ihrer Arbeit etwas bewegen. Das treibt sie an, Verantwortung zu übernehmen oder auch in Führungspositionen tätig zu sein. Häufig stelle ich bei meinen Kundinnen fest, dass das Reisen im beruflichen sowie privaten Kontext zudem eine große Rolle spielt.

Redaktion: Statistisch gesehen beginnen Frauen früh mit der finanziellen Vorsorge, lassen sie dann, durch sich verändernde Lebensumstände, wieder schleifen. Ist das auch Deine Wahrnehmung? Inwieweit gibt es einen Unterschied zwischen Karrierefrau und Frau mit Kind?

Saskia Drewicke: Der Großteil meiner Kundinnen ist zwischen Anfang 30 und Mitte 40 Jahre alt. In meinen Beratungsgesprächen stelle ich fest, dass viele Frauen in ihren 30ern das Gefühl haben, bereits zu spät dran zu sein und sich endlich um ihre Altersvorsorge kümmern zu müssen. Dies macht die Wichtigkeit sowie die Dringlichkeit der Auseinandersetzung mit dem Thema Finanzen und Altersvorsorge für Frauen deutlich. Ich erlebe Frauen auch in der Regel vorausschauender beziehungsweise planender sowie risikobewusster, was auch dazu führt, dass Frauen früher mit der mittel- bis langfristigen Vorsorge beginnen.

Grundsätzlich würde ich Karrierefrauen nicht zwangsläufig von Frauen mit Kindern unterscheiden. Denn ich vertrete die Meinung, dass Frauen mit Kindern ebenso das Potenzial haben, Karriere zu machen. Dies hängt natürlich mit dem Support des Mannes und der Organisation innerhalb der Familie zusammen sowie der Unterstützung von Seiten des Arbeitgebers. Tatsächlich ist es aber bei Frauen mit Kindern so, dass hier die Wichtigkeit der Vorsorge für das Kind in den Vordergrund rückt und die eigene Vorsorge häufig hintenangestellt wird.

Müttern ist es in der Regel am allerwichtigsten, dass für das Kind bereits früh eine Vorsorge eingerichtet wird – die Sparbereitschaft ist dabei häufig höher als für die eigene Vorsorge. Die Fürsorge gegenüber dem Kind wird hier sehr deutlich. Ich denke, das ist ein sehr prägnanter Punkt, denn viele Mütter vergessen dabei häufig, für sich selbst vorzusorgen. Umso wichtiger ist es, dass innerhalb der Familie frühzeitig geregelt wird, wie die Altersvorsorge des Mannes sowie die der Frau gleichzeitig gesichert werden kann.

Frauen dürfen in Bezug auf Finanzen sowie im beruflichen Kontext meiner Ansicht nach insgesamt noch viel mehr für sich selbst einstehen.

Redaktion: Warum hast Du selbst Dich für den Schritt zur Finanzberatung und auch in die Selbstständigkeit entschieden?

Saskia Drewicke: Der Schritt in die Selbstständigkeit entstand aus dem großen Wunsch und meinem stark ausgeprägten Freiheitsdrang heraus, flexibel und ortsunabhängig arbeiten zu können. Im meinem damaligen Konzernumfeld in Banken und Versicherungen habe ich mich in meinen Freiheiten, meiner Kreativität und meinem unternehmerischen Denken zu sehr eingeschränkt gefühlt.

Ich habe im Job schon immer danach gestrebt, etwas verändern zu können und dieses Gefühl fehlte mir einfach in großen Unternehmen.

Hinzu kam nach vielen Reisen der Wunsch, im Ausland zu leben und von dort aus zu arbeiten, wo andere Urlaub machen. Diesen privaten Traum habe ich mir mit meiner Selbstständigkeit und der Auswanderung nach Lissabon letztes Jahr erfüllen können.

Mit dem Beginn meiner Selbstständigkeit habe ich vor drei Jahren den Sparheldin Finanzkanal auf Instagram sowie den gleichnamigen Podcast gestartet: Mein Ziel: Ich wollte mein Finanz-Know-How und meine Börsenerfahrung mit jungen Menschen teilen, um für mehr finanzielle Aufklärung zu sorgen. Denn wer sich früh mit dem eigenen Vermögensaufbau beschäftigt, schafft sich viele Freiheiten. Ich selbst konnte mir aufgrund finanzieller Freiheiten beispielsweise ein Auslandsstudium in Australien sowie den Schritt in die Selbstständigkeit ermöglichen.

Das große Interesse an Finanzthemen und das tolle Feedback zu meinem Podcast haben mich in meiner Mission bestärkt und dazu bewogen, den Schritt zurück in die Finanzberatung zu gehen. Sodass ich mich letztes Jahr für die Weiterentwicklung des Sparheldin Kanals und die Gründung einer Honorarberatung entschied. Denn durch die Kombination von finanzieller Aufklärung und Finanzcoaching mit der klassischen Finanzberatung kann ich meinen Kundinnen und Kunden einen noch größeren Mehrwert bieten.

Als Honorarberaterin habe ich nun auch die Möglichkeit über die finanzielle Aufklärung hinaus, meinen Kundinnen Beratungs- und Finanzdienstleistungen auf Honorarbasis anzubieten. Zu wissen, dass ich damit eine positive Veränderung im Leben anderer erzielen kann, treibt mich an, diesen Beruf auszuüben.

Redaktion: Deine Beratung findet schwerpunktmäßig digital statt. Was sind hieran die Vor- und Nachteile? Und wie gut beziehungsweise schlecht nehmen Deine Kunden die Beratung an? Wird diese sogar explizit digital nachgefragt?

Saskia Drewicke: Eine große Prämisse und Anspruch bei der Gründung und dem Aufbau meines Unternehmens bestand darin, dass mein Business digital funktioniert. Ich brauche nur einen Laptop und mein Handy und kann flexibel von überall aus arbeiten. Daher stand von vornherein für mich fest, dass die Beratung und Betreuung meiner Kunden online erfolgt. Dies wird auch klar an meine Kunden kommuniziert, sodass sie von Beginn an wissen, was sie erwartet und wie die Zusammenarbeit abläuft. Tatsächlich ist es so, dass meine Kunden ohnehin über den digitalen Weg – sei es über Instagram, meinen Podcast oder meine Website zu mir finden, und sie Online-Beratung bevorzugen.

Die Frage nach der Möglichkeit einer Vor-Ort-Beratung ist bisher noch nicht aufgekommen. Die Online-Beratung ist für meine Zielgruppe also quasi Standard.

Ich sehe im remote und digitalen Arbeiten überwiegend nur Vorteile für mich und meine Kunden: Ich kann mein Business flexibel von überall aus der Welt führen und gleichzeitig bietet die Online-Beratung für meine Kunden einen hohen Grad an Flexibilität. Mein Beratungsprozess ist komplett digital aufgebaut – von Screensharing, über digitale Antragsstrecken und Verträge, bis hin zur digitalen Unterschrift. Auch wenn sich die Online-Beratung natürlich von einem Vor-Ort-Treffen unterscheidet, ist es dennoch möglich, persönlich zu beraten.

Redaktion: Wenn Du mit einem Fingerschnippen etwas in der finanziellen Vorsorge der Frau oder auch nur dem Umgang mit Geld ändern könntest, was wäre das?

Saskia Drewicke: Grundsätzlich sollte das Thema finanzielle Aufklärung meines Erachtens viel stärker in unserer Gesellschaft stattfinden. Die Institution Schule sollte hier der erste Anknüpfungspunkt sein. Indem früh über Geld gesprochen wird, wird das Thema enttabuisiert und ein besseres Gefühl und Verständnis für Geld, Finanzen, Sparen und Investieren geschaffen. Es ist von großer Bedeutung, dass diese Sensibilisierung bereits in jungen Jahren stattfindet. Denn wer früh anfängt, hat deutlich bessere Chancen, ein großes Vermögen aufzubauen, von dem es sich später gut leben lässt und finanziell unabhängig zu werden.

Der richtige Umgang mit Geld beeinflusst den gesamten Lebensweg, den Lifestyle und die Lebensqualität.

Finanzielle Bildung sollte daher einen größeren Stellenwert bekommen: seitens der Politik sowie in Schulen und Universitäten.

Auch Female Financial Empowerment spielt hier natürlich eine große Rolle. Finanzen sind keinesfalls Männersache – ich empfinde es als enorm wichtig, dass Frauen vermittelt wird, dass sie Finanzen genauso gut können wie Männer. Viele Frauen trauen sich nur häufig nicht an das Thema ran, weil sie sich unverstanden und unwissend fühlen. Hier kann eine Finanzberatung auf Augenhöhe von Frauen für Frauen Abhilfe schaffen.

Titelbild: © Saskia Drewicke

Stephanie Gasteiger

Mitglied der NewFinance-Redaktion mit beruflichem Hintergrund in der PR und Wurzeln am Chiemseeufer. Ist ganz nach Friedrich Nietzsche davon überzeugt, dass die Glücklichen neugierig sind. Und ebenso umgekehrt.

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