Am 03. Januar 1987 wurde erstmals eine Frau in die Rock n’ Roll Hall of Fame aufgenommen. “Aretha Franklin” lautet der Name der US-amerikanische Soul-Sängerin, die den 3. Januar seither zum Internationalen Women Rock! Day kürte. Da Frauen nicht nur im Musikbusiness rocken, sondern auch besonders in unserer Branche, rückt die Gothaer für die Women Rock! – Serie Kolleginnen aus dem Unternehmen ins Rampenlicht.

In dieser Ausgabe sprechen wir anlässlich des Weltfrauentages mit Dr. Sylvia Eichelberg. Sie ist Vorstandsvorsitzende der Gothaer Krankenversicherung AG und überzeugt, dass die Branche sich in die richtige Richtung entwickelt.

Redaktion: Frau Dr. Eichelberg, was sind Ihre Vorsätze in der neuen Position als Vorstandsvorsitzende der Gothaer Krankenversicherung AG? 

Dr. Sylvia Eichelberg: Ich muss gestehen, mit Vorsätzen hab ich es nicht so. Es gibt ja den schönen Spruch: „Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert“. Mit dem Begriff ‚Ziele‘ kann ich hingegen mehr anfangen. Und unsere Ziele lauten: Kundennutzen, Innovation, agile Aufstellung und Wachstum. In der Reihenfolge. Übersetzt bedeutet das, dass wir echten Mehrwert für die Kunden mit innovativen Produkten schaffen müssen. Und das schneller als der Wettbewerb. Denn nur so werden wir als Gothaer Krankenversicherung Wachstum erzeugen.

Für meine Führungsaufgaben bedeutet das: Ich werde die Bildung agiler, und das sei zum Internationalen Frauentag betont, natürlich diverser Teams weiter vorantreiben.

Sie wissen vielleicht, dass die Gothaer Krankenversicherung sich bereits vor einiger Zeit in der agilen Wertstromlogik angeschlossen hat, um sich nachhaltig vom bloßen Leistungserstatter zum Gesundheitsdienstleister zu wandeln. Wir bilden bei der Neu- und Weiterentwicklung unserer Produkte seit 2019 Teams mit Mitarbeitenden aus Produktentwicklung, Mathematik, Marketing, Vertrieb, und IT, die sich in ihrer Arbeit konsequent an der Wertmaximierung für KundInnen, VermittlerInnen und Stakeholder orientieren. Hier schauen wir im Team direkt auf Themen, die wir gemeinsam weiter- oder neu entwickeln.

Redaktion: Sie haben eben schon die Frauen der Branche angesprochen. Wie fühlen Sie sich in der Rolle des weiblichen Vorbilds in einer Führungsposition? Kann es auch „nerven“, dass Sie als Frau nicht einfach Vorstand sind, sondern immer auch Vorbild?

Dr. Sylvia Eichelberg: Ich bin gerne Vorbild, und ich bin gerne Frau, solange ich nicht nur auf mein Geschlecht reduziert werde. Diese Erfahrung habe ich in der Vergangenheit allerdings nicht gemacht. In meinen bisherigen beruflichen Stationen stand eher im Vordergrund, wie ich führe, ob ich mit meinen Teams Themen voranbringe, wie ich Dinge verändern und gestalten kann.

Das Feedback an mich war auch immer, dass ich sowohl Frauen und Männer inspiriere.

Da es leider noch nicht so viele Frauen als Vorstandsvorsitzende gibt, rückt dieser Aspekt jetzt natürlich wieder mehr in den Vordergrund. Damit muss ich und kann ich leben. 

Redaktion: Unsere Reihe heißt „Women Rock“. Wie lautet Ihre Interpretation für die Versicherungsbranche?

Dr. Sylvia Eichelberg: Wenn ich mich richtig an das Motto „Women Rock“ erinnere, ist es angelehnt an eine emanzipatorische Bewegung von professionellen Rock-Musikerinnen, die sich nicht länger damit abfinden wollten und wollen, dass Rockmusik eine reine Männer-Domäne ist. Wir Frauen sind viele, und wir sind sehr wohl in der Lage, die Branche zu rocken. Auch wir bei der Gothaer, und das sehr gern mit den Männern zusammen. Von der Musik können wir lernen: Wir spielen zwar unterschiedliche Instrumente, aber entscheidend ist, dass am Ende der gemeinsame Sound stimmt. Und das gemeinsam. Darauf kommt es mir an. 

Redaktion: Eine sehr schöne Metapher. Warum ist es aus Sicht der Frauen wichtig, dass die Gesellschaft gendert? Inwieweit macht das einen Unterschied? 

Dr. Sylvia Eichelberg: Ich gebe zu, Wörter wie ‚Gästin‘ oder ‚Bösewichtin‘, die inzwischen im Duden stehen, fühlen sich teils etwas komisch an. Und auch das angehängte *innen an maskuline Formen klingt komplizierter und liest sich nicht so flüssig. Meist sind es eben Frauen, die auf die Verwendung weiblicher Sprachformen achten. Und ich bin überzeugt, dass Sprache unser Denken verändert. Wenn wir also nur männliche Formen verwenden, Künstler, Mieter, Lehrer und so weiter, dann blenden wir mal eben die Hälfte der Gesellschaft aus. Deshalb finde ich es gut, dass wir Gendersprache benutzen, das erzeugt ein Bewusstsein, dass es auch eine Chefin und Vorständin gibt.

Redaktion: Einmal abgesehen von einem Wandel in der Sprache. Wo sehen Sie die Versicherungsbranche hinsichtlich Geschlechterverteilung in zehn Jahren?

Dr. Sylvia Eichelberg: Was toll ist: In der Versicherungsbranche arbeiten etwas mehr Frauen als Männer. Das geht etwa bis zur Ebene der Teamleiter. Hier sind wir auf einem guten Weg, was die Verteilung angeht. Ab da weiter aufwärts sind die Männer deutlich in der Mehrheit. Wenn wir das Thema nicht anpacken, wird das auch so bleiben, automatisch passiert da wenig.

Die Verbesserung in der Geschlechterverteilung und das Thema Diversity sind meiner Überzeugung nach CEO-Themen.

Ein guter oder eine gute CEO muss ausstrahlen, dass er oder sie für Diversity steht. Nur dann verändert sich ein Unternehmen wirklich nachhaltig. Da ich viele fähige Kollegen in der Branche sehe, bin ich aber voller Hoffnung, dass wir gut vorankommen und in zehn Jahren eine signifikante Veränderung in der Geschlechterverteilung auf den Führungsebenen sehen werden.

Redaktion: Welchen Apell haben Sie an männliche Kollegen? Welchen an Ihre (jungen) weiblichen?

Dr. Sylvia Eichelberg: Mit den Appellen ist es wie mit den Vorsätzen. Sie verpuffen leicht, ohne dass tatsächlich etwas passiert. Aber ich hätte einen Karriere-Tipp für die männlichen Kollegen: Wer aufzeigt, dass er weibliche Talente erkennt und damit sein Team nachhaltig verändert und voranbringt, der qualifiziert sich für höhere Aufgaben. Und aus eigener Erfahrung mein Hinweis an die Kolleginnen: Wartet nicht, bis Ihr gesehen werdet, macht Euch selbst sichtbar und helft so den männlichen Kollegen, Euch und Euer Talent zu fördern.

Titelbild: © Gothaer/Dr. Sylvia Eichelberg

Stephanie Gasteiger

Mitglied der NewFinance-Redaktion mit beruflichem Hintergrund in der PR und Wurzeln am Chiemseeufer. Ist ganz nach Friedrich Nietzsche davon überzeugt, dass die Glücklichen neugierig sind. Und ebenso umgekehrt.

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